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Lange Nacht der Künste

Rheinsberg Lange Nacht der Künste

An 21 Orten rund um das Rheinsberger Schloss erlebten am Sonnabend rund 500 Besucher Konzerte, Lesungen, Führungen und Ausstellungen. Bereits zum 20. Mal fand die Benefiz-Veranstaltung statt, die in diesem Jahr zu Gunsten des Köpernitzer Gutshauses durchgeführt wurde.

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Die beiden Orgeln in der St. Laurentiuskirche erstrahlten während des Konzerts in rotem und blauem Licht.

Quelle: Cornelia Felsch

Rheinsberg. Gleich vier neue Pauken sorgten im Rheinsberger Schlosstheater am Sonnabend für einen fulminanten Auftakt zur 20. Langen Nacht der Künste. Mit den neuen Kesselpauken eröffnete das Bläserensemble der Kreismusikschule Ostprignitz-Ruppin unter der Leitung des Musikschul-Chefs Harald Bölk den Abend.

Rund 500 Besucher erlebten ein Ereignis mit viel Kultur. Anregende Gespräche, Lesungen, Konzerte, Führungen, Vorträge und Offene Ateliers erwarteten die Gäste – 40 Veranstaltungen an 21 Orten standen auf dem Programm.

„Erleben Sie wunderbare Eindrücke an diesem lehrreichen und unterhaltsamen Abend und gönnen Sie sich den Luxus der Unerreichbarkeit“, sagte der Leiter des Kurt-Tucholsky-Literaturmuseums, Peter Böthig zur Eröffnung. „Ich werde immer wieder gefragt, was ich denn als Höhepunkt empfehlen würde. Und da kann ich nur sagen, der Abend ist der Höhepunkt.“

Das hat sich in vergangenen Jahren herumgesprochen. 1997 fing alles an. Mit dem Oder-Hochwasser wurde in Rheinsberg die Idee geboren, mit kulturellen Benefiz-Veranstaltungen zu helfen. Mehr als 8000 Besucher konnten seitdem an diesen Abenden begrüßt werden. Mit den Einnahmen in Höhe von 72 000 Euro wurden bisher viele Rheinsberger Kultureinrichtungen und Vereine gefördert. Von der Kammeroper und der Musikakademie, über Schloss- und Keramikmuseum bis hin zur St. Laurentiuskirche und der Stadtbibliothek. In diesem Jahr geht der Erlös an den Förderverein des Kultur-Gutshauses Köpernitz. Die Lange Nacht der Künste ist eine Initiative Rheinsberger Kultureinrichtungen und Gastronomen unter Schirmherrschaft des Kunst- und Kulturvereins.

Musikalisch bot der Abend eine Vielfalt an Klangwelten – Höhepunkten aus Musicals und Filmmusiken, gespielt von der Bigband. Da-Da-Lieder in der Musikbrennerei, Opernarien, Orgelmusik und deutsch-arabisches Kindermusiktheater standen auf dem Programm. Preisträger der Kammeroper und des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ präsentierten Ausschnitte aus ihrem Repertoire. An Farbigkeit ließ der Abend in keiner Weise zu wünschen übrig. Die Spaziergänger, die im eiligen Tempo zum nächsten Ereignis schritten, erlebten Rheinsberg keineswegs grau, sondern koloriert. Die Musikakademie erstrahlte blau, der Obelisk auf dem Triangelplatz wechselte seine Farben wie ein Chamäleon. Die Säulen in der Laurentiuskirche und die Orgeln, an der die Kirchenmusikerin Juliane Felsch-Grunow ihr Konzert „Meer-Musik“ gab, erstrahlten in rotem Licht.

Schwedische Künstler der Strängnas Künstler-Akademie zeigten ihre vielfältigen Werke in der Schloss-Remise. Digitale Fotokunst, Zeichnungen, Pastelle, Aquarelle, Gobelins und eine Video-Installation gibt es dort bis zum 11. Dezember zu sehen. Ihre Opernbilder, die Silke Thal während der Vorstellungen der Kammeroper gemalt hat, stellte die Künstlerin bei einer Vernissage im Ratskeller vor. Der Rheinsberger Künstler Tony Torrilhon zeigte in seinem Atelier „Fliegende Gestalten mit und ohne Federn“. In der Amtsstube des Kavalierhauses trafen sich Gesprächspartner, um über vergangene und kommende Projekte zu informieren. So steht im kommenden Jahr eine Tucholsky-Oper in Rheinsberg auf dem Programm. Der Direktor der Kammeroper, Frank Matthus, sprach mit dem Stadtschreiber Christoph Klimke und dem amerikanischen Komponisten James Reynolds über die gemeinsame Arbeit. „Es soll keine Tucholsky-Biografie werden“, sagte Christoph Klimke, der sich bereits auf die Suche nach Liebesgeschichten, Briefen und weniger spektakulären Texten aus dem Leben des großen Publizisten der Weimarer Republik gemacht hat. „Tucholsky hatte viele Frauen. Liebesgeschichten und Abschiedsbriefe ergeben schon mal den passenden Stoff für eine Oper.“ Tucholskys Frauen und seine Pseudonyme werden eine Rolle spielen, aber auch sein früher Tod. „Die Sterbeszene soll am Anfang der Oper stehen und das Leben des Schriftstellers wird dann am Publikum vorüberziehen.“

Das Leben spielt auch in den Büchern der Autoren Jutta Voigt und Bernd Donner die entscheidende Rolle. Beide lasen am Sonnabend aus ihren Werken. Der Vorsitzende des Fördervereins des Köpernitzer Gutshauses, Bernd Donner, gerät als Held seiner Erzählung „Wer sagt Dir, dass es so gewesen ist“ in turbulente Ereignisse früherer Jahre und beschreibt diese auf gewohnt kurzweilige Weise, so dass während der Lesung viel gelacht wurde.

Von Cornelia Felsch

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