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Ostprignitz-Ruppin Lesung aus verbrannten Büchern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lesung aus verbrannten Büchern
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15:41 11.05.2016
Dieter Groß (Die Linke) eröffnete die Lesung auf dem Schulplatz mit einem Protestbrief des Schriftstellers Oskar Maria Graf. Quelle: Josephine Mühln
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Neuruppin

Die große Bücherverbrennung der Nazis von 1933 jährte sich am Dienstag zum 83. Mal. Aus diesem Grund hatte das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ eine „Lesung aus verbrannten Büchern“ auf dem Schulplatz organisiert. Erinnert werden sollte an jene Autoren, deren Werke am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz zerstört worden waren.

Gut 30 Zuhörer hatten sich auf dem Schulplatz zur Lesung aus verbrannten Büchern versammelt. Quelle: Josephine Mühln

Eröffnet wurde die Lesung von Dieter Groß (Die Linke). Er begann mit einem Protestbrief des Schriftstellers Oskar Maria Graf, an dessen Ende es heißt: „Alle anständigen Zeitungen werden um Abdruck dieses Protestes ersucht.“ – „Keine der damaligen Zeitungen hat den Brief abgedruckt“, schloss Groß. Beim anschließenden Vortrag des Gedichts „Der Mai“ von Erich Kästner, animierte Groß das Publikum zum Mitmachen. Den Refrain „Er nickt uns zu und ruft: ’Ich komm ja wieder!’“ sollten alle mitsprechen.

Bedeutung der Texte auch heute noch groß

Ebenfalls von Erich Kästner stammte der Text, den Paul Schmudlach auf der Bühne vorlas. Kästner war 1933 Zeuge der Verbrennung seiner Bücher und hatte seine Gedanken dazu notiert. „Ich finde es beeindruckend, dass er selbst dabei war“, sagte Schmudlach im Anschluss.

Der 24-jährige Paul Schmudlach aus Neuruppin las einen Text von Erich Kästner, der bei der Bücherverbrennung anwesend war und seine Gedanken dazu notiert hatte. Quelle: Josephine Mühln

Als zweiten Text las der 24-Jährige Neuruppiner „Denn ihr seid dumm“, ebenfalls von Kästner. „Ich finde, dass dieser Text auch heute noch eine große Bedeutung hat, wo die Leute wieder blind einer Ideologie hinterherrennen.“ Besonders die letzten Zeilen des Textes: „Die Zeit wird kommen, da man sich erzählt: Mit diesen Leuten war kein Staat zu machen!“ seien ihm im Gedächtnis geblieben und wieder aktuell.

Mit Bücherverbrennung begann Verfolgung der Schriftsteller

Schließlich setzte sich auch Martin Osinski, Sprecher von „Neuruppin bleibt bunt“ hinters Mikrofon. Er trug die Reportage „Shipping Exchange“ aus dem Jahr 1925 von Egon Erwin Kisch vor. „Er war jemand, der mit scharfem Blick und scharfer Feder über das Geschehen in seiner Zeit berichtet hat“, sagte Osinski über den Journalisten und Reporter.

Martin Osinski, Sprecher des Aktionsbündnisses „Neuruppin bleibt bunt“, las aus der Reportage „Shipping Exchange“ des Journalisten Egon Erwin Kisch. Quelle: Josephine Mühln

Die große Bücherverbrennung von 1933 war eine von der Deutschen Studentenschaft geplante und inszenierte Aktion. Sie bildete den Höhepunkt der sogenannten „Aktion wider den undeutschen Geist“,mit der die systematische Verfolgung jüdischer, marxistischer, pazifistischer und anderer oppositioneller oder politisch unliebsamer Schriftsteller begann. Bücherverbrennungen fanden neben Berlin in 21 weiteren deutschen Universitätsstädten statt.

Von Josephine Mühln

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