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Ostprignitz-Ruppin Letzter Luther-Stammtisch im Rathaus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Letzter Luther-Stammtisch im Rathaus
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18:56 17.09.2017
Erstmals dabei: Martin Schubach verkörperte Martin Luther. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Das Beste zum Schluss: Martin Luther höchstpersönlich nahm am Freitagabend im Wittstocker Rathaus erstmals am Stammtisch Platz. Nun standen seine Tischreden im Blickpunkt. Seit Mai drehte sich einmal im Monat alles um seine Person als Reformator. Im Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation kamen dabei ausgewählte Themen in lockerer Atmosphäre auf den Tisch.

Das Rathausfoyer verwandelte sich stets in die mittelalterliche Gaststube „Der schwarze Bär.“ „Wo sonst kann so eine Diskussionsreihe ausgetragen werden?“ erinnerte sich Bürgermeister Jörg Gehrmann am Freitag an das erste Gespräch mit Lorenz Mayer aus Jabel. Mayer entwickelte die Idee eines Luther-Stammtisches. Bei Gehrmann stieß er offene Türen ein. „Hier im Rathaus wird immer diskutiert, aber ob das immer zum Wohle des Volkes ist, muss hinterfragt werden“, sagte er. Mit Blick auf die Streitkultur am Lutherstammtisch bemerkte er: „Bei diesen Theaterstücken kann man ja vielleicht noch etwas lernen.“

Die Stammtische folgten einem bewährten Muster: Lorenz Mayer, Reinhard Bierer, Werner Guskowsky, Rolf Pietrusky und Katrin Zimmermann schlüpften in die Rolle eines Apothekers, Stellmachergesellen, Kaufmann, Theologiestudenten und Wirtin. Martin Schubach verkörperte nun Martin Luther. Themen wie Ablass, Gottes Perspektive für jeden Menschen oder Luthers Ratschläge zur Ehe brachte Lorenz Mayer zur Sprache. „Zwischen 40 und 55 Besucher kamen jedes Mal“, sagte er. Für das Angebot eines sechsten Stammtisches zum Thema „Luther und die Juden“ im Oktober im Catharina-Dänicke-Haus in Wittstock zeigten die Besucher am Freitag allerdings kein Interesse.

Selbst bereitete Köstlichkeiten würzten die Stammtischatmosphäre. Quelle: Christamaria Ruch

Regina Melzer aus Wittstock gehörte zu den Stammgästen. „Ich war jedes Mal dabei“, sagte sie. Zwischen Martin Luther und ihr gibt es eine Parallele - beide wurden am 10. November geboren. „Besonders interessiert mich jedoch Katharina von Bora, Luthers Frau“, räumte Melzer ein. Daher sah sie in den zwei entsprechenden Lesungen in der Wittstocker Bibliothek in diesem Jahr eine gute Ergänzung.

Bei Luthers Tischreden streiften die Akteure viele Themen: Die Auslegung der Bibel soll in einfachen Worten erfolgen, die Tugenden eines guten Predigers wurden aufgezählt, das Verhältnis zur Obrigkeit beleuchtet oder die Sicht auf Krankheit gerichtet. Auch das gemeinsame Speisen gehörte zum Stammtisch. Jeder Abend klang mit einem Teil der Defa-Fernsehserie „Martin Luther“ von 1983 aus.

Von Christamaria Ruch

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