Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Landwirt wegen Biberdamm verärgert

Herzberg Landwirt wegen Biberdamm verärgert

Ein Biberdamm hält Siegfried Krause aus Herzberg (Ostprignitz-Ruppin) auf Trab. Jeden zweiten Tag kontrolliert er das Bauwerk im Königsgraben. Wird der Damm nämlich zu hoch, könnte die angrenzende Kuhweide überflutet werden. Viel tun lässt sich gegen den Biber allerdings nicht.

Voriger Artikel
Hilfspaket für Milchbauern
Nächster Artikel
Einbrecher räumen Fleischerei aus

Unermüdlicher Dämmebauer: Biber.

Quelle: dpa

Herzberg. Immer der gleiche Ärger: Jeden zweiten Tag, wenn Siegfried Krause nach seinen Kühen schaut, kontrolliert er auch, ob der Biber seinen Staudamm im Königsgraben schon wieder höher gebaut hat. Wird der Damm nämlich zu hoch, droht die Weide zu überfluten. Einmal ist das schon geschehen. Seitdem überwacht der Herzberger den Staudamm.

Stapeln sich Äste und Zweige dort zu hoch, ruft Krause beim Fehrbelliner Wasser- und Bodenverband Rhin-/Havelluch an. Dessen Mitarbeiter tragen den Damm dann ab. Auf Dauer keine Lösung, findet Krause. „Ich renne da jeden zweiten Tag hin und schaue, wie hoch das Wasser ist“, beschwerte sich Krause vor kurzem in der Gemeindevertretersitzung. „Das kann es doch einfach nicht sein.“

Ausrücken bei Dammalarm

Viel tun lässt sich gegen den Biber allerdings nicht. Nachdem die Wiese vor zwei Jahren unter Wasser gestanden hatte, hatte sich der Wasser- und Bodenverband mit Fachleuten von der Unteren Naturschutzbehörde getroffen und beraten. Mit den Experten habe man sich damals darauf geeinigt, den Damm bei Überflutungsgefahr um etwa 20 Zentimeter abzutragen, sagte der Geschäftsführer Helmut-René Philipp. Zwei Mal in diesem Jahr wäre der Verband schon wegen des Staudamms im Königsgraben alarmiert worden. Beide Mal rückten die Mitarbeiter aus, um den Damm oberhalb der Bahnlinie zu verkleinern. Alles in allem kein großes Problem nach Einschätzung Philipps. „Wir haben ein sehr trockenes Jahr“, sagt Philipp. „Der Königsraben ist jetzt vielleicht etwas voller als ohne den Biberstaudamm.“

Abschuss ausgeschlossen

Krause würde sich eigentlich wünschen, dass der Biber für immer aus dem Königsgraben verschwindet. „Auf der Wiese stehen lauter Binsen“, ärgert er sich. „Das kann keine Kuh fressen.“ Doch nach dem Gespräch mit den Experten ist Philipp sich sicher, dass andere Maßnahmen wie etwa das Umsetzen des Tieres „eigentlich nichts bringen“. Ziemlich schnell würde ein anderer Biber den Königsgraben als sein Terrain erobern, hatten die Fachleute vorausgesagt. Ein Abschuss des Bibers ist ohnehin ausgeschlossen. Bleibt als einzige Hoffnung für Krause: Der Biber gibt wegen der ständigen Rückbauten irgendwann auf.

Von Frauke Herweg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg