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Landkreis soll Zugverkehr länger mitfinanzieren

Neuruppin Landkreis soll Zugverkehr länger mitfinanzieren

Der Landkreis soll den Bahnverkehr zwischen Neustadt und Pritzwalk sowie Pritzwalk und Meyenburg länger mitfinanzieren als ursprünglich geplant. Die langfristige Finanzzusage sichert das Engagement der Bahn dort und ermöglicht zugleich Investitionen in Millionenhöhe. Das zumindest erhoffen sich die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses.

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Hans kommt: Ein Zug der Hanseatischen Eisenbahngesellgesellschaft (Hans) fährt in den Bahnhof Pritzwalk ein.

Quelle: Christian Schmettow

Neuruppin. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin will den Zugverkehr auf den Linien RB 73 (Neustadt (Dosse) – Pritzwalk) und RB 74 (Pritz­walk – Meyenburg) länger mitfinanzieren als ursprünglich geplant. Vor zwei Jahren hatten die Kreistagsabgeordneten bereits beschlossen, den Verkehr auf diesen Strecken bis 2025 mit jährlich 100 000 Euro zu unterstützen. Am Montag sprachen sich die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses dafür aus, das finanzielle Engagement um weitere drei Jahre – bis 2028 – zu verlängern. Grund: Die langfristige Finanzzusage soll das Engagement des Landes auf diesen Strecken absichern und zugleich Investitionen in Millionenhöhe möglich machen.

„Damit die Fördermittel fließen, müssen dort mindestens zehn weitere Jahre Züge fahren“, sagte Vizelandrat Werner Nüse am Montagabend im Wirtschaftsausschuss. Das Land habe bereits beschlossen, die Zugverkehre auf den beiden Strecken ab Dezember 2018 für weitere zehn Jahre neu auszuschreiben. Zugleich sollen die Strecken für etwa sechs Millionen Euro modernisiert werden. Das allerdings ist nur möglich, wenn auch die kommunale Familie über den gesamten Zeitraum Geld beisteuert.

Die Fahrgastzahlen sind stabil

Der Bedarf für die vor einigen Jahren noch von der Stilllegung bedrohten Strecken ist nach Einschätzung Nüses durchaus da. Etwa 450 Reisende nutzen täglich in Kyritz den Zug. „Diese Zahlen sind seit einigen Jahren stabil“, sagt Nüse. „Angesichts leicht sinkender Einwohnerzahlen kann man das einen Erfolg nennen.“

Vize-Landrat Nüse hofft sogar auf mehr Fahrgäste. Denn Kyritz will einen neuen Haltepunkt unweit des Kulturhauses in der Perleberger Straße einrichten. Das Krankenhaus und einige Behörden seien dann besser mit dem Zug zu erreichen, so Nüse. Zugleich sollen mit dem Fahrplanwechsel die Anschlüsse in Neustadt verbessert werden. Auch das ist eine Chance, mehr Fahrgäste zu gewinnen.

Sechs Millionen Euro sollen auf der Strecke investiert werden

Seit zwei Jahren schon wartet die Region auf Fördermittel für die Modernisierung der Strecke. Der Landkreis geht jetzt davon aus, dass das Land und das Putlitzer Infrastrukturunternehmen Regioinfra Nordost vor dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 gemeinsam etwa sechs Millionen Euro in die Strecke investieren – Bahnübergänge sollen modernisiert und Sicherungstechnik soll verbessert werden.

Mit dem Engagement für die Strecken will der Landkreis zugleich auch den Güterverkehr stärken. Ohne die Einnahmen aus dem Personennahverkehr würden die Trassenkosten für die Güterzüge so in die Höhe schnellen, dass sich die Strecken für den Güterverkehr nicht mehr vermarkten ließen, heißt es in der Beschlussvorlage. „Der Erhalt der Eisenbahnachse für regionale Güterverkehre in Kyritz, Falkenhagen und Meyenburg“ ist nach Einschätzung des Landkreises jedoch „wirtschaftspolitisch wichtig“.

Noch vor zwei Jahren war das Aus für die Strecke befürchtet worden

Zugfahrer hatten noch vor zwei Jahren befürchtet, die Linien RB 73 und RB 74 könnten gestrichen werden. Angesichts geringer Fahrgastzahlen hatte das Land seine finanzielle Unterstützung für den Betrieb von ursprünglich fünf Millionen Euro aus 2,5 Millionen Euro zurückgefahren. Ab 2015 sollten die Bahnstrecken sogar komplett abbestellt werden. Busse sollten die Züge im ländlichen Raum ersetzen.

Nach Protesten konnten die Landkreise Ostprignitz-Ruppin und Prignitz sowie die Anliegerkommunen mit dem Land schließlich einen Kompromiss aushandeln – die Landkreise schießen seitdem gemeinsam jährlich 300 000 Euro zu, die Kommunen zusammen 50 000 Euro. In den kommenden Wochen müssen sich auch deren Gremien mit dem verlängerten finanziellen Engagement auseinandersetzen – die Kreistagsabgeordneten von Ostprignitz-Ruppin bei ihrer nächsten Sitzung Anfang Dezember.

Von Frauke Herweg

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