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Ostprignitz-Ruppin Lesepunkt in der Dorfmitte
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lesepunkt in der Dorfmitte
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02:16 24.08.2015
Gruppenbild mit Zelle. Lesen statt telefonieren heißt hier jetzt das Motto. Quelle: Bernd Atzenroth
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Jabel

Zum Telefonieren wird sie schon lange nicht mehr gebraucht. Der magenta-farbene obere Rand erinnert an ihren bisherigen Besitzer, und sie sieht noch ganz schön schick aus, gemessen daran, dass sie zuletzt ungenutzt herumstand. Nun hat eine Telefonzelle in Jabel eine neue Bestimmung gefunden: Sie wird künftig als Tauschbibliothek dienen und ist damit die erste ihrer Art auf dem Gebiet der Gemeinde Heiligengrabe. So kommt wieder ein bisschen Leben in die Dorfmitte“, freut sich Siegfried Bröcker, der sich künftig mit seiner Frau ehrenamtlich um die neue Einrichtung kümmern wird. Leben ins Dorf kam allein schon am Freitag bei der Aufstellung der Zelle. Der Bauhof hatte zuvor die Installierung vorbereitet und die Stelle ausgeschachtet. Dann legten Fachkräfte der Firma Gräper das Fundament, das die Firma eigens für diesen Zweck günstig hergestellt hatte, und hoben schließlich per Kran die Zelle von einem Transporter auf ihren künftigen Bestimmungsort.

Per Kran wurde die Zelle an ihren neuen Bestimmungsort gehievt. Quelle: Bernd Atzenroth

Kaum hatten die Arbeiter das gute Stück verschraubt, einen Boden und die Regalbretter hineingelegt, begann auch schon das Einräumen. Denn allein Familie Bröcker hatte einen ganzen Karren voll Bücher und Heften beigesteuert, um das Regal zu füllen. Bürgermeister Holger Kippenhahn wiederum hatte auch noch eine Bücherspende der Gemeinde dabei. Siegfried Bröcker füllte mit Hilfe des achtjährigen Brian, der aus Lübeck in Jabel zu Besuch ist, die Regalbretter. Von Wilhelm Busch über Djuna Barnes und Erwin Strittmatter bis zu Sten Nadolny findet man jetzt hier Bücher vieler Schriftsteller, dazu alte Trompeter-Bücher und Groschenhefte. Da es sich um eine Tausch-Bibliothek handelt, dürfte sich der Bestand im Laufe der Zeit wandeln.

Ortsvorsteher Tobias Bröcker ist begeistert über das neue Angebot: „Dass das noch vor dem Dorffest geklappt hat, ist einwandfrei.“ Am liebsten würde er es gleich so belassen, wie es am Freitag zu sehen war: mit einem Tisch und Stühlen davor. „Das soll richtig schnuckelig werden“, sagte er, „man soll sich einfach hinsetzen, um ein bisschen zu lesen.“

Die ersten Bücher für die Minibibliothek wurden am Freitag begutachtet. Quelle: Bernd Atzenrot

13 weitere Zellen hat die Kommune nach Angaben von Kippenhahn angeschafft und aus dem Lager in Michendorf in die Prignitz bringen lassen. Sie sind derzeit in Maulbeerwalde zwischengelagert und werden demnächst aufgestellt. Die Anschaffung hat die Kommune etwa 10 000 Euro gekostet, 5800 Euro davon nur für Zellen, der Rest ging für Transport und Beschriftung drauf. Die Zellen werden nämlich allesamt das Logo der Gemeinde Heiligengrabe tragen, doch ist genug Platz da, um auch den einzelnen Dörfern die Möglichkeit zu geben, zusätzliche Beschriftungen anzubringen. Auch Jabel wird sein Wappen anbringen. Laut Kippenhahn ist die Anschaffung der Zellen eine Reaktion auf die Abschaffung der Fahrbibliothek; zudem habe es in Blumenthal schon ähnlich gelagerte Aktivitäten gegeben.

Die Jabeler machten den Anfang, weil sie die Ersten waren, die sich dafür gemeldet hatten. Auch Blumenthal wird wohl eine Zelle erhalten. Kippenhahn möchte sie auch entlang des Annenpfads aufstellen – an dessen anderem Ende steht in Bölzke (Stadt Pritz­walk) bereits so eine Zelle.

Von Bernd Atzenroth

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