Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Lindower Helfer bitten um Hilfe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindower Helfer bitten um Hilfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 17.01.2016
Heidrun Otto (M.), Helfer, Erstausstattung für Flüchtlinge. Quelle: Christian Schmettow
Anzeige
Lindow

An sich ist die Lindower Kleiderkammer gut gefüllt – doch auf Flüchtlinge aus Afrika ist sie nicht eingerichtet. „Wir brauchen Kinderschuhe und Kleidung in der größten Kindergröße“, sagt die Lindower Bürgermeisterin Hei­drun Otto (CDU): „So ein Eritreer hat ein Kreuz wie ein Hering zwischen den Augen.“ Und auch die syrischen Frauen seien eher zierlich. Dünn sind viele der Menschen, die zwei Tage vor Weihnachten im neuen Übergangswohnheim für Flüchtlinge in Klosterheide angekommen sind. Zu schlank für das meiste, was Lindower in der Kleiderkammer abgeben.

Dorthin sollten auch weiterhin die Spenden gebracht werden und nicht etwa ins Flüchtlingsheim. Zum einen gibt es im Heim keine Kapazitäten, um Spenden zu sortieren. Zum anderen legt Heidrun Otto großen Wert darauf, neben den Flüchtlingen die vielen Lindower nicht zu vergessen, die auch auf Hilfe angewiesen sind. Damit niemand zu kurz kommt, öffnet die Kleiderkammer nun zusätzlich jeden ersten und dritten Sonnabend im Monat von 9 bis 12 Uhr. Nach wie vor überwältigt ist Heidrun Otto von der Hilfsbereitschaft vieler Lindower – knapp 50 Namen stehen auf der Liste „Lindow hilft“ des Flüchtlingsheims: „Es ist grandios, was die auf die Beine gestellt haben“, lobt die Bürgermeisterin.

Bürgermeisterin wünscht sich mehr Hilfe von außen

Zugleich wünscht sich Heidrun Otto mehr Hilfe von außerhalb. Es könne doch nicht sein, dass der Staat die Arbeit mit den Flüchtlingen aufs Ehrenamt ablade – dass zum Beispiel ABM-Stellen in der Kleiderkammer enden und den Mitarbeiterinnen gesagt wird, sie könnten ja gern ohne Bezahlung weitermachen. Die Kommune ist für die Flüchtlinge im Grunde gar nicht verantwortlich. Das Übergangswohnheim in Klosterheide betreiben eine GmbH und die Ruppiner Kliniken im Auftrag des Landkreises. Trotzdem fühlen sich viele Lindower verpflichtet. Kühlschränke sind zu klein, Putzmittel fehlen, die Fremden brauchen Hilfe beim Einkaufen.

„Wir können doch nicht zugucken, wie Leute ohne Schuhe herumlaufen“, sagt der Stadtverordnete Hansjörg Schubach (CDU), der zum Helferkreis gehört. Wie die Bürgermeisterin ist er der Meinung, dass der Flüchtlingsstrom gestoppt werden muss, dass Deutschland nicht weitere Millionen Menschen aufnehmen kann. Trotzdem sei es ganz einfach Bürgerpflicht, zu helfen, wenn Menschen bei Minusgraden in dünnen Jacken und Sandalen durch die Stadt laufen, findet Schubach. Deshalb engagiert er sich. Und wie die Bürgermeisterin wirkt er durchaus fröhlich dabei. „Dir habe ich erst mal neue Gemeindeglieder besorgt“, sagt er zum Pfarrer Holger Baum. „Da sind auch Christen dabei – und ein Muslim, der sagt, ihm sei es egal, wo er betet.“

Die Freude vieler Helfer kommt daher, dass die Flüchtlinge leicht zu motivieren sind – ob zum Putzen im Heim, zum Deutsch Lernen oder zum Sport. „Die erste Frage ist nach einem Besen, die zweite nach dem Deutschkurs, die dritte nach der Schule für die Kinder“, berichtet der Sozialarbeiter An-dreas Kosmalla und lobt: „Wir haben hier ’ne schicke, kleine Stadt im Hintergrund, die sich Gedanken macht, wie man helfen kann.“ Das könne nicht jedes Flüchtlingswohnheim von sich sagen.

Von Christian Schmettow

Ostprignitz-Ruppin Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 14. Januar - 20 fahren unerlaubt durch gesperrte Baustelle

Innerhalb von zwei Stunden haben Polizisten am Dienstag in Dabergotz 20 Kraftfahrer erwischt, die unerlaubt durch den gesperrten Baustellenbereich auf der Bundesstraße 167 gefahren sind. Die Kontrolle erfolgte zwischen 15 und 17 Uhr durch eine Gruppe der zweiten Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei aus Oranienburg.

14.01.2016
Ostprignitz-Ruppin Reisen trotz Terroranschläge - Kyritzer wollen ans Mittelmeer

Von der aktuellen Lage in der Welt lassen sich die Kyritzer nicht die Reiselust vermiesen. „Die Leute switchen um und suchen sich andere Ziele“, sagt Anke Becker vom Reisebüro Meyer in Kyritz. Spanien, Portugal, Italien und Sardinien sowie die Balearen allgemein stehen derzeit hoch im Kurs. „Auch Griechenland gewinnt wieder“, so Anke Becker.

17.01.2016
Ostprignitz-Ruppin Tischlerlehre für einen Flüchtling - Ein Tschader lernt in Klosterheide

Der Tischlermeister Andreas Baldin kann jede Hand gebrauchen, die zupacken kann. Deshalb hat er einem Flüchtling aus dem Tschad einen Ausbildungsvertrag angeboten. Al-Mahadi Youssouf ist seit fünf Jahren auf der Flucht und hofft nun auf einen Neuanfang. Und das benachbarte Flüchtlingsheim greift gern auf seine Sprachkenntnisse zurück.

17.01.2016
Anzeige