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Lieblingsstücke einer Amtsdirektorin

Walsleben Lieblingsstücke einer Amtsdirektorin

Das Büro von Susanne Dorn ist aufgeräumt. Alles hat seinen Platz. Doch es steckt voller Herzensangelegenheiten. Denn was der Chefin besonders am Herzen liegt, findet sich auch im Büro – ein Besuch innerhalb unserer Serie „MAZ-Zimmerservice“

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Persönliche Kleinigkeiten schmücken den Schreibtisch. Das Blechspielzeug bekam Susanne Dorn von ehemaligen Kollegen in Berlin .

Quelle: Peter Geisler

Walsleben. Seit genau sieben Jahren ist Susanne Dorn (56) jetzt Amtsdirektorin des Amtes Temnitz. Ihr Büro in Walsleben ist an diesem Mittwochnachmittag sonnig und freundlich, es duftet anheimelnd nach Kaffee. Die helle Holzausstattung wirkt modern und zeitlos zugleich. Einige Gesetzbücher stehen in den Regalen, die vielen Ordner tragen alle das Emblem des Amtes Temnitz.

Auf dem großen aufgeräumten Schreibtisch liegt unter anderem ein Kompass. Den bekam die Amtsdirektorin von einem ehemaligen Kollegen geschenkt, bevor sie im Mai 2010 diese Stelle antrat. „Als Symbol dafür, dass ich immer den richtigen Weg finden möge,“ erinnert sie sich.

Der Kompass soll den rechten Weg weisen

Der Kompass soll den rechten Weg weisen.

Quelle: Peter Geisler

Was hat sich in den sieben Jahren seit ihrem Amtsantritt im Büro von Susanne Dorn verändert? „Eigentlich nicht viel,“ überlegt sie „außer den Bildern an den Wänden“. Auf der einen Seite des Zimmers hängen drei große Fotografien und auf der anderen einige Zeichnungen und Bastelarbeiten von Kindern sowie Babyfotos. „Jedes Jahr gibt es im Amt Temnitz etwa 45 bis 55 neue kleine Bewohner“ freut sich Susanne Dorn. Die Familien bekommen für ihren Nachwuchs ein Willkommensgeschenk von ihr und dem jeweiligen Gemeindebürgermeister. Dafür bedanken sich viele Eltern mit einem Gruß und einem Foto, das dann das Büro der Amtsdirektorin schmückt.

Susanne Dorn ist es wichtig, dass sich Familien mit Kindern in der Region wohlfühlen. Darum liegen ihr die sechs Kindertagesstätten am Herzen, die es im Amt Temnitz gibt. „Wir haben für jedes Temnitzer Kind einen Kitaplatz,“ sagt sie. Damit alle Gemeinden eine moderne Kita haben, werden drei davon nun ausgebaut; die Fördermittel dafür sind beantragt oder bereits bewilligt. Um für die Kinder auch in der Zeit nach dem Kindergarten das Motto „Kurze Wege für kurze Beine“ möglichst zu verwirklichen, setzt sich Susanne Dorn dafür ein, dass die zwei Grundschulen im Amt Temnitz bestehen bleiben.

Auf den Theatersommer ist Susanne Dorn besonders stolz

Eines der großen Fotos an der Wand zeigt die Figuren einer Aufführung während des Theatersommers in Netzeband. Susanne Dorn ist stolz auf dieses besondere Kulturereignis, das jedes Jahr in „ihrer“ Region stattfindet. „Das Theaterstück ‚Unter dem Milchwald‘ ist ja mittlerweile Kult“ sagt sie augenzwinkernd. Auch auf das neue Stück, das diesen Sommer neu hinzukommt, ist sie gespannt: „Der gute Mensch von Sezuan“ hat am 28. Juli 2017 Premiere.

