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Lebensqualität leidet enorm unter dem Lärm

Zoff im Wittstocker Tannenkoppelweg Lebensqualität leidet enorm unter dem Lärm

Im Wittstocker Tannenkoppelweg rumort es zwischen Eigenheimbesitzern und dem Firmenchef des Metallbetriebes "Behälter, Brandschutz und Anlagentechnik". Dieser Standort, der bereits in der DDR als Produktionsstätte bestanden hatte, liefert schon seit langem Konfliktstoff. Denn den Anwohnern ist die Metallverarbeitung direkt vor der Haustür schlicht zu laut.

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Lothar Müller in seinem Firmensitz im Tannenkoppelweg.

Wittstock. 162 Beschäftigte arbeiten bei der "Behälter, Brandschutz und Anlagentechnik" GmbH in Wittstock. Etwa genauso viele Menschen wohnen in der Eigenheimsiedlung am Tannenkoppelweg. Dort befindet sich seit 2004 der Firmenhauptsitz des Unternehmens. Dieser Standort, der bereits in der DDR als Produktionsstätte bestanden hatte, liefert schon seit langem Konfliktstoff zwischen dem Firmeninhaber und Bürgern aus der Eigenheimsiedlung. Denn den Anwohnern ist die Metallverarbeitung direkt vor der Haustür schlicht zu laut.

Dabei hat Firmeninhaber Lothar Müller auf Anliegerbeschwerden über den verursachten Produktionslärm besonders während der Spät- und Nachtschichten reagiert und versucht, den Geräuschpegel zu minimieren. Umbauten mit Lärmschutzwänden, Einhausungen, verlagerte Produktionsteile und umorganisierte Arbeitsabläufe, eine eigene geeichte Lärmmessstation mit Alarmfunktion und klare Ansagen an alle Mitarbeiter über Verhaltensgrundsätze zur Lärmvermeidung bei Nacht - das alles habe viel Geld und Aufwand gekostet. Doch den Nachbarn reicht das nicht. Mit dem Hinweis auf bereits laufende Verfahren wollen sie zwar nicht namentlich genannt werden, aber ihre Meinung zu dem jahrelang schwelenden Konflikt wollen sie trotzdem loswerden. "Seit neun Jahren ist er dort ansässig, mit einem klassischen Metallbetrieb mit metallenem Krach. Das passt hier nicht her", sagt ein Hausbesitzer nahe vom Unternehmensstandort. Er weist darauf hin, dass vorher nur ein Plastebetrieb mit viel weniger und nicht so schwerem Lkw-Verkehr produzierte. Nun rollten stündlich 40-Tonner zum und vom Hof, wofür die Zufahrtstraße nicht ausgelegt sei. Seit Jahren seien vom Firmeneigentümer Veränderungen versprochen worden. Jetzt erst seien Baubehörden mobil geworden und prüfen die Genehmigungsfähigkeit. Eine Bürgerbeteiligung sei aber an vielen vorbeigegangen. Kritik gibt es an die Arbeitsweise des Bauamtes in der Stadt Wittstock und die Baubehörde vom Landkreis. Sie würden sich seit Jahren nicht rühren.

Inzwischen kursiert in der Eigenheimsiedlung auch eine amtlich aussehende "Erklärung" für alle Bewohner in dem Wohngebiet, in der sie die bereits aufgeführten "Störungen" bestätigen sollen. "Man weiß als Bürger nicht, wo man sich in solcher Situation sein Recht einfordert", sagt eine Einwohnerin. Mit dieser nun verteilten Erklärung sollen Behörden gezwungen werden, den Vorwürfen nachzugehen. "Auch wir haben investiert, mit den Häusern als Altersversorgung. Wer will im Alter aber im Produktionslärm sein Rentnerdasein verbringen?", sagt ein Hausbesitzer. "Hut ab vor dem Mann, dass er hier 162Arbeitsplätze geschaffen hat. Wir wollen keinesfalls Arbeitsplätze vernichten. Aber dieser Betrieb passt hier nicht her und gehört in ein Gewerbegebiet", sagt ein Betroffener.

Unternehmer Müller sucht das Gespräch, er lädt die Bewohner am Samstag zum Tag der offenen Tür in die Firma ein. Von 10 bis 12Uhr läuft eine normale Produktionssituation ab. Mit den Besuchern will Lothar Müller nach Lösungen an diesem Standort suchen. Andernfalls müsse er sonst die ganze Firma aufgeben.

Von Gerd-Peter Diederich

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