Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Lindow Kampf um Erholungsort-Titel
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow Kampf um Erholungsort-Titel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:33 20.05.2018
Lindow hat ein großes touristisches Potenzial. Allerdings könnte es dieses Potenzial noch besser nutzen. Quelle: Peter Geisler
Anzeige
Lindow

Bürgermeisterin Heidrun Otto hatte zuvor an viele Türen geklopft. Hatte viele Lindower gebeten, Haus und Grundstück von der besten Seite zu präsentieren. Ob die Bemühungen der Lindower halfen, den Status als staatlich anerkannter Erholungsort zu verteidigen, wird sich voraussichtlich in vier Wochen zeigen. Dann gibt der Landesfachbeirat seine Entscheidung über den Titel bekannt.

Am Mittwoch hatte das Gremium die Drei-Seen-Stadt besucht und sich Lindows touristische Angebote angeschaut. Otto ist nach dem Rundgang mit der Expertenkommission optimistisch, dass Lindow den Titel unter Auflagen behält. Allerdings nicht wie bisher üblich für weitere zehn Jahre. Weil die gesetzlichen Vorgaben zur Vergabe des Titels sich ändern, werde der Titel vorerst nur befristet verliehen, so Otto.

Touristischer Schwerpunkt fehlt

Prinzipiell seien die Vertreter des Landesfachbeirates durchaus beeindruckt gewesen, sagt Otto. „Campingplatz, Marina – die waren begeistert.“ Allerdings bemängelte des Landestourismusverband auch, dass Lindow ein Alleinstellungsmerkmal fehlt. „Da ist kein roter Faden“, sagt Otto. Zwar habe Lindow mit der Schwimmhalle der Sportschule und den geführten Nordic Walkingtouren einige gesundheitstouristische Angebote. Ein klarer Schwerpunkt fehle jedoch.

Nach Einschätzung von Experten würde ein solches Alleinstellungsmerkmal helfen, Investoren nach Lindow zu holen. Bislang fehle der Stadt ein größeres Hotel für etwa 50 Leute, sagt Otto. „Dann kann auch mal ein Reisebus kommen.“

Bürgermeisterin kämpft für den Titel

Otto selbst wünscht sich den Titel sehr. „Ich kämpfe wie ein Löwe dafür“, sagt sie. Allerdings weiß auch Otto, dass ein solcher Titel nicht im Alleingang zu holen ist. Nur wenn sich Gastronomen, Hoteliers und Händler zusammenfinden und gemeinsame Aktionen entwickeln, lasse sich der Titel langfristig erstreiten.

„Touristen wollen etwas geboten bekommen“, sagt Otto. „Die touristischen Leistungsträger müssen sich zusammenschließen.“ Bislang, so bedauert Otto, reichen die Bemühungen nicht aus. Auch Zertifizierungen für die Service-Qualität fehlen. Bislang haben nur wenige Lindower Betriebe ein Zertifikat erkämpft.

Gesetzliche Vorgaben ändern sich

Die gesetzlichen Vorgaben für den Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“ stammen aus dem Jahr 1994. Derzeit wird das Brandenburgische Kur- und Erholungsorte-Gesetz überarbeitet. Bis Ende des Jahres könnte die Neuauflage dem Parlament vorliegen, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Welche konkreten Vorgaben Erholungsorte dann erfüllen müssen, ist noch unklar.

Will Lindow auch künftig ein staatlich anerkannter Erholungsort sein, müsste die Stadt auch ein neues Tourismuskonzept erarbeiten. „Das wird Voraussetzung sein“, sagt Otto. Ob es ein solches Konzept tatsächlich geben wird, entscheiden die Stadtverordneten – schließlich kostet ein solches Konzept.

Lindow habe viel Potenzial, sagt Otto. Da seien sich alle Teilnehmer des Rundgangs einig gewesen. „Aber es wird noch nicht das daraus gemacht, was gemacht werden könnte.“

Von Frauke Herweg

Die Busgesellschaft ORP will in wenige Monaten selbstfahrende Kleinbusse im Kreis Ostprignitz-Ruppin auf der Straße testen. Vier Strecke sind dafür zurzeit im Gespräch.

18.05.2018

Erneut haben Unbekannte bei der Tankstelle in Lindow eingebrochen. Gestohlen wurden Geld und Tabakwaren in beträchtlicher Höhe. Die Polizei ermittelt. Erst im März war die Tankstelle Ziel von Einbrechern.

14.05.2018

Es sollte der 39. Lindower Volksangeltag werden – wurde aber von den Organisatoren abgesagt. Lindows Petrijünger fanden das gar nicht gut und organisierten eine kleinere Version – quasi als Protest.

10.05.2018
Anzeige