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Liebe soll kein Versteckspiel sein

Neues Projekt für Gleichstellung in Neuruppin Liebe soll kein Versteckspiel sein

Der Verein Esta Ruppin und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neuruppin suchen den Dialog mit Jugendlichen. Bei einem neuen Projekt sollen Ängste vor dem eigenen Coming Out abgebaut werden. Zum Auftakt zeigten die Initiatoren einen Film zum Thema und luden anschließend zur Diskussion ein.

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Die Organisatoren und Besucher der Filmschau im Jugendfreizeitzentrum.

Quelle: Jan Philipp Stoffers

Neuruppin. Soll ich oder soll ich nicht? Wie werden die eigenen Eltern, die besten Freunde und Schulkameraden mein Coming Out aufnehmen? Wird mein Umfeld akzeptieren, dass ich homosexuell bin?

Diese Fragen und der Schritt, offen zu gleichgeschlechtlicher Liebe zu stehen, bereiten Heranwaschsenden mitunter schlaflose Nächte. Denn trotz unserer vermeintlich weltoffenen Gesellschaft stoßen Homosexuelle auch in Deutschland leider immer noch auf Vorbehalte. Die Angst vor Ausgrenzung in Schule und Freundeskreis, die Furcht vor Abneigung oder gar Mobbing treibt manchen Jugendlichen zum Versteckspiel um die eigene sexuelle Identität.

Diesen Sorgen und Ängsten wollen Neuruppins Gleichstellungsbeauftragte Claudia Röttger und Mitarbeiter vom Verein Esta Ruppin in Zukunft ein Forum geben. Am Donnerstag waren rund 15 Besucher ins Neuruppiner Jugendfreizeitzentrum (JFZ) zu einer Filmschau und anschließender Diskussionsrunde zum Thema Homophobie und Coming Out gekommen.

Gefühlschaos in einer holländischen Kleinstadt

Gezeigt wurde der Film „Jongens“ des niederländischen Regisseurin Mischa Kamp. Der Fernsehfilm erzählt vom 15-jährigen Sieger, der in einer holländischen Kleinstadt aufwächst. Der junge Mann ist zunächst zwischen dem gleichaltrigen Mädchen Jessica und seinem Sportlerfreund Marc hin- und hergerissen. Ein Annäherungsversuch der beiden jungen Männer, bei dem es zu einem Kuss kommt, bleibt nicht ohne Folgen – Sieger ist verunsichert über seine Gefühle und will das Treffen geheim halten. Er ist aber auch Jessica gegenüber nicht abgeneigt. Das daraus resultierende Gefühlschaos kommt glaubwürdig daher. Die Zuschauer im JFZ stellten einstimmig fest, dass der Film sehr einfühlsam die schwierige Situation des jungen Sieger gezeigt habe.

Unsere Gesellschaft signalisiere Offenheit und Akzeptanz, sagt Claudia Röttger. „Ich bin mir aber nicht sicher, ob das auch immer tatsächlich zutrifft, gerade in einer Kleinstadt“, sagt Neuruppins Gleichstellungsbeauftragte. Deshalb wolle sie gemeinsam mit Esta Ruppin eine Anlaufstelle für Jugendliche anbieten. Geplant seien weitere Filmvorführungen und Diskussionsrunden rund um Homophobie und Coming Out. „Im besten Fall mit Betroffenen“, so Claudia Röttger. Sie fordert mehr Offenheit im Umgang mit Homosexuellen in allen Lebens­bereichen.

Kontakt: Esta Ruppin, Marcus Kaiser (0170/7 61 66 30), Katharina Herold (0175/5 66 30 27) oder Büro der Gleichstellungsbeauftragten Claudia Röttger (03391/35 56 00).

Von Jan Philipp Stoffers

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