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Ostprignitz-Ruppin Lesung erinnert an Bücherverbrennung 1933
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lesung erinnert an Bücherverbrennung 1933
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00:18 15.05.2016
Die Vorleserin: Heidi Kübler wählte die Bücher für die Gedenkveranstaltung in Sewekow aus. Quelle: Christamaria Ruch
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Sewekow

Hans Fallada, Erich Maria Remarque und Joachim Ringelnatz. Diese drei deutschen Autoren standen 1933 auf einer Liste. Am 10. Mai 1933 landeten ihre Werke in den Flammen öffentlicher Bücherverbrennungen im damaligen Nazideutschland.

Diese drei Schriftsteller stehen im Mittelpunkt einer Gedenkveranstaltung in der Kirche in Sewekow am Freitag, 20. Mai. Ab 18 Uhr wird in einer Lesung an dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte erinnert.

Kirchengemeinde und Heimatverein Sewekow bereiten den Abend gemeinsam vor. Ortschronistin Heidi Kübler leiht den Autoren ihre Stimme und liest Gedichte und Geschichten vor. Sie greift bei ihrem Auftritt auf Erfahrungen aus anderen Lesungen in der Region zurück. Dazu zählt etwa das Programm „Guten Morgen, du Schöne“ von der Autorin Maxie Wander. „Ich habe mich im Vorfeld längere Zeit mit dem Thema Bücherverbrennung beschäftigt und mich dann für diese Autoren entschieden“, so Kübler. Für sie ist die Bücherverbrennung bis heute nicht nachvollziehbar.

„Wenn zu mir jemand nach Hause kommen und Bücher aussortieren würde, wäre ich sprachlos“, so die 64-Jährige. Damit versucht sie sich vorzustellen, wie 1933 systematisch die Bücher entfernt wurden. Die Liste der damals ausgemusterten Schriftsteller ist lang und hat auch Heidi Kübler erstaunt. „Wer vermutet Joachim Ringelnatz auf dieser Liste?“ stellt sie die Frage in den Raum.

Je 25 Minuten wird aus den einzelnen Werken gelesen

Bei der Lesung führt die 64-jährige Heidi Kübler in das jeweilige Werk der ausgewählten Autoren ein. Gut 25 Minuten liest sie jeweils einzelnen Passagen vor. Der Rheinsberger Kirchenmusiker Alexander Lang spielt in der Pause zwischen den einzelnen Werken die Orgel.

Zur Erinnerung: Am 10. Mai 1933 gingen auf dem damaligen Opernplatz in Berlin 20 000 Bücher in Flammen auf. Die Bücherverbrennungen waren der Höhepunkt der so genannten „Aktion wider den undeutschen Geist“. In mehr als 20 deutschen Städten nahmen die Nationalsozialisten die Hetzjagd auf Deutschlands Kulturschaffende auf.

Anfangs standen zwölf bekannte deutsche Autoren auf einer Liste, deren Werke aus politischen oder religiösen Gründen verachtet wurden. Mehr als 300 Buchtitel standen schließlich auf einer schwarzen Liste.

„Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“, sagte der Dichter Heinrich Heine (1797 bis 1856). Damit nahm er Bezug auf eine erste Bücherverbrennung im Jahre 1817. Damals hatten deutschnationale Studenten beim Wartburgfest in Eisenach Werke jüdischer Autoren verbrannt.

Von Christamaria Ruch

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