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Lindow erinnert an die deutsche Einheit

Festakt in der Stadtkirche Lindow erinnert an die deutsche Einheit

Mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche haben die Lindower und Besucher am Sonnabend den 25. Jahrestag der deutschen Einheit gefeiert. Hauptredner war der frühere evangelische Landesbischof von Berlin und Brandenburg, Wolfgang Huber. Er lebt seit einiger Zeit mit seiner Frau in Lindow – woran vor 25 Jahren nicht zu denken war.

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Alt-Bischof Wolfgang Huber erinnerte an den Kampf für Freiheit.

Lindow. Wolfgang Huber erinnert sich noch gut an den November vor gut 25 Jahren, an die Tage, als die Mauer fiel. Er saß im Flugzeug auf dem Weg nach Berlin. Von oben sah er die Schlangen von Autos, die sich von überall in der DDR aufmachten in Richtung Westen. Tausende Menschen waren auf dem Weg, die Freiheit zu erkunden, ein besseres Leben, eines ohne Repressalien, ohne Diktatur. An dieses Bild erinnerte der frühere evangelische Landesbischof von Berlin und Brandenburg die mehr als 200 Gäste, die am Sonnabend in die Stadtkirche von Lindow gekommen waren, um den 25. Jahrestag der Deutschen Einheit zu feiern.

Lindows Bürgermeisterin Hei­drun Otto hatte den früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland gebeten, die Festrede zu halten. Zusammen mit seiner Frau lebt Wolfgang Huber heute in der Drei-Seen-Stadt. Dass das je so sein könnte, daran war vor drei Jahrzehnten wohl nicht zu denken. Erst der Mauerfall und die Einheit der beiden deutschen Staaten hat das ermöglicht. Sie hat jene Freiheit geschaffen, die heute so selbstverständlich scheint. Und genau daran erinnerte Wolfgang Huber die Gäste am Sonnabend.

Zum Programm des Festgottesdienstes gehörte auch eine Tanz-Performance

Zum Programm des Festgottesdienstes gehörte auch eine Tanz-Performance.

Quelle: Reyk Grunow

Er erinnerte an die vielen Brüche in der Geschichte des heutigen Deutschland. Daran, dass Menschen in unterschiedlichen Welten aufgewachsen sind und sie sehr unterschiedlich erlebt haben. Daran, dass vor 25 Jahren Menschen mit einer friedlichen Revolution für die Freiheit eingetreten sind. Das Erinnern ist wichtig, findet Huber: „Denn die Gegenwart versteht nur, wer weiß, wie es zu ihr gekommen ist. Die Zukunft kann nur gestalten, wer seine Herkunft kennt.“

Auch Lindow wird Flüchtlinge aufnehmen müssen

Bürgermeisterin Heidrun Otto erinnert an all das, was Lindow in den vergangenen Jahren erreicht hat. Ohne die Deutsche Einheit wäre die Stadt heute nicht das, was sie ist. Millionen wurden investiert, Partnerschaften geschlossen, Freundschaften über Grenzen hinweg. Sie erinnerte aber auch daran, dass auf Lindow neue Herausforderungen zukommen werden. Bisher leben kaum Flüchtlinge in der Stadt. Doch das wird sich ändern. Längst ist klar, dass auch Lindow Flüchtlingsunterkünfte bekommt und Menschen aufnehmen wird, die auf der Suche nach einem friedlichen und menschenwürdigen Leben sind. Viele von ihnen haben alles verloren.

Seine Festrede verband Wolfgang Huber am Sonnabend dann auch mit einem Appell: „Man muss anderen die gleiche Freiheit einräumen, die man selbst in Anspruch nimmt. Deshalb kann uns das Schicksal von Menschen nicht gleichgültig lassen, die in anderen Ländern der Unfreiheit zu entkommen versuchen.“

Von Reyk Grunow

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