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Ostprignitz-Ruppin Leidenschaft trifft Experimentierfreude
Lokales Ostprignitz-Ruppin Leidenschaft trifft Experimentierfreude
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00:17 10.08.2016
Cornelia Felsch bei der Arbeit: Der Verlauf der Farben inspiriere sie, sagt die Künstlerin. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Wer das Atelier von Cornelia Felsch in der Neuruppiner Virchowstraße betritt merkt sofort: Die Künstlerin ist mit Leidenschaft bei der Sache. Auf dem großen, rechteckigen Tisch in der Mitte des Raumes herrscht das, was gemeinhin als kreatives Chaos bezeichnet werden kann. Boxen voller Farbtuben stehen neben Gläsern mit zahlreichen Pinseln, dazwischen halbfertige Bilder, erste Ideen, eine Rolle Küchenpapier.

Die Farbverläufe entstehen zuerst, dann folgen die Details. Quelle: Peter Geisler

Hinter dem Tisch steht Cornelia Felsch und ist bereits bei der Arbeit. Auf einem Stück Aquarellpapier trägt sie direkt aus der Tube erste Farbtupfer auf, lächelt als sie von ihrer Arbeit aufschaut. Die Farbflecken auf ihren Händen erinnern an ein Bild aus dem Kunstunterricht, wenn man beim Malen aus Versehen an die noch nassen Stellen auf dem Papier gekommen ist.

Umweg über ein Studium der Elektrotechnik

Das Künstlerische liege in der Familie, erzählt Cornelia Felsch. Auch ihre Mutter und ihr Opa hätten schon gemalt. Die 61-Jährige selbst hat einen kleinen Umweg über ein Studium der Elektrotechnik genommen, bevor ihre künstlerische Karriere Fahrt aufnahm. Damals an der Technischen Hochschule Magdeburg habe ein Kollege ihre Bilder gesehen und zu einer Ausstellung gebracht. Einmal auf die damals 23-jährige Künstlerin aufmerksam geworden, fand sich Cornelia Felsch schließlich in der Förderklasse von Wilhelm Paulke für Malerei und Grafik an der Volkshochschule wieder. Und wurde anschließend an die Kulturakademie delegiert, wo sie ein zweijähriges Studium absolvierte, das sie als Zirkelleiterin – heute: Dozentin – für Malerei und Grafik abschloss.

Als Ausgleich zeichnet Cornelia Felsch gerne Stillleben. Quelle: Peter Geisler

Bei der Frage, was sie inspiriert, überlegt Cornelia Felsch einen Moment, bevor sie antwortet. „Die Farben“, sagt sie dann. „Deswegen habe ich mit Acryl- und Aquarellmalerei angefangen, weil da viel von selbst passiert.“ Die Worte sprudeln jetzt nur so aus ihr heraus, drohen, sich beim Sprechen zu überschlagen. Sie fange ihre Bilder stets abstrakt an, lasse die Farbe laufen und sich davon inspirieren, erklärt die Malerin, die sich nach der Wende mit der Neuruppiner Bilderstube selbstständig gemacht hat.

Hätte gerne mehr Zeit für ihre Leidenschaft

„Ich arbeite gerne hintereinander weg“, sagt die Dozentin der Jugendkunstschule. „Meist fange ich eine Woche vor der Ausstellung an und dann geht es Tag und Nacht durch.“ Sie habe eine genaue Vorstellung, was sie mit ihren Werken erreichen wolle, sagt Felsch. Und: „Experimente sind das, was mir an der Malerei Spaß macht.“ So habe sie auch schon Bilder mit Sand hergestellt, die dann eine ganz besondere Struktur gehabt hätten, erzählt sie. Und beim Renovieren sei alte Tapete zum Vorschein gekommen – die dann ebenfalls ein Teil von Felschs Bildern geworden sei.

In Neuruppin seit 1984

Cornelia Felsch wurde 1955 in Brandenburg an der Havel geboren, nach Neuruppin zog sie 1984.

Bis 1987 arbeitete Felsch in einer Keramikwerkstatt, bevor sie sich nach der Wende mit der Neuruppiner Bücherstube selbstständig machte.

Seit 1993 leitet sie in ihrem eigenen Dachatelier einen Zeichenzirkel für Jugendliche, außerdem ist Felsch seit 1994 Mal- und Zeichendozentin an der Jugendkunstschule Neuruppin.

Auch für Erwachsene bietet Cornelia Felsch Kurse in ihrem Atelier an. Diese finden an drei Abenden in der Woche statt – Montag bis Mittwoch.

