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Lindower Netto kann alle versorgen

Die Stadt lacht über angeblich leere Regale Lindower Netto kann alle versorgen

Ein Lindower hat versucht, mit angeblich leeren Regalen im Lindower Netto-Markt Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen: Die kauften den Lindowern bald die Lebensmittel weg. Dabei kann die Stadt schon jetzt in der Saison hunderte Touristen zusätzlich versorgen. Außerdem leben in Lindow heute 300 Menschen weniger als noch vor acht Jahren.

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Der Netto-Markt versorgt die Lindower und die Touristen.

Quelle: Peter Geisler

Lindow. Der Lindower Netto-Markt fühlt sich durchaus in der Lage, nicht nur die knapp 3000 Lindower mit Lebensmitteln zu versorgen, sondern auch die gut 100 Flüchtlinge, die demnächst nach Lindow und Klosterheide kommen könnten. Das teilt die Netto-Zentrale in Bayern auf MAZ-Anfrage mit: „Das Netto-Logistikzentrum in Berlin versorgt unsere Netto-Filiale in Lindow umfassend. Die Filiale ist somit stets verkaufsbereit und freut sich über jeden Neukunden.“

Angst vor Lebensmittelknappheit durch Flüchtlinge hatte vor einer Woche der Lindower Mike Eipel bei einer Demonstration auf dem Marktplatz geschürt (die MAZ berichtete): „Lindower, ihr wisst es doch selbst, wenn ihr vor leeren Regale steht: Unser Netto reicht doch kaum für uns!“

Der Lindower Amtsdirektor Danilo Lieske (SPD) hält solche Befürchtungen für Blödsinn. Lindow habe in den vergangenen acht Jahren 300 Einwohner verloren. Im Sommer versorgt die Stadt hunderte Touristen zusätzlich.

In diesem Jahr rechne er in Lindow ohnehin nicht mehr mit dem Einzug von Flüchtlingen, weil die leerstehenden Kita-Gebäude vorher erst umgebaut werden müssen, sagt Danilo Lieske.

Dass samstagnachmittags manche Ware mal knapp wird, erlebt man auch in Neuruppiner Supermärkten. Je mehr frisches Fleisch, Brot, Milch, Obst und Gemüse die Geschäfte bis Ladenschluss bereithalten, desto mehr müssen sie nachher wegschmeißen – was dann auch Protest auslöst. „Wenn kein Rind mehr da ist, kaufe ich eben Huhn“, sagt der Lindower Amtsdirektor.

Auch die Lindower Bürgermeisterin Heidrun Otto (CDU) erinnert sich nicht daran, dass sie in Lindow mal hungern musste. „Ganz Lindow lacht über diese Aussage“, sagt sie. Wenn am Freitag vor dem Reformationstag das Obst knapp wird, liege das auch daran, dass die Leute vor einem Feiertag wie verrückt einkaufen. „Natürlich wäre es schön, in Lindow einen zweiten großen Anbieter zu haben“, sagt die Bürgermeisterin. Als im Sommer bei Netto die Kühlregale ausfielen, habe die Stadt alt ausgesehen – auch ohne Flüchtlinge. Außerdem wäre es schön, noch ein Geschäft mit einem anderen Sortiment zu haben – der größeren Auswahl wegen, so Heidrun Otto.

Pläne für einen zweiten Supermarkt auf dem großen Parkplatz an der Rheinsberger Straße hatten sich vor einigen Jahren zerschlagen (die MAZ berichtete). Auch so gibt es in Lindow aber neben dem Netto schon heute den Center-Kauf und den kleinen Lebensmittelladen von Brigitte Mennong.

Vom Sortiment her sieht sich Netto schon jetzt für Menschen aus anderen Kulturen gerüstet – und auf Deutsche, die gern mal Speisen aus anderen Ländern probieren möchten.

Unter den rund 4000 Artikeln im Lindower Netto-Markt findet man zum Beispiel auch Couscous (zu Kügelchen zerriebener Weizengries aus Nordafrika) und Ajvar,– ein Gemüsekaviar vom Balkan.

Von Christian Schmettow

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