Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Langfinger muss ins Gefängnis

Neuruppin Langfinger muss ins Gefängnis

Ein 29-Jähriger muss ins Gefängnis, unter anderem weil er einer 81-Jährigen im März 2015 das Portemonnaie, im Supermarkt Kosmetikartikel für 138 Euro gestohlen hat. Das Neuruppiner Amtsgericht verurteilte ihn zu einem Jahr und zwei Monaten. Eine Aussetzung zur Bewährung kam nicht mehr in Betracht. Der Angeklagte beging die Taten unter laufender Bewährung.

Voriger Artikel
G-20-Gipfel-Gegner lärmen die ganze Nacht
Nächster Artikel
Bald wieder Bauarbeiten am See


Quelle: dpa

Neuruppin. Mit der Strafe von einem Jahr und zwei Monaten kann Phillip V. leben, nicht aber damit, dass er diese Zeit im Gefängnis absitzen muss. Seinen Missmut brachte der 29-Jährige deutlich zum Ausdruck.

Angeklagter für einen „bunten Strauß“ an Straftaten verurteilt

Das Neuruppiner Amtsgericht verurteilte ihn am Montag unter anderem wegen Diebstahls und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. „Einen bunten Strauß“ an Straftaten nannte es die Vorsitzende Richterin Kathrin Reiter. Sie kreidete dem Angeklagten eine „erhebliche kriminelle Energie“ an. Der arbeitslose Mann hatte im März 2015 in Neuruppin einer 81-Jährigen das Portemonnaie aus dem Fahrradkorb gestohlen. Darin befand sich neben der Bankkarte und 20 Euro ein bereits unterschriebener Überweisungsbeleg. Den ergänzte Philipp V., indem er seine Kontodaten und einen Betrag von etwa 1900 Euro einsetzte. Wie er ausgesagt hatte, wollte er davon Schulden bezahlen. Bei der Sparkasse gab sich der Angeklagte als Enkel der Bestohlenen aus. „Ich brauche das Geld sofort“, drängte er die Bankmitarbeiterin. Es kam jedoch weder zu einer Überweisung noch einer Auszahlung, da er die zur EC-Karte benötigte Pin nicht hatte.

Angeklagter war nicht so sturzbetrunken, wie er glauben machen wollte

Am Herrentag kam es zu einer lautstarken Auseinandersetzung mit seiner Freundin in der gemeinsamen Wohnung. Der herbeigerufenen Polizei öffnete V. erst nach mehrfacher Aufforderung die Tür, rempelte den Beamten an und spuckte ihm, als er am Boden lag, ans Hosenbein. Phillip V. hatte sich darauf berufen, völlig betrunken gewesen zu sein. „Wir glauben nicht, dass sie die Polizei nicht erkannt haben. So sturzbetrunken waren sie nicht“, sagte Richterin Reiter.

Zeuge kam nicht – Jetzt wird es für ihn teuer

Einen Monat später ließ der Angeklagte im Neuruppiner Kaufland Kosmetikartikel im Wert von 138 Euro mitgehen, die er verkaufen wollte. Er wurde vom Ladendetektiv erwischt. Der erschien zum gestrigen Termin nicht. Bereits am vergangenen Verhandlungstag hatte das Gericht vergeblich auf ihn gewartet und musste deshalb den gestrigen Tag anberaumen. Nun muss der säumige Zeug ein Ordnungsgeld von insgesamt 250  Euro zahlen. Außerdem beantragte Verteidiger Michael Antonow, ihm die Kosten für den zusätzlichen Prozesstag aufzuerlegen.

Der Diebstahl in dem Supermarkt war per Videokamera aufgezeichnet worden. Die Aufnahme zeige, „dass der Angeklagte jedes Gefühl für Unrecht verloren“ habe. Während am gegenüberliegenden Regal die Verkäuferin Ware einräumte, habe er in aller Seelenruhe das Diebesgut eingepackt, so der Staatsanwalt.

Unter Bewährung und dann erneut gestohlen

Phillip V. ist einschlägig vorbestraft. Und hat noch ein Urteil offen. 2016 hatte er ebenfalls bei Kaufland 40 Mascara, bei Edeka neun Flaschen Havanna Club gestohlen. Dafür gab es eine Strafe von sechs Monaten ohne Bewährung. Damit war er nicht einverstanden und legte Rechtsmittel ein. Wie es in dem Urteil hieß, sehe Phillip V. Diebstähle als „Kavaliersdelikt“ und er scheine nicht abgeneigt, weitere zu begehen. Das hat sich bewahrheitet. Davon hielt ihn auch nicht die laufende Bewährung ab. Mit ein Grund, warum das Gericht ihn jetzt ins Gefängnis schicken will.

Von Dagmar Simons

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg