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Lindow: Lärm im Wohngebiet

Anwohner verärgert Lindow: Lärm im Wohngebiet

Anwohner haben sich über den Lärm einer Brechanlage beschwert, die das Straßenbauunternehmen Eurovia auf seinem Zwischenlager in Lindow betreibt. Das Unternehmen kündigte an, die Maschine am Freitag anzustellen – die Maschine wird dann nicht mehr gebraucht.

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Lärm kann die Gesundheit schädigen. Deshalb gelten für das Betreiben von Maschinen strenge Auflagen.

Quelle: dpa

Lindow. In ihren Garten geht Ursula Neumann nur noch ungern. Wird auf dem Firmengelände der Lindower Eurovia-Niederlassung die große Brechanlage angeworfen, ist es ihr dort schlichtweg zu laut. Neumann sorgt sich zudem um die Kinder der benachbarten „Kita Kunterbunt“. „Lärmschädigungen bei Kindern sind besonders gravierend“, sagt sie. Ende April beschwerte sie sich.

Auch Pater Jürgen Knobel fühlt sich von dem Lärm gequält. Selbst hinter den Mauern der katholischen Kirche St. Joseph ist der Maschinenlärm zu hören. „Wieso eine Stadt mit Erholungswert so etwas akzeptiert, ist mir absolut unverständlich“, sagt er. Wer in der Kirche einen Ort der Stille suche, finde ihn nicht mehr. Auch er wollte den Krach nicht mehr hinnehmen.

Am Freitag wird die Maschine abgeschaltet

Niederlassungsleiter Jan Lüttwitz wirbt indes um Verständnis. Ende der Woche soll die Brech­anlage, die Schotter aus dem Straßenbau zu neuem Baumaterial zerkleinert, abgestellt werden, kündigt er an. Nachdem die Anlage vor mehr als vier Wochen in Betrieb genommen worden war, wird es rund um die Ernst-Thälmann-Straße wieder ruhig sein.

„Wir verstehen, dass Lärm störend sein kann“, sagt Lüttwitz. In der vergangenen Woche besuchte er die Kita und andere Nachbarn, um den Einsatz der Maschine zu erklären. Jedes Jahr mietet das Unternehmen die Anlage für einige Wochen, um später benötigtes Baumaterial in seinem Lindower Zwischenlager aufzubereiten. Auch im kommenden Jahr wird das Unternehmen die Brechanlage wieder aufstellen. Handzettel sollen dann den befristeten Einsatz erläutern.

Die Genehmigung für das Betreiben der Anlage liegt vor

„Wir haben die Genehmigung“, sagt Jan Lüttwitz. Dem Genehmigungstext zufolge darf die Maschine nicht überall auf dem Firmengelände aufgestellt werden. Auch der Dezibelwert, den der Maschinenlärm nicht überschreiten darf, ist festgelegt. „Er wird nicht überschritten.“

Jutta Kaiser, Leiterin der Kita Kunterbunt, ist froh, dass die Anlage am Freitag abgeschaltet wird. „So ein Lärm ist nicht schön“, sagt sie. Gleichwohl hat Kaiser Verständnis für einen befristeten Einsatz der Brechanlage. „Natürlich hören wir ein dumpfes Geräusch“, sagt sie. Doch weder Kolleginnen noch Eltern haben sich in den vergangenen Woche bei ihr beschwert.

Das Landesumweltamt schickt seine Kontrolleure

Nach Angaben des Landesumweltamtes hat die Eurovia schon im Juli 2003 die Genehmigung für das Betreiben einer Bauschutt­recyclinganlage in Lindow bekommen – unter strengen Auflagen. So darf die Anlage nicht mehr als acht Tage im Jahr betrieben werden. Zwei Wochen vor Einsatz der Anlage muss der Betrieb zudem dem Landesumweltamt gemeldet werden.

Alle zwei Jahre kontrollieren Mitarbeiter des Amtes die Einhaltung der Auflagen. Zuletzt besuchten die Kontrolleure das Lindower Zwischenlager im April vergangenen Jahres. Nachdem die Behörde jetzt eine Beschwerde erhielt, will sie den Betrieb noch ein weiteres Mal kontrollieren. „In Kürze“, wie Behördensprecher Thomas Frey sagt.

Von Frauke Herweg

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