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Ostprignitz-Ruppin Lange Nacht der Kirche in Lindow
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lange Nacht der Kirche in Lindow
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00:17 15.06.2016
Die Lindower Kantorei sang in der katholischen Kirche. Quelle: Buddeke
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Lindow

Auf ein neues! Die Lange Nacht der Kirche ist im vergangenen Jahr derart gut eingeschlagen, dass die Organisatorin – Kantorin Karin Baum – allen Grund für eine Neuauflage sah. Und was Kirchen betrifft – da ist die Drei-Seen-Stadt immerhin so reich gesegnet wie an Seen. Insofern wartete auf die Besucher auch in diesem Jahr ein dreiteiliges Konzert in drei Lokationen. Überdies gab es auch Zeit zum Plaudern, Schlemmen und Besinnen auf dem Hof des Gemeindehauses und im Garten der katholischen Kirche.

Gut 40 Zuhörer haben sich bereits am frühen Samstagabend in der Klosterkirche eingefunden: der Open-Air-Kirche auf dem Klostergelände – just da, wo früher die Kirche der Nonnen stand. Pfarrer Holger Baum gestaltet die Andacht zum Thema „Licht“ – dazu musiziert der Lindower Bläserkreis. „Wegen Krankheit leider in sehr abgespeckter Variante“, bedauert Karin Baum. Insofern ist es von Vorteil, dass das Publikum dem Aufruf zum Mitsingen freudig folgt und die Bläser stimmgewaltig unterstützt.

Jack Day an der Orgel. Quelle: Buddeke

Das nächste Schmankerl ist der Auftritt von Jack Day in der Stadtkirche. „Ich bin froh, dass wir ihn gewinnen konnten“, sagt Karin Baum, die den Organisten und Komponisten gern auch bei den Lindower Sommermusiken dabei gehabt hätte – leider scheiterte dies an Jack Days Terminkalender.

„Große Werke der Romantik auf kleiner Orgel“ – so hätte das Konzert betitelt werden sollen. „So klein ist unsere Orgel zwar gar nicht – aber es gibt deutlich größere“, leitet Karin Baum das Konzert ein. Jack Day seinerseits zeigte, wie groß die Lindower Orgel klingen kann. Schon beim Elert’schen Choralvorspiel lässt er die Register förmlich qualmen. „Haben Sie das Motiv erkannt?“, fragt er die 50 Zuhörer, denen er das Grundmotiv zuerst einzeln vorgespielt hat. „Ich finde, der Komponist versteckt seine Choräle sehr gut.“ Jack Day liebt es, seinem Publikum spielerisch ein Stück Musikgeschichte und Musiktheorie mit auf den Weg zu geben. Auch die folgende Sonate „Der 94. Psalm“ von Julius Reubke hat es in sich. „Eines der beiden großen Werke, die er uns hinterließ“, erzählt Day über den jung verstorbenen Komponisten. Die Sonate, die dem Organisten etliche technische Schwierigkeiten abverlangt, ist im Gesamtbild unruhig und düster – schon weil es im Psalm um Rache geht. Verstärkt wird das durch die dominanten Fußregister: der Subbass, der wie eine sehr tiefe Flöte klingt, und das Violon, das an den Kontrabass erinnert. Gerade beim Reubke zeigt sich, dass die Orgel eine Königin ist – mit all ihrer orchestraler Wucht und den unglaublich vielen Klangfarben von Piccoloflöte über Trompete bis zur Klarinette oder Oboe.

Die Bläser spielen auf dem Gelände der Klosterkirche. Quelle: Buddeke

Dann zeigt Jack Day den Lindowern, dass sie eigentlich zwei Orgeln haben: 1910 wurde sie als romantische Orgel gebaut, in der Nachkriegszeit wurden leichtere Farben eingebaut. „Sie ist pneumatisch, klingt aber durchaus wie eine Barockorgel“, schwärmt er und erbringt den Beweis mit Bach und Byrds Variationen zu „John come kiss me now“, sowie zwei seiner wunderbaren Improvisationen.

Zu später Stunde ziehen die Zuhörer dann zur katholischen Kirche mit ihrer wunderbaren Akustik weiter, wo Eremit Jürgen Knobel sie empfängt: für ein Konzert der Lindower Kantorei und des Flötenkreises.

Von Regine Buddeke

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