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Lebenretten nach Feierabend

Heiligengrabe Lebenretten nach Feierabend

Weil sie Anderen etwas Gutes tun wollten hatten die Mitglieder des Vereins Dorfleben die Blutspende des Roten Kreuzes nach Heiligengrabe. Und damit die Spender nach dem Aderlass wieder zu Kräften kommen, versorgen sie diese mit Häppchen und Getränken. Mit ihren Blut tun die Spender nicht nur Anderen einen Gefallen, auch für sie selbst hat die Spende Vorteile.

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Damit das Blut schneller fließt, erhielten die Spender einen Ball zum Drücken..

Quelle: Christian Bark

Heiligengrabe. Langsam füllt sich an diesem Nachmittag die Nadelbachgrundschule in Heiligengrabe mit Erwachsenen. Die wollen in den wenigsten Fällen ihre Kinder abholen, sondern vielmehr etwas Gutes für sich und andere tun: Blut spenden. So auch Fred Pilgrim aus Zaatzke. „Heute habe ich es endlich mal einrichten können“, sagt er. Seine letzte Spende sei schon fünf Jahre her. Wie wichtig sein Blut für andere Menschen sein kann, weiß Pilgrim aus der Familie. „Mein Schwager hatte nach einem Unfall mal reichlich Blutkonserven gebraucht“, erzählt er. Da sei es gut, wenn genug Reserven vorhanden sind.

Wie beim Mathetest in der Schule

Wie beim Mathetest in der Schule: vor der Spende mussten Fragebögen ausgefüllt werden.

Quelle: Christian Bark

Zum zweiten Mal in der Schule spendet Susan Vetter. Nach Feierabend wolle sie fix noch etwas Gutes tun. Die 38-Jährige aus Liebenthal verweist auf den zuvor durchgeführten Gesundheitscheck, der auch gut für sie sei. Zum Spenden animiert hatten Vetter im vergangenen Jahr die Mitglieder des Vereins Dorfleben Heiligengrabe. „Wir wollten was für die Allgemeinheit tun“, berichtet Vorstandsmitglied Sandra Städtke. Und dann hätte sich der Verein beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) beworben. Die erste Spendenaktion habe Ende 2015 noch in der Kita stattgefunden. „Da kamen 50 Leute“, erinnert sich Städtke. Und so sei man dann in Abstimmung mit der Schulleitung und der Gemeinde in die Nadelbachgrundschule ausgewichen.

Spenden geht auch im Alter

Jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 73 Jahren kann in Deutschland Blut spenden.

Weitere Spendenvoraussetzungen sind laut dem Gesundheitsportal Onmeda ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm sowie ein stabiler Blutdruck.

Von der Spende ausgeschlossen sind Personen mit einer schweren Infektionskrankheit, Alkohol- oder Rauschgiftsucht sowie oft wechselnden Sexualpartnern.

Zwischen zwei Blutspenden sollte ein Abstand von mindestens acht Wochen liegen. Wie oft man Blut spenden kann, richtet sich auch nach dem Geschlecht: Männer dürfen bis zu sechs Mal im Jahr, Frauen bis zu vier Mal.

Die Vereinsmitglieder leisten bei der Aktion die Vor- und Nachbereitungen, was die Räumlichkeiten angeht. Zudem sorgen sie für das leibliche Wohl der Spender mit belegten Brötchen, Kaffee und anderen Getränken. „Viel trinken ist wichtig“, erklärt Vereinsmitglied Dietlinde Bolduan. Auch sie spendet immer fleißig Blut, wie sie sagt. Diesmal sei es bereits ihre 25. Spende. Für die Hilfe erhält der Verein eine Aufwandsentschädigung vom DRK. Das Geld komme den Vereinsaktivitäten im Dorf zugute.

Gustav Batereau überprüfte den Blutdruck

Gustav Batereau überprüfte den Blutdruck.

Quelle: Christian Bark

Der Klassenraum, der als Anmeldezimmer fungiert, füllt sich derweil immer mehr. Anke Rauhut vom DRK-Blutspendedienst Berlin-Brandenburg nimmt die Spender in Empfang, gibt ihnen einen Fragebogen mit. Nachdem der ausgefüllt wurde, werden Körpertemperatur und Blutwerte gemessen. Dazu wird etwas Blut am Ohrläppchen oder am Finger abgenommen. „Das tut aber nicht weh“, beruhigt Rauhut. Danach geht es zur ärztlichen Untersuchung. Um die kümmert sich an diesem Tag Gustav Batereau aus Sewekow. „Es macht Spaß und man fühlt sich gebraucht“, begründet der pensionierte Allgemeinmediziner seine Mithilfe. Er misst den Blutdruck der Spender, checkt mündlich eventuelle Beschwerden ab. „Ich musste auch schon Spender nach Hause schicken.“

Stärkung nach dem Aderlass

Stärkung nach dem Aderlass: Die Mitglieder des Vereins Dorfleben Heiligengrabe versorgen die Spender mit belegten Brötchen und Getränken.

Quelle: Christian Bark

Ist alles gut, kann gespendet werden, in der Regel sind es 500 Milliliter Blut. „Der Eine verträgt die Spende besser, der Andere weniger gut“, sagt Krankenschwester Katja Thiemann. Ernsthafte Komplikationen habe es aber noch nicht gegeben. „Bis jetzt haben wir alle wieder hinbekommen“, schmunzelt Thiemann. Auf die Frage, warum es für Spender eine Altersgrenze gibt, antwortet sie: „Mit zunehmendem Alter dauert die Blutregenerierung länger.“ Allerdings sei das nach wie vor ein Streitthema. Vor einigen Jahren hat man die Altersgrenze wieder gelockert und nach hinter verschoben. Von den an diesem Tag 45 angemeldeten Blutspendern in Heiligengrabe wurden 36 zur Ader gelassen, wie Sandra Städtke informiert. Grund dafür sei aber kein zu hohes Alter gewesen.

Die nächste Blutspende in der Nadelbachgrundschule findet am 22. September von 15 bis 18.30 Uhr statt. Das DRK lädt aber bereits am 1. März sowie am 5. April zwischen 15 und 18.30 Uhr in den Wohngebietsclub Clara-Zetkin-Straße 7 nach Wittstock. Zudem darf am 10. März von 15 bis 18 Uhr im Bürgerhaus Dranse gespendet werden.

Von Christian Bark

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