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Lindow lässt sich Fenster versilbern

Baugrundstück wird zu Grünland Lindow lässt sich Fenster versilbern

Eigentlich hat die Stadt Lindow gar nicht vor, ihre Grünanlage an der „süßen Ecke“ durch ein Haus zu ersetzen und sich damit den Seeblick vom Marktplatz her zu verbauen. Trotzdem soll ein Bauherr nun Ausgleich zahlen, wenn die Stadt ihm Fenster in der Giebelwand des Nachbarhauses genehmigt.

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Für den Einbau von Fenstern soll ein Lindower Hauseigentümer zahlen.

Quelle: dpa

Lindow. Adventszeit à la Lindow: Wenn die Stadt ein Fensterchen aufmacht, möchte sie dafür Geld sehen. Das wurde kurz vor Weihnachten klar. Was ist geschehen?

Seit Jahren ärgern sich viele Lindower über so genannten Schandflecken an ihrem Marktplatz. Immer wieder ein Thema war das Unkraut vor dem letzten Haus vor der „süßen Ecke“ – so heißt die Grünfläche zwischen Marktplatz und Wutzsee, weil dort einst ein Kolonialwarenladen stand, der auch Süßigkeiten verkaufte. Niemand schien sich um das leer stehende Haus zu kümmern, niemand machte vor der Tür sauber.

Nun hat das Haus einen neuen Besitzer. Stephan Landwehr stammt aus Berlin, wohnt jetzt aber im Ruppiner Land und hat 2014 das Haus gekauft. Er möchte 2016 in dem Haus und im Dachgeschoss acht Wohnungen bauen, zwischen 50 und 80 Quadratmeter groß und mit 340 bis 400 Euro Miete bezahlbar. „Ich habe bereits eine Baugenehmigung“, sagt Stephan Landwehr. Er hofft, dass die ersten Mieter die nächsten Weihnachten bereits in seinem Haus feiern. 

Schön wäre es dabei für die Mieter, wenn sie auch an der Giebelwand ein Fenster öffnen könnten. Sie würden dann nicht nur auf die Grünfläche schauen, sondern hätten auch einen Blick auf den Wutzsee und das Kloster. Auch für die Stadt wäre das Haus mit seitlichen Fenstern ein schönerer Anblick als mit dem großen Brandgiebel, ist der Bauherr überzeugt.

Die Fenster gelten als Baulast

Doch dort, wo heute die städtische Grünanlage ist, stand einmal ein Haus – die „süße Ecke“ ist nach wie vor ein Baugrundstück im Besitz der Stadt Lindow. Wenn die Stadt als Nachbarin Fenster im Giebel von Stephan Landwehrs Haus genehmigt, könnte sie auf ihrem eigenen Grundstück kein vernünftiges Haus mehr bauen. Und dafür, dass sie dieser so genannten Baulast auf ihrem Grundstück zustimmt, will die Stadt Geld sehen. Der Bauausschuss hatte bisher empfohlen, die Fenster nicht zu genehmigen. Doch die Stadtverordneten zeigen sich zu Verhandlungen bereit. „Durch die Baulast wird der Wert des Stadtgrundstückes gemindert. Wie können Sie uns das schmackhaft machen?“, fragt Dieter Brauch (Die Linke).

Auch Amtsdirektor Danilo Lieske (SPD) ist für einen finanziellen Ausgleich. „Es ist durchaus üblich, eine Entschädigung zu zahlen, wenn jemand eine Baulast erträgt“, sagt der Verwaltungschef. Schließlich werde ein heutiges Baugrundstück zu Grünland, weil dort wegen der vorgeschriebenen Abstände zu der Fensterwand kein sinnvoller Baukörper mehr möglich ist. Denkbar ist für den Amtsdirektor eine Entschädigung in Höhe der Differenz zwischen Baulandpreis und Grünlandpreis, multipliziert mit den Quadratmetern.

Zwar räumt die Lindower Bürgermeisterin Heidrun Otto (CDU) ein, dass die Stadt an der Süßen Ecke ohnehin nicht bauen wollte („Es ist kaum damit zu rechnen, dass wir uns den Seeblick vom Marktplatz aus verbauen“), aber Geld will auch sie trotzdem sehen. Darüber soll nun im Januar erneut der Bauausschuss beraten.

Von Christian Schmettow

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