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Landwirte wehren sich gegen Generalverdacht

Neuruppin Landwirte wehren sich gegen Generalverdacht

Zurückgewiesen hat am Montag der Kreisbauernverband Ostprignitz-Ruppin Befürchtungen, wonach das Grund- und das Trinkwasser in der Region zu viel mit Nitrat belastet sein könnte. Demnach liegt der Nitratgehalt gerade mal bei 5 Milligramm je Liter, der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm je Liter. „Unser Wasser hat eine sehr gute Qualität“, sagte Verbandschef Sven Deter.

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Mit dem blauen Robur-Bus, mit dem Reinhard Rogge aus Protzen oft für das RBB-Fernsehen unterwegs ist, sah sich Landrat Ralf Reinhardt (l.) am Montag auf Einladung des Kreisbauernverbandes bei Landwirtschaftsbetrieben in Fehrbellin und Wustrau um.

Quelle: Andreas Vogel

Hakenberg. Energisch zurückgewiesen hat am Montag der Kreisbauernverband Ostprignitz-Ruppin Behauptungen, dass das Grund- und das Trinkwasser in der Region durch den Einsatz von Düngemittel zu viel mit Nitrat belastet sein könnten. „Der jüngste Bericht des Bundesumweltamtes bezog sich vor allem auf Niedersachsen, und nicht auf Brandenburg“, sagte Michael Brinschwitz, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Demnach liegt die Nitratbelastung des Grundwassers im Landkreis bei etwa 5 Milligramm je Liter, zulässig sind 50 Milligramm je Liter. „Wir haben eine sehr gute Qualität. Unser Trinkwasser ist nicht gefährdet, schon gar nicht durch die Landwirtschaft“, betonte Sven Deter, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes.

3000 Milchkühe weniger innerhalb von zwei Jahren

Der Verband hatte am Montag Landrat Ralf Reinhardt (SPD) zu einer kleiner Rundreise zu Landwirtschaftsbetrieben in der Gemeinde Fehrbellin eingeladen, um dem obersten Verwaltungschef der Region zu zeigen, in welchen Bereichen Landwirte Probleme haben – entweder durch Vorschriften der Europäischen Union (EU) oder durch Regularien des Landkreises. Schließlich ist allein die Zahl der Milchkühe, die in Ostprignitz-Ruppin gehalten werden, in den vergangenen zwei Jahren um etwa 3000 auf 10 000 Tiere gesunken, sagte Brinschwitz.

Eine Ursache dafür sei der niedrige Milchpreis, den die Landwirte erhalten; eine andere die wachsenden Anforderungen, die an die Betriebe gestellt würden. Daran scheiterten vor allem kleinere Unternehmen, so Deter. Dabei sollte doch die Vielzahl der kleinen und großen Landwirtschaftsbetriebe erhalten werden. Die Vielfalt sei aber in Gefahr, wenn Unternehmen, die weniger als eine Kuh je Hektar Betriebsfläche haben, genau dieselben Anforderungen erfüllen müssten wie Betriebe, die vier oder gar fünf Rinder je Hektar halten. Zudem befürchtet Hellmuth Riestock, der Chef der Rhinmilch Agrargesellschaft, dass mit der neuen Düngeverordnung, der der Bundesrat Ende März zugestimmt hat, weitere Belastungen auf die Landwirte zukommen werden.

Landwirte: Schlachtgebühren sind zu hoch

Um so wichtiger sei, dass der Landkreis die Landwirtschaftsbetriebe in der Region, die ihre Produkte direkt vor Ort vermarkten, besser unterstütze, sagte Verbandschef Deter. Beispielsweise bei den Gebühren für die tierärztliche Untersuchung der Rinder und Schafe, die bei der Hakenberger Fleisch GmbH (Hafleg) geschlachtet werden. Die Gebühren richten sich nach der Anzahl der geschlachteten Tiere. Sind es mehr als 1000 Tiere pro Jahr, muss die Hafleg fast 30 Euro je Tier für die Untersuchungen zahlen, sagte Geschäftsführer Jens Winter.

Die Gebühr müsse kostendeckend sein, sagte Landrat Reinhardt. Alternativ könnte es höchstens einen Zuschuss über die Kreisumlage geben. Mit dieser finanzieren die Städte, Ämter und Gemeinden die Aufgaben der Kreisverwaltung. Über die Höhe der Umlage entscheidet der Kreistag jedes Jahr aufs Neue.

Von Andreas Vogel

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