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Ostprignitz-Ruppin Lea Streisand liest aus Roman
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lea Streisand liest aus Roman
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00:17 22.02.2017
Lea Streisand Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Es passiert nicht so häufig, dass noch zusätzliche Stühle gebraucht werden. „Wir sind überrascht, dass so viele Leute gekommen sind“, freut sich Jana Kolar-Voigt angesichts der immerhin 80 Besucher, die am Samstagabend innerhalb der Lesereihe „Immer 18. bei uns!“ zur Lesung von Lea Streisand gekommen sind. Sie selbst kenne sie nur aus den Katalogen des Ullstein-Verlages, bekennt die Buchhändlerin. Aber seit ihr Küchenradio den Empfang von Radio Eins verweigere, habe sie eben nicht mehr die Möglichkeit gehabt, Lea Streisand akustisch zu erleben – ganz im Gegensatz zu ihren Kunden, die im Vorfeld schon viel Gutes über die 37-jährige Autorin und Moderatorin von „War schön jewesen“ berichtet hätten. Sie sei toll, mache Spaß und sei supersympathisch.

All das stellt sie am Sonnabend nun live unter Beweis und liest aus ihrem Buch „Im Sommer wieder Fahrrad“. „Ich beginne einfach von vorn – wo sollte man auch sonst anfangen“, sagt Lea Streisand und stellt im Prolog die Protagonisten vor: Lea – klar, das ist sie selbst – und ihre Oma, genannt „Mütterchen“, eine Frau, die so geerdet ist wie kaum eine andere, trotz ihres durchaus abenteuerlichen Lebens. Ellis Heiden, Jahrgang 1912, Schauspielerin und Lebenskünstlerin, hat nie etwas anbrennen lassen. Außer die unvergleichlichen Eierkuchen, die die junge Lea genauso heiß liebte, wie mit Mütterlein an der alten Singer-Nähmaschine zu sitzen und über die Liebe und das Leben zu reden. „Schreib das doch alles auf“, habe Lea gesagt. „Um Jottes Willen“, habe Mütterlein abgewehrt. „Ick hab’s ja allet schon erlebt. Du kannstet ja machen.“ Und das tat Lea, etliche Jahre später – über einen Koffer voller Liebesbriefe gebeugt, den sie in Mütterleins Nachlass fand.

Mütterlein war furchtlos – etwas, was Lea von ihr lernen möchte. Denn Angst sitzt ihr im Nacken, als sie mit einer Krebserkrankung kämpfen muss. Die Beschäftigung mit dem Leben ihrer Großmutter lenkt sie davon ab, gibt ihr neue Impulse. Denn auch das Leben Mütterleins spielte in einer Zeit, in der Angst auf der Tagesordnung stand – die Angst vor Krieg, Hunger, Vertreibung. Und auch vor dem Tod. Lea Streisand liest schnell, mit feinem Witz gespickt ist ihr eher dokumentarischer Schreibstil.

„Wie viel Biografie steckt da drin?“, fragt ein Zuhörer nach der Lesung. „150 Prozent“, sagt Lea Streisand knapp und beantwortet die stumme Frage: „Ja, ich war tatsächlich krank“, sagt sie. Und sie habe sich, als sie wieder halbwegs bei Kräften war, über den Nachlass ihrer Oma hergemacht – der allerdings in einer Schachtel lag. „Der Koffer ist einfach eine schöne Metapher für Geheimnis, für Schatzkiste“, erklärt die Autorin. Das Schreiben sei für sie Kraftquell gewesen, schon weil sie die Geschichte ihrer Großmutter schon immer habe schreiben wollen – kein Buch über Krebs. „Da wäre ich zum Therapeuten gegangen und hätte kein Buch geschrieben“, sagt sie.

Von Regine Buddeke

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