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Lindower Helfer bitten um Hilfe

Flüchtlinge halten die Stadt auf Trab Lindower Helfer bitten um Hilfe

Die Lindower Bürgermeisterin Heidrun Otto (CDU) ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft vieler Lindower für die Flüchtlinge in Klosterheide. Doch die Stadt komme an ihre Grenzen, der Staat dürfe die Kommune nicht allein lassen. Sechs Quadratmeter, ein Handtuch und ein Kochtopf als Grundausstattung – das reiche nicht.

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Heidrun Otto (M.), Helfer, Erstausstattung für Flüchtlinge.

Quelle: Christian Schmettow

Lindow. An sich ist die Lindower Kleiderkammer gut gefüllt – doch auf Flüchtlinge aus Afrika ist sie nicht eingerichtet. „Wir brauchen Kinderschuhe und Kleidung in der größten Kindergröße“, sagt die Lindower Bürgermeisterin Hei­drun Otto (CDU): „So ein Eritreer hat ein Kreuz wie ein Hering zwischen den Augen.“ Und auch die syrischen Frauen seien eher zierlich. Dünn sind viele der Menschen, die zwei Tage vor Weihnachten im neuen Übergangswohnheim für Flüchtlinge in Klosterheide angekommen sind. Zu schlank für das meiste, was Lindower in der Kleiderkammer abgeben.

Dorthin sollten auch weiterhin die Spenden gebracht werden und nicht etwa ins Flüchtlingsheim. Zum einen gibt es im Heim keine Kapazitäten, um Spenden zu sortieren. Zum anderen legt Heidrun Otto großen Wert darauf, neben den Flüchtlingen die vielen Lindower nicht zu vergessen, die auch auf Hilfe angewiesen sind. Damit niemand zu kurz kommt, öffnet die Kleiderkammer nun zusätzlich jeden ersten und dritten Sonnabend im Monat von 9 bis 12 Uhr. Nach wie vor überwältigt ist Heidrun Otto von der Hilfsbereitschaft vieler Lindower – knapp 50 Namen stehen auf der Liste „Lindow hilft“ des Flüchtlingsheims: „Es ist grandios, was die auf die Beine gestellt haben“, lobt die Bürgermeisterin.

Bürgermeisterin wünscht sich mehr Hilfe von außen

Zugleich wünscht sich Heidrun Otto mehr Hilfe von außerhalb. Es könne doch nicht sein, dass der Staat die Arbeit mit den Flüchtlingen aufs Ehrenamt ablade – dass zum Beispiel ABM-Stellen in der Kleiderkammer enden und den Mitarbeiterinnen gesagt wird, sie könnten ja gern ohne Bezahlung weitermachen. Die Kommune ist für die Flüchtlinge im Grunde gar nicht verantwortlich. Das Übergangswohnheim in Klosterheide betreiben eine GmbH und die Ruppiner Kliniken im Auftrag des Landkreises. Trotzdem fühlen sich viele Lindower verpflichtet. Kühlschränke sind zu klein, Putzmittel fehlen, die Fremden brauchen Hilfe beim Einkaufen.

„Wir können doch nicht zugucken, wie Leute ohne Schuhe herumlaufen“, sagt der Stadtverordnete Hansjörg Schubach (CDU), der zum Helferkreis gehört. Wie die Bürgermeisterin ist er der Meinung, dass der Flüchtlingsstrom gestoppt werden muss, dass Deutschland nicht weitere Millionen Menschen aufnehmen kann. Trotzdem sei es ganz einfach Bürgerpflicht, zu helfen, wenn Menschen bei Minusgraden in dünnen Jacken und Sandalen durch die Stadt laufen, findet Schubach. Deshalb engagiert er sich. Und wie die Bürgermeisterin wirkt er durchaus fröhlich dabei. „Dir habe ich erst mal neue Gemeindeglieder besorgt“, sagt er zum Pfarrer Holger Baum. „Da sind auch Christen dabei – und ein Muslim, der sagt, ihm sei es egal, wo er betet.“

Die Freude vieler Helfer kommt daher, dass die Flüchtlinge leicht zu motivieren sind – ob zum Putzen im Heim, zum Deutsch Lernen oder zum Sport. „Die erste Frage ist nach einem Besen, die zweite nach dem Deutschkurs, die dritte nach der Schule für die Kinder“, berichtet der Sozialarbeiter An-dreas Kosmalla und lobt: „Wir haben hier ’ne schicke, kleine Stadt im Hintergrund, die sich Gedanken macht, wie man helfen kann.“ Das könne nicht jedes Flüchtlingswohnheim von sich sagen.

Von Christian Schmettow

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