Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Lindow in der Schuldenfalle

Drei-Seen-Stadt kommt von alleine nicht aus den Miesen Lindow in der Schuldenfalle

Die Schulden der Drei-Seen-Stadt Lindow werden sich trotz Einsparungen bis 2018 mehr als verdoppeln. Das Paradoxe daran: Weil die Stadt so arm ist, kann sie Millionen fremden Geldes investieren. Nun beschlossen die Stadtverordndeten den neuen Haushaltsplan samt eines neuen Haushaltssicherungskonzepts – um wenigstens guten Willen zu zeigen.

Voriger Artikel
Neuruppiner Party-Hangar-Streit spitzt sich zu
Nächster Artikel
Ärger wegen Quietscheentchen?

Bürgermeisterin Heidrun Otto hofft auf einen Schuldenschniktt.

Quelle: Peter Geisler

Lindow. Lindow kommt alleine nicht mehr aus seinen Schulden heraus. Die Bürgermeisterin Heidrun Otto (CDU) hofft nun auf einen Schuldenschnitt. Einen Austritt aus dem Euro plant die Drei-Seen-Stadt aber nicht. Haushaltssicherungskonzepte begleiten die Lindower schon seit Jahren – auch für den diesjährigen Haushalt. Den haben die Stadtverordneten am Donnerstagabend beschlossen – ohne die Stimmen der SPD – die war geschlossen in Urlaub. Auch Vertreter anderer Parteien fehlten. Die Versammlung war knapp beschlussfähig.

Die Stadt büßt für Fehler der 90er Jahre

Lindow büßt bis heute für Fehler, die Lokalpolitiker in den 90er Jahren begangen haben. Der Verkauf der Wärmeversorgung, die Pleite der Wohnungsgesellschaft und der Gewerbepark Herzberg brachten der Stadt Schulden ein, für deren Zinsen sie heute noch bezahlt. Der diesjährige Haushalt erwirtschaftet bei den laufenden Verwaltungskosten ein Defizit von weiteren 374 000 Euro. Um flüssig zu sein, musste Lindow einen Kassenkredit von 1,74 Millionen Euro aufnehmen. Allein dafür zahlt die Stadt 9184 Euro Zinsen. Bis zum Jahr 2018 werde die Stadt 1,596 Millionen Euro Schulden angehäuft haben, erklärte die stellvertretende Amtsdirektorin Carmen Noack. Das Paradoxe daran: Weil Lindow so arm ist, bekommt es Geld aus dem Ausgleichsfonds für notleidende Kommunen.

Viel Geld kam aus dem Bettelfonds

Reichere Gemeinden in Brandenburg stellten Lindow allein in den Jahren 2013 und 2014 mehr als 2,55 Millionen Euro zur Verfügung für das Sanieren von Straßen. Rund 900 000 Euro aus dem sogenannten Bettelfonds konnte die Stadt in ihr Schul- und Sportzentrum stecken. Nur Schulden dürfen mit dem Geld nicht getilgt werden. Die Stadt muss es investieren. Die Bürgermeisterin hofft nun auch auf Geld, um von dem Schuldenberg runterzukommen. Dass Lindow das alleine schafft, daran glaubt Heidrun Otto nicht mehr. Denn auch das nun beschlossene Haushaltssicherungskonzept könne solche Summen nicht einsparen. Es gehe eher darum, der Landesregierung den guten Willen zu zeigen. So könnten die Investitionen mit fremdem Geld nun zumindest helfen, künftig Betriebskosten zu sparen: Für 3000 Euro weniger Strom sollen die neuen Leuchtdioden in den Straßenlampen verbrauchen, 5300 Euro an Heizkosten könnte die Wärmedämmung der Turnhalle sparen helfen.

Verkäufe sollen die Kasse klingeln lassen

Außerdem will die Stadt die ehemalige Altentagesstätte verkaufen und damit einmalig möglichst viel Geld einnehmen und jährlich 700 Euro an Betriebskosten sparen. Die Amtsleiterin Doris Bergmann rechnet außerdem damit, dass Lindow 4000 Euro im Jahr mehr einnehmen könnte, wenn alle Vermieter ihrer Pflicht nachkämen,. von den Gästen Kurtaxe zu kassieren und an die Stadt weiterzuleiten.

Von Christian Schmettow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg