Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Lindow Pflanzen aus Talmud, Koran und Bibel
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow Pflanzen aus Talmud, Koran und Bibel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:43 28.02.2019
Vor zwei Wochen kamen die Wegebauer. Sie sollen ein Labyrinth und ein Bewässerungssystem anlegen. Quelle: Frauke Herweg
Lindow

Ein Baum, verschiedene Früchte. In wenigen Wochen will Horst Borgmann, der Vorsitzende des Lindower Stiftskapitels im Garten des Buches, einen Baum pflanzen – den Baum des Buches. Später sollen Vertreter anderer Religionen diesen Baum pfropfen. Ein Baum, der gleichzeitig Äpfel und Birnen trägt, könnte entstehen. Für Borgmann ein Sinnbild. „Wir haben alle dieselbe Wurzel.“

Vor zwei Wochen haben die Arbeiten am künftigen Garten des Buches begonnen. Bis Ende Mai, so hofft Borgmann, sollen alle Firmen abgezogen sein. Wegebauer sollen derzeit das Herzstück des Gartens – ein großes Labyrinth – und ein Bewässerungssystem anlegen. Mitarbeiter einer Heiligengraber Stahlbaufirma werden anschließend die Tischbeete errichten, die später nach verschiedenen botanischen Themen geordnet bepflanzt werden.

Drei Religionen

Pflanzen aus Bibel, Koran und Talmud sollen in dem Garten später einmal blühen. Borgmann sucht derzeit nach einem Unternehmen, das diese Pflanzen anbietet. „Es ist sehr schwierig, Firmen zu finden, die auch mediterrane Pflanzen liefern“, sagt Borgmann. Anfragen bei Großmärkten blieben erfolglos. In der kommenden Woche endet die Frist, in der sich Firmen um den Auftrag bewerben können.

„Der Garten des Buches ist ein gewagtes theologisches Experiment“, sagt Borgmann. Der Vorsitzende des Stiftskapitels hofft, dass der Garten Offenheit und Verständnis für andere Religionen weckt. Verse aus der Bibel und dem Koran sollen die einzelnen Pflanzen des Gartens schmücken. Christen, Juden und Moslems hätten zwar durchaus ein anderes Gottesverständnis, sagt Borgmann. „Aber da ist mehr Gemeinsames als wir denken.“

Wogendes Getreide

Schon jetzt ist klar, dass in dem Garten des Buches Felder aus Roggen und Weizen wogen sollen. Von der Evangelischen Versöhnungsgemeinde, die am ehemaligen Mauerstreifen in Berlin jedes Jahr ein Roggenfeld anlegt, wird Borgmann ein wenig Saatgut bekommen. Später, so hofft Borgmann, backen Berliner und Lindower gemeinsam ein Friedensbrot.

Bis Ende des Jahres sollen zudem die geplanten Arbeiten im angrenzenden Perelshaus abgeschlossen sein. Borgmann und seine Mitstreiter wollen den Saal im Erdgeschoss des Hauses zu einem Konferenzraum umbauen und nebenan eine kleine Küche einrichten. Bis Ende des Jahres muss das Projekt abgeschlossen sein – diese Bedingung hat der Fördermittelgeber gemacht. „Das ist eng“, sagt Borgmann.

Kurs für Ikonenmalerei

Erste Ideen für die Nutzung des Saals mit Seeblick gibt es bereits. So will die Volkshochschule dort einen Kurs für Ikonenmalerei anbieten. Borgmann würde sich durchaus noch weitere Angebote der Volkshochschule wünschen. Er hat zudem bei der Musikschule und bei Esta Ruppin für den Saal geworben. „Das sind die richtigen Partner.“

Der Veranstaltungsraum soll zudem eine kleine Gedenkstätte für den Namensgeber des Hauses sein – Friedrich Justus Perels. Borgmann hat bereits die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, die den Nachlass von Perels verwaltet, als Partner gewinnen können. „Originale werden hier nicht zu sehen sein“, sagt Borgmann. Gleichwohl soll die geplante Dauerstellung einen Einblick in Perels’ Leben geben. „In Berlin gibt es das Perels-Grab als Gedenkort und einen Perelsplatz“, sagt Borgmann. „Eine Perels-Gedenkstätte gibt es noch nicht.“

Ermordet in einer Gestapo-Aktion

Perels war Justitiar der Bekennenden Kirche gewesen. Im Herbst 1944 war er in Zusammenhang mit dem Hitler-Attentat vom 20. Juli verhaftet worden. Die Nazis ermordeten ihn in einer Gestapo-Aktion am 23. April 1945 in Berlin-Tiergarten. Borgmann hofft, die Gedenkstätte zum 75. Todestag Perels’ im kommenden Jahr eröffnen zu können.

Vor Kurzem hatten Borgmann und seine Mitstreiter die Zusage bekommen, dass es für die Sanierung des Erdgeschosses Fördermittel gibt. Den Ausbau des Obergeschosses stemmen sie ohne finanzielle Hilfen der EU. Vier Wohnungen sollen dort entstehen. Bis Ende des Jahres sollen auch die Wohnungen fertig sein.

 

Von Frauke Herweg

Erneut ist bei Rüthnick ein totes Stück Damwild entdeckt worden. War es ein Jäger, der das Tier nicht richtig getroffen hat? Oder treibt ein Wilderer sein Unwesen. Die Jagdbehörde geht dem Fall jetzt nach.

02.03.2019

Noch hinken das Amt Lindow und seine Gemeinden beim großen Finanzcheck hinterher. Bis Ende 2020 soll der Rückstand im Vergleich zu Nachbarkommunen aufgeholt sein. Der Amtsdirektor denkt, dass das klappt.

25.02.2019

Herzbergs Pfarrer Ulrich Baller verlässt die Gemeinde. Er wechselt nach 17 Jahren ins Havelland. Sein Amt übernimmt eine junge Frau. Sie kommt aus Neuruppin und tauscht ihre Stelle mit Ulrich Baller.

21.02.2019