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Lindow Mehr als schöne Fassaden und bunte Blümchen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow Mehr als schöne Fassaden und bunte Blümchen
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15:23 20.09.2018
Der Touristenführer Walter Streblow führt eine Reisegruppe durch Lindow. Quelle: Peter Geisler
Lindow

Wie weiter mit dem Tourismus in Lindow? Der Hauptausschuss der Stadt beschäftigte sich am Mittwochabend mit dem Für und Wider des Titels „Staatlich anerkannter Erholungsort“ und den Folgen der Evaluierung vom 18. Mai diesen Jahres.

Die Bürgermeisterin und Ausschussvorsitzende Heidrun Otto (CDU) musste nach der Diskussion feststellen, dass die Ansichten des fünfköpfigen Gremiums nicht auf einen Nenner zu bringen waren.

Konzept muss bis 2020 vorliegen

Der Landesfachbeirat hat in seiner Beurteilung Auflagen genannt, die in den kommenden Jahren erfüllt werden müssen. Allen voran das Erstellen einer „fachlich fundierten Erholungsortentwicklungskonzeption“. Die fordert der Beirat bis zum 31. Juli 2020 ein (die MAZ berichtete). Die Kommunalpolitiker der Drei-Seen-Stadt müssen sich positionieren, ob Arbeitskraft und vor allem Geld in den Erhalt des Namenszusatzes investiert werden sollen.

Lindow, Hausboote am Gudelacksee. Quelle: Stephanie Fedders

Dabei ist die Zeitschiene sehr ambitioniert. Sollte sich die Stadtverordnetenversammlung für ein Konzept aussprechen, müsste der Auftrag ausgeschrieben werden – unter Berücksichtigung entsprechender Fristen und Risiken, ob die Kalkulation aufgeht. „Eineinhalb Jahre sind schnell um“, mahnte die Bürgermeisterin.

Amtsdirektor Danilo Lieske (SPD) verdeutlichte den Ausschussmitgliedern, dass es nicht allein mit dem Bereitstellen von Geld für das Konzept getan sei: „Es muss schon klar sein, wie wir die Zertifizierung erreichen wollen.“

Das kostet Aufwand und Geld

Für den Titel müsse Lindow mehr bieten als „schöne Fassaden und bunte Blümchen“. Es sei aus Sicht des Verwaltungschefs ein „dauerhaftes Geben und nehmen, das Aufwand und Geld kostet“.

Heidrun Otto sprach an, was auch der Fachbeirat kritisch angemerkt hatte: Mangelnde Kooperation der touristischen Akteure und fehlende Angebote. „Wir brauchen die Mitarbeit aller Leistungsträger“, sagte Heidrun Otto.

Die Bürgermeisterin bemängelte zudem fehlende Investitionen in der Stadt: „Die süße Ecke ist ein Gewinn für Lindow, kann aber nicht alles ausgleichen. Wir brauchen dringend ein Hotel, in dem Reisegruppen übernachten können.“

Lindow, Süße Ecke. Quelle: Stephanie Fedders

Hansjörg Schubach (CDU) ließ keine Zweifel an seiner Position: „Die Diskussion fällt für mich völlig aus. Wir haben hier nur den Tourismus.“ Er erinnerte daran, dass alle, die in Lindow leben, von Investitionen in dem Bereich profitieren und nannte als Beispiele das Erscheinungsbild der Stadt und die Badestellen.

„Was hier passiert ist eine Katastrophe“

Peter Hellmann (SPD) war ernüchtert angesichts vieler Versuche, Missstände zu beheben: „Wenn ich sehe, was hier passiert, ist das eine Katastrophe. Der Tourismusausschuss kommt nicht richtig in Gange, und wir beschließen was, und keiner macht es“, lautete sein Urteil.

„Was bringt uns der Zusatz Kurort?“, wollte er wissen und bekam von Schubach umgehend die Antwort: Das sei ein Werbeargument. Auch Dietmar Schade (Lindow Land) forderte abzuwägen, welchen Nutzen die Bezeichnung „Erholungsort“ für die Stadt hat.

Am 8. Oktober soll die Diskussion weiter gehen – im Tourismusausschuss. „Da werden wir noch mal drüber reden und dann kurzfristig zu einer Versammlung einladen, um die Meinungen aller Beteiligten einzuholen“, schlug Heidrun Otto vor. Die Zeit drängt…

Von Stephanie Fedders

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