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Ostprignitz-Ruppin Langsamste Polizei plötzlich die Schnellste
Lokales Ostprignitz-Ruppin Langsamste Polizei plötzlich die Schnellste
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22:06 01.12.2015
Die Polizisten in Ostprignitz-Ruppin sind häufig schneller vor Ort als ihre Kollegen anderswo. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Die Polizisten in Ostprignitz-Ruppin benötigen im Durchschnitt nur 23,07 Minuten von der Bearbeitung eines Notrufes bis zum Eintreffen am Einsatzort. „Sie sind damit die Schnellsten im Land“, sagte am Dienstag Ingo Decker, Sprecher des Potsdamer Innenministeriums. Im Landesdurchnitt sind die Beamten nach 25,44 Minuten am Einsatzort. Decker korrigierte damit einen Fehler, der bei einer Antwort von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) auf eine parlamentarischen Anfrage des Landtagsabgeordneten Thomas Jung von der Alternative für Deutschland (AfD) entstanden war.

11 000 Einsätze

Im vergangenen Jahr mussten die Beamten der Polizeiinspektion Ostprignitz-Ruppin wegen mehr als 7800 Straftaten und knapp 3200 Verkehrsausfällen im Landkreis ausrücken.

Im Gegensatz zum Rettungsdienst, der bei 95 Prozent der Einsätze innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein soll, gibt es bei der Polizei keine klar definierten Hilfsfristen. Das Gerücht, dass die Polizei bei der Hälfte ihrer Einsätze spätestens in 22 Minuten vor Ort sein soll, wird vom Innenministerium nicht bestätigt. Das Ziel sei immer, möglichst schnell am Einsatzort zu sein, heißt es lediglich.

Die Polizeiinspektion Ostprignitz-Ruppin gehört zur Polizeidirektion Nord mit Sitz in der Fontane­stadt. Die Polizeidirektion umfasst Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Oberhavel. In den drei Kreisen leben rund 390 000 Menschen. Die Polizeidirektion hat etwa 1000 Mitarbeiter.

Schröter hatte am Wochenende erklärt, dass die Polizei in Ostprignitz-Ruppin im Schnitt 27,39 Minuten bis zum Einsatzort benötigen würde. Damit wären die Beamten der Neuruppiner Polizeiwache die langsamsten im Land. „Das ist aber nicht so“, betonte am Dienstag Ministeriumssprecher Decker. Vielmehr habe es „ganz offensichtlich einen menschlichen Fehler“ gegeben. Dabei wurden die Einsatzzeiten der Polizei von Ostprignitz-Ruppin (OPR) und Oberspreewald-Lausitz (OSL) verwechselt. „Das tut uns leid“, so Decker. Demnach braucht die Polizei in Oberspreewald-Lausitz mit durchschnittlich 27,39 Minuten am längsten in Brandenburg, um nach dem Notruf zum Einsatzort zu gelangen. „Es gibt also in Ostprignitz-Ruppin keinen Grund zur Sorge oder Aufregung“, betonte der Ministeriumssprecher.

Diese hat es bereits gegeben. Der Neuruppiner CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Stei­neke forderte am Montag, dass das Land „umgehend“ prüfen müsse, wie die Einsatzfristen der Polizei nach Notrufen in Ostprignitz-Ruppin „deutlich verkürzt werden können.“ Der Jurist erinnerte daran, dass schon der Rettungsdienst im Landkreis nicht der Schnellste ist. Vielmehr sind die Retter in Ostprignitz-Ruppin sogar das Schlusslicht beim Einhalten der Hilfsfristen im Land (die MAZ berichtete). Wenn jetzt auch noch die Polizei vor Ort die Langsamste im Land sei, könnte bei den Bürgern der Eindruck aufkommen, „dass die Landesregierung keinen Wert auf den ländlichen Raum legt“. Die geplante Kreisreform mit noch größeren Einheiten lasse daher Schlimmes erahnen. Steineke reagierte am Dienstag erleichtert, als er von der MAZ vom Fehler im Innenministerium erfuhr. „Das ist ja ein Ding.“ Viele Beamte der Polizeidirektion Nord in Neuruppin hatten schon am Montag an den vom Innenministerium veröffentlichten Zahlen gezweifelt. Doch zum einen wusste niemand, wann wer und wie die Daten ermittelt hat; zum anderen konnte nur das Innenministerium den eigenen Fehler korrigieren. Das hat Sprecher Ingo Decker übernommen. Allerdings wäre es ihm lieber gewesen, damit noch einen Tag zu warten. Grund: Erst sollten der Fragesteller, der AfD-Mann Jung, sowie der Potsdamer Landtag über die Verwechslung informiert werden.

Von Andreas Vogel

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