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Ostprignitz-Ruppin Landsenioren schnuppern Landluft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Landsenioren schnuppern Landluft
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00:19 17.06.2017
Erbsenzählen: Landsenioren aus dem gesamten Landkreis Ostprignitz-Ruppin kamen zur Stippvisite nach Wernikow. Quelle: Christamaria Ruch
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Wernikow

„Probieren wir mal die Landwirtschaft.“ Dieser Satz stammt von Landwirt Hans-Heinrich Grünhagen und ist mittlerweile mehr als 25 Jahre alt. Denn der Hof Grünhagen in Wernikow existiert seit Herbst 1991. Und aus dem Probieren entwickelte sich ein Agrarbetrieb, der breit aufgestellt ist.

Für die Landsenioren aus Ostprignitz-Ruppin – ehemalige Mitarbeiter von Agrarunternehmen – gehört der Besuch eines Hofes alljährlich zu den Höhepunkten im Veranstaltungs-Kalender. Eher zufällig bahnte Landseniorenchef Edgar Dumke im vorigen Jahr den Ausflug nach Wernikow an. „Wir haben uns in Potsdam auf einer Demonstration getroffen und das gleich besiegelt“, erinnert sich der 78-Jährige. Damit wird deutlich, dass sich die Landsenioren nach wie vor für Fachthemen und Agrarpolitik interessieren. Mehr als 40 Frauen und Männer folgten am Mittwoch dem Ruf nach Wernikow. „Das ist immer auch eine Wertschätzung für den Betrieb und für beide Seiten interessant“, so Edgar Dumke.

Nach der Besichtigung war noch gute Laune an der Kaffeetafel angesagt. Quelle: Christamaria Ruch

Hans-Heinrich und Thekla Grünhagen stehen dem Hof Grünhagen vor. Durchschnittlich 20 Mitarbeiter sind dort im Jahresverlauf beschäftigt. „Viele Steine, viel Sand und wenig Ernte“, fasst der 51-Jährige die Qualitäten seiner Sandböden zusammen.

Doch damit gab er sich nicht zufrieden. Auf 570 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche setzt Grünhagen inzwischen Trommel- und Kreisregner ein. Damit wird ein Drittel dieser Flächen beregnet. „Die Beregnung ist existenziell für uns; würden wir darauf verzichten, gäbe es uns nicht mehr“, bekennt Grünhagen. Vor allem Raps, Erbsen, Weizen, Kartoffeln und Mais erhalten zusätzliches Wasser. „Mais und Kartoffeln sind die dankbarsten Früchte – dort steigt der Ertrag mit Hilfe der Beregnung um 50 Prozent“, sagt er. Bei diesen beiden Kulturen erzielt der Hof den größten Umsatz. Bei der Spezialfrucht Topinambur „sind wir mit 42 Hektar der größte Anbaubetrieb in Deutschland“, so Grünhagen. Zwischen 800 und 1000 Tonnen liegt der jährliche Ertrag. Sowohl im Inland als auch dem Europäischen Ausland wird Topinambur verarbeitet.

Das Zauberwort heißt Beregnung. Quelle: Christamaria Ruch

Insgesamt bewirtschaft der Agrarbetrieb 1600 Hektar, davon 1400 Hektar Ackerland. Mit 110 Hektar landwirtschaftlicher Fläche startete das Ehepaar 1991. Außerdem arbeitet Grünhagen seit 1997 gemeinsam mit seiner Frau als Lohnunternehmer. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Maisanbau, Maisaufkauf sowie Maishandel. Für die Zukunft des Hofes sind die Ziele gesteckt. Dabei baut der Landwirt den Energiebereich von Biogas, Photovoltaik und Windenergie aus.

„Die Herausforderung für uns ist derzeit die Suche nach geeigneten Fachkräften“, räumt Hans-Heinrich Grünhagen ein. Den Nachwuchs auszubilden gehört zu den Selbstverständlichkeiten. Doch gerade erst brach ein Jugendlicher im zweiten Lehrjahr die Ausbildung ab. „Da waren falsche Erwartungen an den Beruf dabei“, sagt Grünhagen. Im August beginnt ein Schulabgänger die Ausbildung zum Landwirt.

Seit letztem Jahr setzt der Hof auch auf den Anbau von Erbsen. 50 Hektar sind bestellt und stehen derzeit in voller Blüte. „Bei Erbsen erzielen wir einen hohen Deckungsbeitrag“ sagt Thekla Grünhagen. Diese Kultur lässt sich sehr gut in der Stärkefabrik vermarkten, sie dient der Eiweißgewinnung sowie als Futtermittel. „Unser Unternehmen ist groß genug, um auch neue Kulturen auszuprobieren“, sagt sie.

Von Christamaria Ruch

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