Die Malerin hat bereits viele ihrer Werke in Ausstellungen präsentiert – zuletzt in einer Gemeinschaftsausstellung 2015 in der Neuruppiner Galerie am Bollwerk. Ihre Bilder waren auch im Wegemuseum Wusterhausen, in der Kulturscheune Banzendorf oder in der Klosterkirche Neuruppin zu sehen.

In seiner Eröffnungsrede zu einer von Cornelia Felschs Ausstellungen, sagte der Neuruppiner Maler, Grafiker und Bildhauer Bernd Weimar einmal: „Ihre Bilder kommen aus der Stille und wollen in der Stille erlebt werden, und dies nicht im Vorbeigehen. Wer sich darauf nicht einlässt, dem wird viel entgehen.“

Weitere Informationen zur Künstlerin, ihrer Arbeit und ihrem Kursangebot gibt’s im Internet unter: www.corneliafelsch.de

Sie hätte gerne mehr Zeit für ihre Leidenschaft, gibt die Neuruppinerin zu. Aber weil die Kunst allein nicht zum Leben reiche, müsse sie noch einem Nebenjob nachgehen. Und ist – dem aufmerksamen Leser wird das bereits aufgefallen sein – auch als Autorin für die Märkische Allgemeine tätig.

Lieblingskünstler aus Österreich

Cornelia Felsch sagt, dass sie besonders gerne Menschen und Porträts zeichne. „Weil das immer wieder eine Herausforderung ist.“ Auch ihren Enkelsohn habe sie bereits porträtiert. Zuletzt zeichnete sie für die Briefmarken der Turbo Post die drei Köpfe nach, die seit dem Bau der Feuerwache in der Schinkelstraße im Jahre 1927 die Fassade zieren. Die Marken werden anlässlich des 150. Geburtstags der Neuruppiner Feuerwehr herausgegeben, der im kommenden Jahr ansteht. „Das war spannend, da wurde ich extra mit der Drehleiter hochgefahren, damit ich das Motiv gut abfotografieren und als Vorlage nutzen konnte.“

Mit einem nassen Pinsel werden die Farben zum Laufen gebraucht. Quelle: Peter Geisler

Apropos Vorlage: Wie sieht’s eigentlich mit Lieblingskünstlern oder Lieblingsbildern aus? „Also vom zeichnerischen her auf jeden Fall die alten Meister, Rembrandt und so“, sagt Cornelia Felsch. Aber insgesamt sei Aquarell früher nicht so richtig als Kunstform anerkannt gewesen. Erstmals aufgetaucht sei es in England mit den Werken von William Turner. Nach kurzem überlegen fällt Felsch dann aber doch noch ein Künstler ein, dessen Werke sie toll findet. Sie geht zu ihrem Bücherregal in der Ecke und zieht zielsicher ein Buch des Österreichers Bernhard Vogel heraus. Sie blättert es auf, zeigt einige seiner Bilder. „Sowas hier, oder sowas – das finde ich schon gut“, sagt Cornelia Felsch. Sie zeigt auf die Farbkleckse, die einige Seiten zieren und fängt an zu lachen. „Da sieht man auch, dass ich damit schon gearbeitet habe.“

Als Ausgleich werden Alltagsgegenstände gezeichnet

In einem großen schweren Ordner zeigt Cornelia Felsch dann noch, was sie abseits der Aquarellmalerei zeichnet. Stillleben und Drucke kommen zum Vorschein. „Das brauche ich manchmal als Gegensatz zum kleckern und schmaddern“, sagt sie. Dann zeichne sie schon mal alltägliche Sachen wie ein Kissen. Und gebe auch ihren Schülern stets den Tipp: „Zeichnet einfach mal die Möhre oder die Kartoffel, bevor ihr anfangt zu kochen. Oder andere Alltagsgegenstände.“

Kreatives Chaos. Quelle: Peter Geisler

Als nächstes plane Cornelia Felsch eine Ausstellung verschiedener Drucke – zusammen mit der befreundeten Künstlerin Uschi Zenker, erzählt sie. Thema solle die Natur sein. Die beiden Frauen hätten sich an der Wustrauer Richterakademie um eine Ausstellung beworben – warteten aber derzeit noch auf Antwort. Außerdem wolle Felsch auch 2017 wieder einen Kalender herausgeben – das Thema dafür stehe aber noch nicht fest.

Von Josephine Mühln

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