Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Lindow Feuerwehr? Ist Sache der Gemeinden!
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow Feuerwehr? Ist Sache der Gemeinden!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:21 06.05.2018
Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD, r.) traf sich am Mittwoch in Lindow mit Feuerwehrleuten und Politikern aus ganz Ostprignitz-Ruppin. Quelle: Reyk Grunow
Lindow

Die Bockwurst auf dem Teller des Temnitzer Feuerwehrchefs Sebastian Giesert hat etwas zu lange im heißen Wasser gelegen. Über die gesamte Länge zieht sich ein breiter Riss durch die Haut. „Geplatzt“, sagt Giesert mit süffisantem Lächeln: „Genau wie die Träume der Feuerwehrleute.“ Der Amtswehrführer nimmt’s gelassen.

Aus dem gesamten Landkreis Ostprignitz-Ruppin waren Feuerwehrleute am Mittwochabend nach Lindow gekommen. Der Kreisfeuerwehrverband hatte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) eingeladen. Schröter wollte wissen, wie es aussieht bei den freiwilligen Wehren in einer eher ländlich geprägten Region. Die Feuerwehrleute wollten ihre Probleme loswerden. Und sie wollten wissen, wie das Land ihnen helfen wird.

Der Innenminister beeilte sich, die Frauen und Männer für ihren heldenhaften Einsatz zu loben. Immer wieder dankte er ihnen für den Dienst, den sie ehrenamtlich leisten, obwohl es sich nach dem Gesetz tatsächlich um eine Pflichtaufgabe der Ämter, Städte und Gemeinden handelt. Diese Arbeit könne man den Frauen und Männern gar nicht hoch genug anrechnen, so Schröter. Viel mehr als diese Worte gab es dann allerdings nicht.

Nötig sind moderne Technik, Gebäude und Ausstattung

Moderne Technik, moderne Gerätehäuser, attraktive Angebote und gute Ausstattung – das sind Grundlagen, um den Dienst bei der Feuerwehr auch für junge Leute attraktiv zu machen. In diesem Punkt waren sich alle einig. Nicht allerdings in der Frage, woher all das kommen soll.

Grundsätzlich sind die Ämter und Gemeinden dafür zuständig, dass die Feuerwehren arbeiten können. Sie müssen dafür sorgen, dass es genügend Geld gibt und genügend Leute. Wie sie das sicherstellen, ist allein ihr Problem. So steht es im Gesetz.

Das Land hat vor einigen Jahren ein System der sogenannten Stützpunktfeuerwehren geschaffen. 103 Wehren gehören dazu, verteilt über ganz Brandenburg. Sie gelten als größer und wichtiger als die anderen und bekommen deshalb auch Unterstützung vom Land beim Kauf von Technik. Wehren, die keine Stützpunktwehr sind, bekommen jedoch so gut wie kein Geld aus Potsdam.

Nicht jede Feuerwehr bekommt Hilfe vom Land

Sieben der zehn Feuerwehren im Kreis Ostprignitz-Ruppin sind Stützpunktwehren. Heiligengrabe, Lindow und auch die Temnitzer Wehr sind es nicht. Dort müssen die Gemeinden bisher selbst sehen, wie sie neue Technik beschaffen – ohne Zuschuss vom Land. Und daran wird sich künftig wohl auch wenig ändern. Allenfalls will das Land innerhalb der Stützpunktwehren noch einige zu sogenannten Schwerpunktwehren machen, die besondere Unterstützung bekommen.

Sollte sich Kerstin Dames Hoffnung auf ein Umschwenken gemacht haben – seit Mittwoch dürfte sie ernüchtert sein. Als stellvertretende Amtsdirektorin und Kämmerin im Amt Temnitz weiß sie, wie schwer es für kleine Gemeinden ist, das Geld für die teure Feuerwehrtechnik aufzubringen. „Ich bin der Meinung, dass nicht nur Stützpunktfeuerwehren gefördert werden sollten“, sagt sie: „Jede einzelne Ortsfeuerwehr hat das verdient.“

Der Minister stimmt ihr zwar im Prinzip zu. Die Chancen auf Zuschüsse für die Feuerwehr im Amt Temnitz, in Lindow oder Heiligengrabe steigen deshalb aber kaum.

Minister: Feuerwehr ist Pflichtaufgabe der Gemeinden

Schröter ließ keinen Zweifel, wer für die Finanzierung der Feuerwehr zuständig ist – die Gemeinden. Sie sind „Träger des Brandschutzes“, wie es im Gesetz heißt. Bei gefühlt jedem zweiten Satz weist der Innenminister am Mittwoch darauf hin.

Als Träger des Brandschutzes müssten die Gemeinden auch dafür sorgen, dass ihre Feuerwehren attraktiver werden. Geldprämien für langjährige Feuerwehrleute wären vielleicht ein Anreiz, schlug Schröter vor. Neue attraktive Uniformen halte er auch für wichtig, um junge Leute zu gewinnen. Auch ein Zuschuss zu den Führerscheinkosten könnte junge Leute zum Dienst bei der Feuerwehr verlocken.

Wer das bezahlen soll? Die Träger des Brandschutzes. „Ich würde die Bürgermeister nur ungern aus der Pflicht entlassen“, sagt der Minister. Er könne sich vorstellen, dass das Land die Gemeinden vielleicht unterstützen könnte – konkrete Zusagen machte Schröter aber nicht.

Land will allen Kommunen mehr Geld überweisen

Immerhin sollen die Gemeinden generell mehr Geld bekommen. Einen dreistelligen Millionenbetrag wolle das Land den Kommunen künftig zusätzlich zur Verfügung stellen. Wie sie das Geld ausgeben, sei Sache der Kommunen. Auch die Feuerwehr soll bedacht werden.

Außerdem will das Land mehr Ausbildungsplätze für Feuerwehrleute schaffen. Die Feuerwehrschule in Eisenhüttenstadt arbeitet seit Jahren an der Obergrenze, vielen Wehren müssen Jahre auf Kurse dort warten. Jetzt kündigt Schröter etwas Entspannung an. In Borkheide könnte eine zweite Schulungsstätte entstehen.

Auch das dürfte kaum verhindern, dass viele Feuerwehren immer schneller schrumpfen, weil es nicht genügend Nachwuchs gibt. Was also tun? Für Schröter ist das eigentlich klar: Gemeinden, die den Brandschutz mit Ehrenamtlichen nicht mehr sicherstellen können, müssen hauptamtliche Kräfte einstellen. Und natürlich bezahlen.

„Im Prinzip hat der Minister Recht“, sagt Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald. Auch er sieht die Gemeinden in der Pflicht. Doch das Land müsste ihnen auch genug Geld geben, um die zu erfüllen.

Von Reyk Grunow

Das Treckertreffen in Rüthnick ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern feste Adresse für alle Liebhaber alter Landtechnik, die zum Teil von weither kommen, um ihre Schätzchen zu zeigen oder sich solche anschauen wollen. In diesem Jahr wurde das 10. Treffen gebührend gefeiert.

04.05.2018

Der Naturpfad am Waldhoh Herzberg ist seit Sonnabend um einen Baum des Jahres reicher. Grundschüler aus Alt Ruppin haben dort eine Esskastanie gepflanzt – und nebenbei viel über die Natur gelernt.

02.05.2018
Lindow Einsatz in Klosterheide - Hochzeit mit Polizei-Großaufgebot

Sogar ein Hubschrauber war im Einsatz: Wegen einer tschetschenischen Hochzeit hat die Polizei ein Großaufgebot nach Klosterheide geschickt. Es waren bewaffnete Gäste befürchtet worden.

26.04.2018