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Lindow: „Besorgte Bürger“ auf der Straße

Protest gegen Flüchtlingspolitik im Video Lindow: „Besorgte Bürger“ auf der Straße

Gut 50 sogenannte besorgte Bürger haben am Sonnabend in Lindow gegen die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und gegen die geplante Unterbringung von 90 Flüchtlingen in dem Städtchen protestiert. Gleichzeitig sprachen sich knapp 100 Leute vor dem Lindower Rathaus dafür aus, die Flüchtlinge willkommen zu heißen.

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Gut 50 Leute protestierten gegen die Flüchtlingspolitik des Bundes.
 

Quelle: Andreas Vogel

Lindow.  Mehr als 50 sogenannte besorgte Bürger haben am Sonnabendnachmittag in Lindow gegen die Flüchtlingspolitik des Bundes protestiert. Sie verlangten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass die Grenzen sofort geschlossen und abgelehnte Asylbewerber umgehend abgeschoben werden. Mike Eipel, neben Ralf Mahler einer der Organisatoren des Protestes, forderte zudem ein Bürgerbegehren in Lindow, ob das Städtchen Flüchtlinge aufnehmen soll.

So ein Votum kommt für Danilo Lieske, Amtsdirektor von Lindow, überhaupt nicht infrage. „Das Recht auf Asyl ist ein Menschenrecht, das ist nicht verhandelbar.“ Zudem sei es „ein solidarischer Akt“ gegenüber den anderen Gemeinden im Landkreis, wenn auch Lindow Flüchtlinge aufnehme. In vielen anderen Kommunen wie Neuruppin, Rheinsberg, Wittstock und Wusterhausen werde dies längst getan, betonte Lieske. In dem rund 3000 Einwohner zählenden Lindow sollen demnächst rund 90 Flüchtlinge in den Räumen der ehemaligen Kita untergebracht werden. Die gut 100  Lindower Mädchen und Jungen hatten im März in das neue Kita-Gebäude umziehen können, das für 2,4 Millionen Euro errichtet wurde.

Danilo Lieske (SPD) hatte am Sonnabend gemeinsam mit der Lindower Bürgermeisterin Heidrun Otto (CDU) als Gegenveranstaltung zu dem Protest der besorgten Bürger zu einem bunten Herbstfest vor dem Rathaus eingeladen. Knapp 100 Leute kamen. Sie waren ebenfalls besorgt – wegen des bereits zweiten asylkritischen Aufzugs in ihrer Stadt. Denn zu den Demonstranten gehörten erneut der Neuruppiner NPD-Stadtverordnete Dave Trick sowie Mitglieder der rechtsextremen Freien Kräfte Neuruppin/Osthavelland. Ende Oktober waren allerdings noch etwa 70 besorgte Bürger durch Lindow gezogen.

Knapp 100 Menschen stellten sich gegen die Forderungen der Asylgegner

Knapp 100 Menschen stellten sich gegen die Forderungen der Asylgegner.

Quelle: Vogel

Die Teilnehmer des Herbstfestes sprachen sich am Sonnabend bei Kuchen, Glühwein und Bratwurst dafür aus, die Asylbewerber freundlich willkommen zu heißen. Immerhin seien diese vor Krieg und Terror geflüchtet.

Die Polizei war mit 40 Beamten im Einsatz, um beide Veranstaltungen in Lindow abzusichern. Denn der am Friedhof begonnene Umzug der besorgten Bürger zum Marktplatz führte auch direkt am Rathaus vorbei. Dort kam es aber lediglich zu verbalen Auseinandersetzungen, so dass die Polizei nicht eingreifen musste.

„Wir dürfen uns nicht zerfleischen. Das Untereinander im Ort muss trotz der unterschiedlichen Auffassungen funktionieren“, sagte Hansjörg Schubach. Auf Initiative des parteilosen Stadtverordneten, der zur Lindower CDU-Fraktion gehört, hatten sich Bürgermeisterin Otto und Amtsdirektor Lieske bereits am Donnerstag bei Schu­bach mit den Organisatoren des Umzugs Mike Eipel und Ralf Mahler getroffen und mit ihnen eine Stunde lang über das Flüchtlingsproblem diskutiert. „Wir sind weiter gesprächsbereit“, betonte Danilo Lieske.

Von Andreas Vogel

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