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Lindow Sound-Pipes bei den Sommermusiken
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00:21 08.08.2018
Anne Voigt inmitten der Gäste in Lindows Kirche. Quelle: Regine Buddeke
Lindow

Ein Saxofon gehört nicht in die Kirche? Ein Vorurteil. Immer öfter zeigen Musiker, dass das dem Jazz zugeneigte Instrument ein ganz besonderer Partner für die große Kirchenorgel ist. Und dass ein Saxofon sehr wohl auch Bach- und Händel-tauglich ist.

Anne Voigt hat deren gleich vier – von Alt bis Bass – in die Lindower Kirche mitgebracht, wo sie gemeinsam mit Organist Tobias Berndt den wunderbaren Zusammenklang und den Kontrast der Instrumente klangvoll demonstrieren wird.

Ob Klassik, Gospel, Musical oder Tango: Saxofonistin Anne Voigt und Organist Tobias Berndt wagen sich an alle Genres und lassen ihre Instrumente wunderbar miteinander sprechen.

Ja, sie hegt eine Leidenschaft fürs Saxofon, bekennt sie: bis auf das ultratiefe Kontrabass- und das noch tiefere Subkontrabass besitzt sie jedes aus der großen Familie, die vom Sopranino steil nach unten geht – in Tonlagen, die man sich kaum mehr vorstellen kann. Der Belgier Adolphe Sax hat das erste Saxofon 1840 erfunden – ein Bassinstrument in C-Dur.

Beide Musiker haben bereits bei den Lindower Sommermusiken gespielt – jedoch noch nie gemeinsam. Seit einem Jahr pflegen beide die künstlerische Zusammenarbeit: Unter dem Namen Sound-Pipes. Knapp 90 Gäste sind am Samstag zum siebten Konzert der Saison gekommen, um den beiden zu lauschen.

Mit einem Chanson a bercer von Eugene Bozza beginnt das samtige Altsax. Es ist ein Genuss, den beiden Instrumenten beim Dialog zu lauschen, mal übernimmt das Sax die Melodie mal die Orgel. Mal spielen beide zweistimmig, mal geben sie sich ein Echo-Duett über die Oktaven-Grenzen hinweg. Etwa beim Traditional „Swing low sweet Chariot“, wo das Saxofon den Vorsänger mimt und die Orgel den Chorpart übernimmt.

Beide Musiker spielen seit einem Jahr gemeinsam als „Sound-Pipes“

Anne Voigt schreibt sich viele Arrangements selbst auf den Leib ihres Instruments – etwa für Astor Piazzollas „Kicho“. Dafür nimmt sie das Bass-Saxofon und führt das Publikum tief in den tonalen Abgrund.

Im Gegenzug verströmt Tobias Berndt in seinem Orgelsolo von Lefébure-Wélys „Bolero“ rauschende Beschwingtheit – wenn man die Augen schließt, hört man eine wunderbare Jahrmarkt-Orgel. Beim Händel übernimmt das Saxofon den Part der ursprünglich vorgesehen Violine – erstaunlich, was ein Saxofon so alles kann.

Ein jazzig-rauchiges „Summertime“ verzückt – in einem selten-schönen Arrangement. Charlie Chaplins „Lime Light“ ist ein intimes Zwiegespräch, wo das Bass-Sax untermalt und die Orgel für die zarten Obertöne sorgt. Noch ein Bozza, dann Piazzollas schmelzender „Libertango“ – herrlich. Als Zugabe gibts aus dem „Karneval der Tiere“ das einzige Stück, das fürs Bass-Sax taugt: „Der Elefant“ stampft und trompetet auf seinem Weg. reb

Von Regine Buddeke

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