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Ostprignitz-Ruppin Landrat rechnet mit 1800 Flüchtlingen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Landrat rechnet mit 1800 Flüchtlingen
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00:36 12.10.2015
Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Quelle: dpa
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Neuruppin

Nicht 1300 Flüchtlinge wird der Landkreis Ostprignitz-Ruppin bis zum Jahresende aufnehmen müssen, sondern 1800. Damit rechnet jedenfalls Landrat Ralf Reinhardt (SPD). Er verwies beim Kreistag am Donnerstag auf die neuesten Prognosen des Bundes, wonach bis zum Jahresende insgesamt bis zu 1,3 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland strömen werden. Reinhardt hat diese Zahl einfach auf die Kreisebene runtergerechnet. Denn eine offizielle Information vom Land über neue Aufnahmezahlen gibt es bisher nicht.

Trotz des großen Zustromes geht Reinhardt davon aus, dass Turnhallen nur als allerletzte Möglichkeit genutzt werden müssen, um Flüchtlinge unterbringen zu können. „Wir bemühen uns weiter um Wohnungen. Wir werden aber nicht umhin kommen, auch Gemeinschaftsunterkünfte zu errichten und Notquartiere vorzubereiten“, so Reinhardt. Mitarbeiter der Kreisverwaltung haben deshalb bereits in der gesamten Region Gebäude angeschaut, die sich als Notunterkünfte eignen könnten. Diese sollen aber nur für „eine überschaubare Übergangszeit“ genutzt werden. Zudem würden die Einwohner der betreffenden Orte zuvor informiert, sagte Reinhardt.

Auch Container an bestehenden Heimen sind im Gespräch

Zugleich prüft der Kreis, ob die Kapazitäten in den Heimen in Neuruppin und Wusterhausen erweitert werden können, beispielsweise durch Wohncontainer in der Nähe. „Hauptaufgabe“ sei, so Reinhardt, Flüchtlinge, die eine Bleibeperspektive haben, zu integrieren. Das gehe vor allem durch Sprachkurse. Weil die vom Bund finanzierten längst nicht reichen, hat der Kreis über die Volkshochschule und das Jobcenter Kurse organisiert. Jedoch sei der Bedarf weitaus höher, räumte Reinhardt ein.

Fast ein Viertel der bisher im Landkreis aufgenommenen Flüchtlinge kommen aus Syrien, die wohl bleiben dürfen. Die Zahl der Afghanen und der Menschen aus Eritrea, die ebenfalls vor dem Krieg in ihrem Land flüchten, steigt gleichfalls.

Kritik übten die Linken an der Flüchtlingspolitik des Landrates. „Ich blicke mit Sorge auf den Winter“, sagte Freke Over. Der Rheinsberger forderte, dass der Kreis ein Generalangebot an alle Vermieter in der Region unterbreitet, um die Flüchtlinge aufnehmen zu können. „Dann brauchen wir auch keine Turnhallen zu nutzen“, so Over, der als Chef des Ferienlandes Luhme selbst ein Ferienlager betreibt. Einen Generalauftrag an die Vermieter lehnt der Landkreis ab. „Wir müssen trotz allem sparsam sein“, betonte Reinhardt. Laut Rheinsbergs Ortschef Sven Alisch (SPD) werden wohl bald auch das Schlosshotel in Rheinsberg und der Lindengarten in Kleinzerlang Flüchtlinge aufnehmen. Zudem sollen ab November knapp 100 Asylbewerber in Lögow (Gemeinde Wusterhausen) untergebracht werden.

Von Andreas Vogel

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