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Lange Nacht des Theaters zum Saisonabschluss

20 Jahre Theatersommer Netzeband Lange Nacht des Theaters zum Saisonabschluss

Der imaginäre Vorhang fällt wie jedes Jahr im Spätsommer. Dann feiert das Ensemble des Theatersommers Netzeband sich selbst und ein gelungene Saison. „Eine unendliche Geschichte“, hofft Frank Matthus, vor 20 Jahren Mitbegründer des Theatersommers. Es war ein gutes Jahr, sind sich alle einig. Zur letzten Vorstellung kamen mehr als 400 Zuschauer.

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Spielwütig: auch nach dem letzten Vorhang dachte das Ensemble nicht daran, die Bühne zu verlassen.

Quelle: Regine Buddeke

Netzeband. Das Herz in seinem Innersten hat Peer Gynt zeitlebens nie gefunden. Wie eine Zwiebel pellt er am Ende seines Lebens Haut für Haut seiner wechselnden Existenzen von sich ab – ohne auf den Kern zu stoßen. Ein tragischer Stoff, und immer wieder aktuell. Und für das Team des Theatersommers Netzeband nunmehr ein Stück Geschichte. Eine glücklichere, als sie der Held hatte.

Zur finalen Vorstellung am Samstagabend mussten zusätzliche Stühle herangeschleppt werden, weit mehr als 400 Zuschauer waren gekommen, um „Peer Gynt“, die erste Netzebander Regiearbeit des Norwegers Andree Solvik zu erleben. Nach dem furiosen Schlussapplaus heißt es für die Theatermacher erst einmal Abschied zu nehmen. Und das wurde wie gewohnt zünftig gefeiert: bei der Langen Nacht des Theaters.

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Fulminanter Abschied: Zur Abschlussvorstellung des „Peer Gynt“ kamen mehr als 400 Besucher nach Netzeband. Anschließend wurde in der Temnitzkirche ausgiebig gefeiert: mit schauspielerischen Einlagen, der Vergabe des Ringes der Nibelungen für herausragende Leistungen und schlussendlich mit Livemusik zum hemmungslosen Abtanzen.

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„Es war ein erfolgreicher Sommer“, bringt es Schauspielerin Uschi Schneider, die den Abend moderiert, auf den Punkt und bedankt sich im Namen des Ensembles bei den „Küken“, den Neuzugängen, von denen es in dieser Saison einige gab. Neben Solvik sind das Christine Hofer, die mit dem „Zauberer der Smaragdenstadt“ ein märchenhaftes Regie-Debut auf die Bretter zauberte. Auch ihr Ausstattungsleiter Dirk Seesemann ist neu im Boot – genauso wie die Maskenbildnerin Friederike Klaue und Kostümchefin Katrin Wittig, die dem „Peer Gynt“ Glanz und grandiose Optik verliehen.

„Ich wusste nicht wirklich, was mich erwartet“, gesteht Andree Solvik bei der Denieren-Feier. Gleich zu Beginn habe er den ersten Fehler gemacht – und stand zur Probe allein da. „Irgendwie habe ich nicht daran gedacht, dass die meisten der Semiprofessionellen ja zur Arbeit oder Schule gehen.“ Was ihn enorm beeindruckt habe, sei die Energie und selbstlose Hingabe aller Akteure gewesen, sagt er schwärmend über sein Ensemble. „Ich kann es immer noch kaum begreifen und ziehe den Hut. Ihr habt mich immer wieder verzaubert.“ Christine Hofer kann dem nur zustimmen. „Es war ungewöhnlich: im Wohnwagen zu leben. Und wenn man proben will, regnet es.“ Am ersten Tag sei sie im schwarzen Anzug gekommen, wie das im Theater so üblich ist. Am zweiten dann in Gummistiefeln. Dirk Seesemann bezeichnet die Saison als wunderbare und sonderbare Erfahrung. „Schön, wieder drei eingefangen zu haben, die für Netzeband brennen“, sagt Uschi Schneider verschmitzt und hofft auf ein Wiedersehen.

Lena Mellin wird in diesem Jahr mit dem Nibelungenring geehrt

Lena Mellin wird in diesem Jahr mit dem Nibelungenring geehrt.

Quelle: Regine Buddeke

Später liest Trollkönig-Darsteller Andreas Klein aus dem demnächst erscheinenden Buch des Wahl-Netzebanders Christhard Läpple vor, in dem dieser die Erfolgsgeschichte des winzigen Theaterortes in Worte gegossen hat.

Dann erobert sich das Ensemble die Bühne zurück. „Darf ich Ihnen mein Herz zu Füßen legen?“, fragen in wechselnden Szenen Romeo, James Bond und zwei Engel für Charlie. Der Effekt ist immer derselbe – das Herz erweist sich als Ziegelstein, mit dem einer den anderen zu Boden schlägt: Drama, Baby! Am Ende liegen ziemlich viele Herzen auf der Bühne, zwischen den Darstellern. Eine schöne Metapher dafür, dass das Ensemble sein Herz dem Publikum zu Füßen legte – und andersherum auch.

„Darf ich Ihnen mein Herz zu Füßen legen?“ fragt folgerichtig auch Frank Matthus, Mitbegründer des Theatersommers, alle auf der Bühne Versammelten: seine Huldigung an die geleistete Arbeit der vergangenen Monate. 20 Jahre gebe es den Theatersommer nun schon: „Ich hoffe, dass es eine unendliche Geschichte ist.“

Neue Familienstück-Idee

Neue Familienstück-Idee? Frank Matthus wünscht sich, der Theatersommer möge zur „Unendlichen Geschichte“ werden.

Quelle: Regine Buddeke

Den alljährlich verliehenen Nibelungen-Ring erhält am Sonnabend Lena Mellin, die die Trollkönigstochter spielte und im Familienstück mit tanzte. 2012 startete sie als „Tanzgirl“ – damals erhielt ihre ältere Schwester den Nibelungen-Ring für ihre Gretchen-Darstellung. „Ich bin ihr dankbar, dass ich durch sie auf Netzeband aufmerksam wurde. Obwohl ich es zuerst gehasst habe, weil ich den ganzen Sommer keine Schwester hatte“, bekennt sie. Jetzt sei es auch ihr Traum: „Tanzen und spielen – das wollte ich schon immer.“

Von Regine Buddeke

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