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Landkreis sucht dringend Tagespflegekräfte

Plätze werden knapp in Ostprignitz-Ruppin Landkreis sucht dringend Tagespflegekräfte

Die Zahl der Tagesmütter und -väter ist im Landkreis Ostprignitz-Ruppin deutlich zurückgegangen. Nun will das Jugendamt gegensteuern. Denn die Behörde geht davon aus, dass die Nachfrage nach einer individuellen Betreuung der Jüngsten steigen wird.

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Die Tagesmütter Anke Recke und Andrea Dehne (r.) sind schon länger im Geschäft.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Um der steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren gerecht werden zu können, sucht der Landkreis dringend Tagespflegekräfte. „Vor vier Jahren hatten wir mal 30 Tagespflegemütter und -väter“, sagte am Mittwoch der Jugendamtsleiter Andreas Liedtke.

Aktuell gibt es lediglich 19 Tagespflegemütter sowie einen Tagespflegevater, die sich kreisweit um insgesamt knapp 100 Kinder zwischen null und drei Jahren kümmern. Einige Pflegekräfte seien weggezogen, andere in den Ruhestand gegangen, so Liedtke. Diesen Schwund will der Amtsleiter wieder aufgefüllt sehen. Grund: Liedtke rechnet damit, dass in den nächsten Jahren immer mehr Eltern ihre Jüngsten gut betreut wissen wollen, um selbst arbeiten gehen zu können.

Tagespflege steht bei vielen Eltern hoch im Kurs

Neben einer Kindertagesstätte stehe bei vielen Eltern auch die Tagespflege hoch im Kurs, sagte Adriane Maruhn aus dem Jugendamt. „Mütter und Väter favorisieren die individuelle Betreuung in einer kleinen Gruppe und dass bei der Tagespflege kein häufiger Erzieherwechsel für die Kinder droht“, so Maruhn. Denn laut Gesetz dürfen Tagespflegekräfte in Brandenburg maximal fünf Mädchen und Jungen bis zu drei Jahren betreuen. Danach wechseln die Kinder in eine Kita.

In diesen wird laut Amtsleiter Liedtke mit 1200 Mädchen und Jungen auch das Gros der unter Dreijährigen betreut. Knapp 1000 werden in der elterlichen Wohnung umsorgt. Für den erwarteten Andrang will der Landkreis, der für die Kinderbetreuung zuständig ist, gewappnet sein. Schließlich haben die Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für ihren Nachwuchs. „Den können wir flächendeckend erfüllen, wenngleich auch mal schlechter und mal besser“, sagte Liedtke. Vor allem in Neuruppin und Kyritz müssen Eltern mitunter lange suchen und können kaum wählen, um einen Kitaplatz zu ergattern.

Dabei gibt es in der Fontanestadt neben zehn kommunalen Kitas noch acht von freien Trägern wie dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und der evangelischen Kirche. Weil die Lage in Kyritz ähnlich angespannt ist, wird in der Knatterstadt eine neue Kita mit 60 Plätzen gebaut, die im September 2016 fertig sein soll.

Interessenten müssen zwei Kurse absolvieren

Wer als Tagespflegekraft arbeiten will, der muss nicht Erzieher sein, aber über eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung verfügen sowie erfahren und liebevoll im Umgang mit Kleinkindern und zuverlässig sein. Zudem müssen Interessenten zuvor zwei Kurse absolvieren, einen über 30 und einen über 130 Stunden. „Eine zertifizierte Pflegekraft, die fünf Kinder wochtags täglich acht Stunden betreut, kommt auf knapp 2400 Euro“, rechnete Amtsleiter Liedtke vor. Außerdem übernimmt der Landkreis anteilig die Kosten für die Kranken- sowie die Haftpflichtversicherung und zahle darüber hinaus 24 Urlaubstage.

Hinweis: Wer als Kindertagespfleger arbeiten will, der kann sich bei Adriane Maruhn in der Kreisverwaltung in Neuruppin wenden,  03391/6 88 51 54 oder per Mail: adriane.maruhn@opr.de.

Von Andreas Vogel

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