Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Lindow Horstbetreuer beringt junge Fischadler
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow Horstbetreuer beringt junge Fischadler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 30.06.2018
Henry Lange beim Beringen der Jungvögel. Quelle: Cornelia Felsch
Lindow

Wieder einmal stapft Horstbetreuer Henry Lange über das Feld am Ortsrand von Lindow, begleitet von zahlreichen Menschen – darunter auch ein Fernsehteam. Der Greifvogel-Experte ist ehrenamtlich für das Landesumweltamt unterwegs. Der Weg zum Mast, auf dem auch in diesem Jahr ein Fischadlerpärchen gebrütet hat, führt über ein vertrocknetes Getreidefeld. Es ist Dienstag. Das Beringen der Jungvögel steht an.

Seit sich Fischadler 2006 auf dem Strom-Mast niedergelassen haben, ereignet sich dieses Schauspiel jährlich. Einer, der seit Jahren dabei ist, ist der Lindower Peter Groß, der direkt am Feldrand wohnt. Der 76-Jährige ist gern zur Stelle, wenn Henry Lange eine helfende Hand braucht – sei es beim Wiegen, Messen oder auch beim Beringen der Vögel. Doch bevor es soweit ist, muss erst einmal Maximilian Bona, gut gesichert, den Mast erklimmen. Der Kletterer und Henry Lange sind seit vielen Jahren ein Team. Alle Blicke richten sich nun gen Himmel.

Henry Lange wiegt Fischadler Quelle: Cornelia Felsch

In einem Sack verstaut, lässt Bona die Jungvögel am Seil herunter. Die Neugier steigt und nicht nur die beiden Enkel von Henry Lange sind gespannt auf die Jungvögel. Der neunjährige Moritz hat dem Großvater schon häufig über die Schulter geschaut, für den zweijährigen Hugo ist es eine ganz neue Erfahrung.

Es ist das siebte Fischadlernest, dass Henry Lange und Maximilian Bona in dieser Woche besuchen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, bevor sie wegfliegen“, sagt Henry Lange, der eine Thermoskanne hervorholt. Darin ist allerdings weder Kaffee noch Tee, sondern nur einfaches heißes Wasser. „Seit dem vergangenen Jahr gibt es keine Metallringe mehr, auf dem die individuelle Nummer eingraviert ist“, sagt der Vogelschützer. „Der Hersteller ist verstorben und nun bekommen wir Kunststoffringe aus Polen.“

Ringe werden in heißem Wasser geschmeidig gemacht

Das Glasfaser verstärkte Material ist allerdings sehr spröde. Um zu verhindern, dass es bricht, hat sich der Horstbetreuer einen Trick ausgedacht. Er steckt die Ringe erst einmal in die Kanne, um sie geschmeidig zu machen. Die drei jungen Adler ducken sich ängstlich an den Boden. „Sie sind etwa fünf Wochen alt“, schätzt Henry Lange. „In drei Wochen werden sie fliegen.“

Doch erst einmal werden sie nun gekennzeichnet – bekommen einen Kunststoffring mit ihrem persönlichen Code und einen Metallring, in den eine Buchstaben-Zahlen-Kombination eingraviert ist. Sie zeigt an, dass sie in der Vogelwarte Hiddensee registriert sind, und liefert den Wissenschaftlern Informationen über Zugverhalten, Brut-Biologie und Bestandsentwicklung. Um die Ringe zu kontrollieren, müssen Vogelexperten nicht zum Horst hinauf steigen, die Ziffern sind auch in 200 Metern Entfernung durch ein Fernglas erkennbar.

Zwei junge Fischadler. Quelle: Cornelia Felsch

Anhand der Daten lassen sich die Lebenswege der Tiere genau verfolgen. Nachdem Henry Lange die Tiere beringt hat, misst er die Flügellängen und wiegt die Vögel. „Wir haben hier auf alle Fälle zwei Weibchen“, sagt er. „Diese sind schwerer als die Männchen, auch die Fänge sind kräftiger.“ 1740 Gramm und 1930 Gramm sind schon ein starkes Gewicht. „Bei dem kleinsten Vogel kann ich noch nicht genau sagen, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt“, sagt Lange.

Immer mehr Adler werden aus dem Wald vertrieben

Er freut sich über die drei Jungen, denn die Fischadlerbestände sind auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin rückläufig. „In den letzten fünf Jahren sind es rund 30 Prozent weniger Brutpaare.“ Woran das liegt, kann er nur vermuten: „Die meisten Fischadler brüten auf Bäumen im Wald und dort wird es immer unruhiger, sei es durch Menschen oder Maschinen, die für die Bewirtschaftung eingesetzt werden. So weichen sie zunehmend auf Masten aus. Wir sehen sie allerdings lieber auf ihren angestammten Waldbrutplätzen.“

Von Cornelia Felsch

Eine amerikanische Bulldogge hat am Montagnachmittag in Vielitz eine 31-jährige Frau gebissen. Die Frau wollte das Tier, das einem 35-Jährigen gehört, füttern. Der Hund schnappte zweimal zu und verletzte die 31-Jährige am Bauch.

26.06.2018

Illegal entsorgerter Gartenabfall oder Sperrmüll, der tagelang stehen bleibt: Gegen solche und andere Schmuddel-Ecken will die Stadt Lindow jetzt etwas unternehmen. Eine Verordnung soll Konsequenzen regeln.

20.06.2018
Lindow Prozess gegen Mann aus Lindow - Brandstifter zündelte aus Neid und Langeweile

Fünf Brandstiftungen gab es in jüngster Vergangenheit Lindow. Dafür verantwortlich waren zwei Männer. Einer wurde bereits verurteilt, dem anderen wird jetzt der Prozess gemacht. Seine ungefähre Strafe kennt er bereits.

18.06.2018