Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Landpartie für Langschläfer

Kuhhorst Landpartie für Langschläfer

Früh am Morgen startet die 23. Landpartie im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Noch lassen die Berliner auf sich warten. Zeit für die Amtstierärztin Simone Heiland, mit Michael Brinschwitz und dem Geschäftsführer des Ökohofs über die Lage in der Landwirtschaft zu diskutieren.

Voriger Artikel
Langer Tag der Jugend und Familientag
Nächster Artikel
„Two in One“ begeisterten mit feinstem Jazz

Eröffnung der 23. Landpartie: Simone Heiland, Hannes-Peter Dietrich und Michael Brinschwitz (v. l.) im Gespräch.

Quelle: Cornelia Felsch

Kuhhorst. Noch ist es recht still auf dem Ökohof Kuhhorst, nur eines der Sattelschweine schaut schon mal im Freigehege vorbei. Geschäftsführer Hannes-Peter Dietrich ist äußerst entspannt – es ist gerade zehn Uhr, die meisten Berliner schlafen noch. Abnehmer der Ökoprodukte kommen vorwiegend aus der Metropole. „Aber die ersten Besucher kommen meist erst am Mittag“, sagt der Geschäftsführer. Die ersten zwei Gäste sind dennoch eingetroffen – die Amtstierärztin Simone Heiland vom Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft sowie Michael Brinsch­witz, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Ostprignitz-Ruppin.

Heikle Themen für Landwirte

Die Amtstierärztin ist gekommen, um die 23. Landpartie im Landkreis offiziell zu eröffnen. Sie tut es mit wenigen Sätzen, so bleibt noch etwas Zeit um mit dem Chef der Kuhhorster über die aktuelle Lage im Öko-Landwirtschasftsbetrieb zu plaudern: Der Milchpreis steigt minimal, die eventuelle Anschaffung einer Milchtankstelle will gut überlegt sein, denn laut Vorschrift unterliegen Milchautomaten dem Mess- und Eichgesetz und müssen einen Kassenbeleg ausdrucken. Die Zeit, als der Enkel mit der Milchkanne loszog, sind vorbei und die Anschaffung der erforderlichen Kassensysteme sind nicht gerade preiswert. Bodenpreise und Schlachtbetriebe sind weitere Themen – es gibt immer weniger Schlachter in der Region. Gut, dass der Hakenberger Fleisch-Betrieb in unmittelbarer Nähe existiert und für umliegende Landwirte schlachtet und zerlegt – EU-gerecht und ökozertifiziert. Allerdings auch das nicht ganz problemlos, denn der Betrieb, der 1993 gegründet wurde, stößt mit sieben Angestellten oft an seine Grenzen.

Butterzartes Fleisch für Landwirte

Bei der Landpartie waren die Hakenberger Schlachter wie jedes Jahr mit Betriebs- und Weideführungen, geöffnetem Hofladen und Grillangeboten dabei. Schon früh am Morgen scharten sich die Ausflügler um den Smoker, das Lieblingsgerät des Geschäftsführers Jens Winter. Er schwärmt vom „dry-aged“-Reifeverfahren, dass sein Fleisch so butterzart und aromatisch macht, und erklärt ausführlich, aus welchen leckeren Teilen ein Rind besteht. „Da gibt es nicht nur Steaks, sondern auch Spare Ribs, Rinderbrust am Knochen oder Schaufelbraten. Jens Winter schwärmt von der Beschaffenheit der Fleischstücke und von den Sehnen, die butterzart werden, sich in köstliche Gelatine verwandeln und dem Fleisch einen unverwechselbaren Geschmack geben. „Ich nehme dann doch lieber eine Boulette zum Mitnehmen“, antwortet eine Dame und der Chef grämt sich, dass er noch nicht einmal dazu gekommen ist, das leckere Fleisch zu kosten.

In Linum interessieren sich die Besucher für die Aronia-Beeren von Gwendalina Bluhm. Sie sind allerdings noch nicht reif, erst im Juli lädt die Linumerin zur großen Ernte ein. Auf Rixmanns Hof sind die ersten Erdbeeren aus eigenem Anbau bereits am Mittag vergriffen. Gut, dass viele Kräuter und blühende Stauden im Angebot sind.

Von den 250 Direktvermarktern, die es im Landkreis gibt, haben sich 14 an der diesjährigen Landpartie beteiligt. „Ich wünschte mir, dass mehr Betriebe mitmachen würden“, sagt Simone Heiland.

Von Cornelia Felsch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg