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Landkreis will das Wasser besser schützen

Aus für alte Verordnung Landkreis will das Wasser besser schützen

Die Verordnungen zum Schutz der mehr als 30 Wasserwerke im heutigen Landkreis Ostprignitz-Ruppin stammen noch aus DDR-Zeiten und sind im Schnitt mehr als 40 Jahre alt. Weil sich der Bedarf an Trinkwasser inzwischen deutlich geändert hat und die alten Verordnungen auch längst nicht mehr den heutigen Ansprüchen genügen, werden sie gerade überarbeitet.

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Schilder signalisieren, wo das Wasserschutzgebiet beginnt.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Als das Trinkwasserschutzgebiet für die Stadt Rheinsberg einst beschlossen wurde, wurden täglich noch gut 600 Kubikmeter Wasser aus dem unterirdischen Speicher benötigt. Jetzt, gut 40 Jahre später, sind es 1500 Kubikmeter pro Tag, sagte am Mittwoch Kathleen Bartsch, Sachgebietsleiterin der Wasser- und Bodenschutzbehörde in Ostprignitz-Ruppin.

Der veränderte Bedarf ist jedoch nur ein Grund, warum mehr als 30 Verordnungen für den Schutz der öffentlichen Trinkwasserversorgung im Landkreis überarbeitet werden müssen. Hinzu kommt, dass inzwischen mehrere Wasserwerke außer Betrieb genommen wurden, wie etwa das in Braunsberg, und die alten Schutzbestimmungen aus heutiger Sicht viel zu unbestimmt sind. „Die Lage und die Ausdehnung der Schutzzonen entsprechen nicht mehr den Erfordernissen“, sagte Kathleen Bartsch. Heute werde am Computer mit digitalen Modellen gerechnet, wie groß der Wasserspeicher ist und wie groß demzufolge das Schutzgebiet sein muss. „Früher wurde mehr mit der Hand gerechnet und dann ein Kreis für das Schutzgebiet gezogen.“ Das reicht heute weder in fachlicher noch rechtlicher Hinsicht. Gleichwohl wird der Kreistag in Neuruppin erst am Donnerstag eine neue Verordnung zum Schutz des Wassers beschließen. Denn das Verfahren ist ziemlich aufwändig. Mehrere, sogenannte Träger öffentlicher Belange mussten befragt werden, ob sie sich durch die Schutzbedingungen unzulässig beeinträchtigt fühlen. Darunter war sogar das Eisenbahnbundesamt.

Hinzu kommt, dass zunächst das Land für die neuen Verordnungen zuständig war. Als der Entwurf für das Trinkwasserschutzgebiet Rheinsberg bereits fertig war, wurde jedoch der Landkreis zuständig. Die Folge: Das Verfahren musste wiederholt werden. „Es ist wichtig, dass wir die erste neue Verordnung für ein Wasserschutzgebiet im Landkreis jetzt beschließen“, betonte Ralph Bormann, Chef der bunten Fraktion Bauern, Freie Wähler, FDP. „Das ist wie ein Dosenöffner für die anderen Schutzgebiete“, sagte Bormann, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasser/Abwasser in Fehrbellin ist.

Neuruppin und Kyritz sind schon auf dem neuesten Stand

Die Verordnungen für die anderen Schutzgebiete sollen folgen. Der Landkreis hat mit der für das größte Wasserschutzreservoir angefangen, für das er zuständig ist. Das hat vermutlich auch die meiste Zeit gedauert. Die anderen Verordnungen werden wohl nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen, hofft die Sachgebietsleiterin Kathleen Bartsch. Bereits auf dem neuesten Stand befinden sich die Verordnungen für Neuruppin und Kyritz. In den dortigen Wasserwerken werden mehr als 2000 Kubikmeter Wasser pro Tag gefördert, für diese Verordnungen ist weiterhin das Land zuständig.

Das Trinkwasser in Ostprignitz-Ruppin hat laut Bartsch generell „eine sehr gute Qualität“. Demnach sind 98 Prozent der Einwohner an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen. Lediglich zwei Prozent der Leute nutzen noch private Brunnen, beispielsweise in Luhme und Repente bei Rheinsberg. Landesweit gibt es eine ähnliche Quote. Demnach sind sogar 98,6 Prozent am öffentlichen Trinkwassernetz.

Von Andreas Vogel

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