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Lindenau-Halle ab 2017 womöglich geschlossen

Neustadt Lindenau-Halle ab 2017 womöglich geschlossen

Geht es nach dem Willen der Neustädter Stadtverordneten, soll die städtische Reit- und Veranstaltungshalle „Graf von Lindenau“ ab Januar 2017 geschlossen und ein Verkauf angestrebt werden. Doch die Gestüte-Stiftung als Grundstückseigentümerin favorisiert keinen Verkauf. Die Kommune soll unterstützt und die Hoffnung auf einen Weiterbetrieb nicht aufgegeben werden.

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Die Zukunft der Lindenau-Halle ist weiterhin ungewiss.

Quelle: Matthias Anke

Neustadt. Die Stadt Neustadt und die Stiftung Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt wollen gemeinsam nach einer Lösung suchen, um die drohende Schließung der Graf-von-Lindenau-Halle abzuwenden. Darauf wurde sich nach Angaben von Neustadts Amtsdirektor Dieter Fuchs am Mittwoch im Stiftungsrat geeinigt, dessen Mitglied er zugleich ist. Dass die Halle nach dem nächsten internationalen Reitturnier „CSI“ im Januar 2017 geschlossen werden soll, sofern sich bis dahin kein neuer Betreiber finden lässt, ist seit der Stadtverordnetenversammlung vom Montag beschlossene Sache.

In nichtöffentlicher Debatte wurde entschieden, alle etablierten Veranstaltungen einschließlich des „Concours des Saut International“ 2017 noch stattfinden zu lassen, wie Amtsdirektor Fuchs sagt, und zwar „in gewohnter Qualität“, nur eben unter Federführung der Stadt. Diese werde alle dazu notwendigen Reparaturen veranlassen. Auch ein Weihnachtsprogramm werde es damit wieder geben. Nach dem CSI allerdings soll das Licht ausgehen. Es sollen dann nach dem Willen der Stadtverordneten „alle Anstrengungen unternommen werden, das Objekt möglichst zu verkaufen“.

Neuer Anlauf für eine Ausschreibung des Hallenbetriebs

Das bekannte Problem dabei: Die Halle gehört zwar der Stadt, wurde aber mit Hilfe von Fördergeld gebaut und 1999 eröffnet. Es besteht daher eine Bindungsfrist – von der noch so einige Jahre nicht abgelaufen sind. Und das Grundstück an sich ist Stiftungsbesitz. Ein Verkauf käme daher ohnehin nur in Verbindung mit der Stiftung infrage. Eine Option dabei ist schließlich, dass auch die Stiftung die Halle übernehmen könnte. Zu diesen Eigentumsverhältnissen werde sich in der kommenden Zeit abgestimmt, jedoch weiterhin nichtöffentlich, wie Amtsdirektor Fuchs erklärte. Denn vorrangiges Ziel bleibe es, einen Nutzer zu finden. Dazu solle der Hallenbetrieb über die Zeit der bevorstehenden Sommerferien erneut ausgeschrieben werden, wie es der Stiftungsrat empfohlen habe.

„Wir haben uns darauf verständigt zu prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, die Kommune zu unterstützen. Denn ein Verkauf wird nicht favorisiert“, bestätigte die Gestüte-Geschäftsführerin Regine Ebert auf Nachfrage. Grund: Die Halle sei für den Reitsport zu sichern. Einem neuen Besitzer der Anlage jedoch stünde die Nutzung frei. Man hätte nicht wirklich mehr Einfluss darauf.

Eine jüngste Ausschreibung allerdings brachte keinen Erfolg. Dabei meldete sich vor einem halben Jahr nur ein Bewerber, und der entpuppte sich nun plötzlich als ungeeignet. So warfen Stadtverordnete der Amtsverwaltung hinter vorgehaltener Hand schon vor, den Interessenten nicht ausreichend unter die Lupe genommen zu haben. Sie hatten bereits alle Rahmenbedingungen für den Vertrag festgelegt. Demnach sollte der Pächter eine Sicherheitsleistung hinterlegen, eine Kaution quasi, die verhindert, auf Zahlungen sitzen zu bleiben.

Der letzte Interessent kam in Neustadt nicht zum Zuge

Heikel war schließlich schon der Ausstieg des bisherigen Betreibers im vorigen Jahr. Der Berliner war mit der Insolvenz einer anderen Firma in die Schlagzeilen geraten und zog sich anschließend aus dem Pachtvertrag mit der Pferdestadt zurück. In der Folge musste das Springreitturnier CSI 2016 in Neustadt abgesagt werden.

Die Hallen-Übergabe an den neuen Pächter, einem in Niedersachsen ansässigen Caterer und Veranstaltungsorganisator, war nun für den 1. Juni vorgesehen. Doch wie MAZ-Recherchen ergaben, legte auch er bereits eine Insolvenz hin. Er selbst sagte zwar, diese liege „bereits viele Jahre zurück“. Und auch in Neustadt gab es Stimmen, wonach eine solche Vorgeschichte ihn nicht sofort in Misskredit bringen müsse. Doch wie sich herausstellte, wurde das 2013 eingeleitete Verfahren erst 2015 beendet – laut dem zuständigen Amtsgericht „mangels Masse“.

Von Matthias Anke

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