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Laura will Menschen in Irland helfen

Wittstock Laura will Menschen in Irland helfen

Das erste Mal ganz lange und ganz weit weg von Zuhause – für viele Jugendliche geht es nach dem Schulabschluss hinaus in die weite Welt. So auch für Laura Lemke aus Ackerfelde. Ein Jahr lang will die 18-Jährige körperlich und seelisch kranke Menschen in Irland betreuen. Ihre Entscheidung ruft bei Freunden Bewunderung, bei Lauras Eltern jedoch auch Sorgen hervor.

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Ferienzeit ist Bauzeit

Laura informiert sich über soziale Projekte im Ausland.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Endlich das Abi in der Tasche – Und was danach? Studium, Ausbildung, Praktikum oder sogar ein Jahr im Ausland? Diese Fragen stellten sich für die 51 Absolventen des Wittstocker Gymnasiums spätestens Ende Juni, als sie ihre Zeugnisse entgegennehmen durften. Die 18-jährige Laura Lemke aus Ackerfelde hatte sich schon zuvor für das Ausland entschieden.

„Ich wollte immer schon mal weiter weg“, sagt sie. Denn bis auf Klassenfahrten nach England und Frankreich sei sie noch nicht viel rumgekommen. „Das ist schwierig, weil meine Eltern einen Biohof haben und sich darum kümmern müssen“, seufzt Laura. Deswegen habe sie sich nach dem Abitur einen Traum erfüllt und sei mit ihrer Schwester und dem Vater nach Norwegen gereist, während sich die Mutter daheim in Ackerfelde um den Hof kümmerte.

Allerdings ist das, was Laura nun vorhat schon etwas anderes als ein Kurzurlaub – sie will für ein ganzes Jahr ihre Heimat verlassen und Gutes im Ausland tun. Ihre soziale Ader habe sie während eines Praktikums in der Wittstocker Mosaikschule und während ihrer Zeit bei der Feuerwehr entdeckt. „Ich wollte nach dem Abi unbedingt was Soziales machen, das mit Umwelt zu tun hat.“, erklärt die 18-Jährige. Während ihre Klassenkameraden zum Teil über „Work and Travel“ nach Neuseeland und Australien reisen, will sie sich sozial engagieren. Im Internet sei sie dann auf den Verein „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“, der weltweit Initiativen eines freien Bildungswesens und Einrichtungen, die auf Grundlage der Waldorfpädagogik arbeiten, fördert. „Die unterstützen auch Sozialprojekte in Indien“, informiert Laura. Aber das sei ihr dann doch zu weit weg gewesen. Darum soll es nun nach Irland gehen.

Sorgenfalten bei den Eltern

Was Freunde und Bekannte „cool“ finden, habe Lauras Eltern jedoch Sorgenfalten auf die Stirn gelegt, wie die Abiturientin berichtet. „Ein Jahr ist schon ziemlich lang“, weiß auch sie. Doch die Neugierde auf die neue Aufgabe überwiege. In Irland wird Laura ab September in einer Camphill Community arbeiten und sich um Menschen mit körperlichen und seelischen Problemen kümmern – natürlich erst nach einer gewissen Einarbeitungszeit. Und das Beste sei, dass dort auch ökologische Landwirtschaft betrieben werde – ein wichtiger Anreiz für die junge Frau.

Vor und während des Auslandsjahres gibt es Laura zufolge immer wieder Fortbildungsseminare. Demnächst werde sie Ende August ein „Ausreiseseminar“ belegen. „Für die lange Zeit in Irland benötigte ich auch einen Reisepass“, informiert sie. Für die Arbeit gebe es ein kleines Taschengeld, 30 Tage Urlaub stünden ihr insgesamt zu. Allerdings weiß die 18-Jährige nicht, ob sie davon auch Tage zu Weihnachten nehmen darf. „Die festen Mitarbeiter dort haben wohl Vorrecht“, so ihre Vermutung.

Das Auslandsjahr

Jungen Menschen zwischen 18 und 26 Jahren ist es über den Trägerverein „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ möglich, an sozialen Projekten weltweit im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres im Ausland (FSA) teilzunehmen.

Erfahrungen können die Jugendlichen dann in Arbeitsbereichen wie Heilpädagogik und Sozialtherapie, Waldorfkindergärten, Waldorfschulen, Sozialarbeit, Entwicklungszusammenarbeit sowie biologisch-dynamische Landwirtschaft sammeln.

Anreisekosten, Taschengeld, Unterkunft und Verpflegung im Gastland,

Auslandkranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, Seminare sowie Fahrtkosten zu den Seminaren werden innerhalb des FSA staatlich und durch Spenden finanziert. Für ihren Dienst erhalten Teilnehmer am Ende ein Zertifikat.

Es gibt keine Bewerbungsfrist bei „den Freunden“. Sie empfehlen jedoch einen Zeitraum von bis zu neun Monaten vor der gewünschten Ausreise.

Weitere Informationen zu Projekten unter: www.freunde-waldorf.de/index.php;

Lauras Spendenaufruf: www.freunde-waldorf.de/freiwilligendienste/weltweit/unterstuetzerkreis/?cfd=2qcqr

Kontakt zur Heimat will Laura via Skype und Whatsapp halten, vielleicht sogar einen Internetblog mit ihren Erlebnissen füllen, wie sie sagt. Im Netz sei sie schon über die Organisation zu sehen, denn sie sammelt bereits jetzt schon Spenden. „2800 Euro sind das Ziel“, informiert Laura. Dafür habe sie schon manche Klinke geputzt, darunter auch im Wittstocker Rathaus. Vizebürgermeister Dieter Herm schloss eine Unterstützung über die städtische Apotheker-Paul-Marschall-Stiftung nicht aus.

Doch neben Spendensammeln und Informieren über Irland – Laura hat sich gerade Bücher und DVDs über Irland in der Bibliothek ausgeliehen – will die 18-Jährige noch ihre letzten Schulferien daheim genießen.

Von Christian Bark

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