Auf einem weiteren Foto ist ein Fahrzeug der Feuerwehr zu sehen. Die Feuerwehrleute auf dem Bild sind gerade nicht im Notfalleinsatz. Daher ist die Stimmung fröhlich-entspannt, ebenso wie auf mehreren Gruppenfotos der Jugendfeuerwehren. Spielt die Feuerwehr für Susanne Dorn eine besondere Rolle? „Die Arbeit, die die Freiwillige Feuerwehr macht, ist verdammt wichtig!“ sagt sie mit Nachdruck. „Die Ehrenamtlichen rücken ja zu unmöglichen Tages- und Nachtzeiten aus, um für andere da zu sein. Sie bilden sich ständig weiter, und sie sind bei allen großen Veranstaltungen zum Absichern dabei. Außerdem engagieren sie sich als Jugendwarte bei den Jugendfeuerwehren.“ Auch als Zeichen der Anerkennung findet daher demnächst wieder der Feuerwehrball statt, zu dem die Aktiven mit ihren Partnern eingeladen sind. Denn reine Männersache ist die Feuerwehr nicht mehr: „Bei den Jugendlichen sind zur Zeit mehr Mädchen als Jungen dabei.“

Die Temmnitz ist ein Paradies für Naturliebhaber

Auf dem mittleren der drei großen Fotografien ist die Temnitz zu sehen, wie sie friedlich durch grüne Wiesen und Bäume hindurchfließt. „Der Fluss durchzieht das Gebiet des Amtes Temnitz von Norden nach Süden und verbindet so die unterschiedlichen Regionen miteinander,“ erläutert die Amtsdirektorin anhand der großen Landkarte, die ebenfalls in ihrem Büro hängt. Sie zeigt auf viele schöne naturbelassene Stellen, wo man toll spazieren gehen und Radfahren kann. Sie selber fährt gerne Rad, findet aber, dass sie zu selten Zeit dafür hat. Auf der Landkarte ist im Norden Pfalzheim zu sehen, von wo man einen guten Zugang in die Kyritz-Ruppiner Heide hat. Susanne Dorn schwärmt von der Schönheit dieses Natur-Juwels und erzählt von der Zusammenarbeit mit der Heinz Sielmann Stiftung, aber auch von den Konflikten um das ehemalige Militärgebiet. Sie ist stolz darauf, dass das Gebiet entlang der Südtangente in das Nationale Naturerbe aufgenommen wurde.

Durchhalteparolen für den Temnitzpark

An einer anderen Bürowand erinnern Kärtchen mit Weisheiten an eine weitere Herausforderung, die die Amtsdirektorin zu bewältigen hatte. Die Anwaltskanzlei, die das Gesamtvollstreckungsverfahren für das Gewerbegebiet Temnitzpark durchführte, legte ihren alljährlichen Weihnachtskarten markige Sprüche und Durchhalteparolen bei. Ganz passend fand Susanne Dorn diese nicht, hängte sie aber trotzdem – oder gerade deswegen – an die Wand. Das Verfahren ist zwar endlich abgeschlossen und der Weg nun frei für weitere Unternehmensansiedlungen. Doch die Anstrengungen gehen für Susanne Dorn und andere Verantwortliche weiter. Denn trotz vieler Vorteile wie der guten Lage vor den Toren Berlins und der direkten Autobahnanbindung ist es nach den langen Jahren der Unsicherheit nicht leicht, interessierte und passende Firmen zu finden.

Ausdauer und Geduld sind bei vielen Aufgaben der Amtsdirektorin des Amtes Temnitz wichtig. Vielleicht ist es wie mit ihren Orchideen, die sie auf den Fensterbänken stehen hat. „Zuerst wusste ich nicht, wie man sie pflegt. Aber dann habe ich gemerkt: Es ist nur wichtig, dass ich sie ganz regelmäßig gieße,“ lacht sie. Die stetige Zuwendung hat sich gelohnt: Die Orchideen blühen ganz großartig.

Von Natali Reindl

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