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Lindower Tourismuspavillon wird saniert

Kein Abriss Lindower Tourismuspavillon wird saniert

Die Marschrichtung ist vorgegeben: Der Tourismuspavillon in Lindows Ortsmitte soll nicht abgerissen werden und die Informationsstelle für auswärtige Gäste wird nicht ins Bürgerhaus umziehen. Darauf haben sich die Stadtverordneten der Drei-Seen-Stadt jetzt verständigt. Stattdessen wollen sie den Pavillon nun mit Hilfe des Landes sanieren.

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Beim Lindower Tourismuspavillon scheiden sich die Geister. Manche finden ihn hässlich, andere nicht. Nun ist aber entschieden, dass das moderne Haus auf dem Marktplatz nicht abgerissen wird.

Quelle: Peter Geisler

Lindow. Der Lindower Tourismuspavillon wird nicht abgerissen. Dafür haben sich die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung mit einer großen Mehrheit entschieden. Lediglich vier Stadtvertreter votierten für den Umzug der Touristinfo vom Markplatz ins Bürgerhaus und für den Abriss des Gebäudes. Das Gremium hat auch beschlossen, den Pavillon zu sanieren – allerdings nicht abschließend gesagt, in welchem Umfang. Derzeit sind dafür 115 000 Euro eingeplant. Das Geld soll aus dem kommunalen Investitionsprogramm des Landes kommen, bei dem Lindow in den kommenden Jahren bis zu 392 000 Euro erhält. Der Eigenanteil liegt dabei bei zehn Prozent.

Unstrittig waren diese Entscheidungen keineswegs. In der Debatte über Abriss oder Erhalt plädierte die CDU-Bürgermeisterin Heidrun Otto für den Verbleib der Touristinfo am alten Standort. Dieser sei behindertengerecht zugänglich, gut sichtbar für auswärtige Gäste und im Winter die einzige mit Leben erfüllte Ecke Lindows. Allerdings sei auch klar, dass das frisch sanierte, aber fast leer stehende Bürgerhaus in der zweiten Häuserreihe stärker belebt werden muss. Damit das klappt, gebe es nun Pläne, das Erdgeschoss räumlich zu verändern und unter dem Dach ein Künstleratelier anzubieten. „Wir sind in diesem Punkt am Arbeiten“, sagte Heidrun Otto.

Diese Argumente wollten vor allem Dieter Brauch von der Linken nicht überzeugen. „Sie tun so, als ob uns nur Touristen mit Rollstühlen besuchen würden“, sagte er. Das sei aber mitnichten so. „Es ist auch Kaffeesatzleserei, wenn behauptet wird, dass uns Gäste verloren gehen, wenn die Touristinfo ins Bürgerhaus zieht.“ Vielmehr werde das moderne Gebäude von vielen Gästen schlicht nur als hässlich empfunden. Er sei dagegen, das Haus aufzumöbeln. „Wenn wir Geld in die Sanierung reinstecken, dann fehlt es uns an anderer Stelle wie zum Beispiel bei der Vereinsförderung“, so Brauch.

Rein rechnerisch sei das richtig, stimmte Amtsdirektor Danilo Lieske zu. „Wir brauchen keinen Taschenrechner rauszuholen, um festzustellen, dass ein zusätzliches Gebäude viel zusätzliches Geld kostet.“ Es müsse aber auch klar sein, dass Tourismus für jede Kommune nun mal ein Zuschussgeschäft bedeutet. „Rein kostenmäßig sollte das Ding weg.“

Die Stadt Lindow brauche aber sowohl eine Anlaufstelle für Touristen als auch das Bürgerhaus, machte sich Hansjörg Schubach für den Erhalt stark. Allerdings müsse die Kommune vor allem daran arbeiten, wie sie mit Besuchern mehr Geld verdienen kann. „Wir lassen viel zu viel liegen.“ So habe die Stadt es seit mehr als 20 Jahren nicht geschafft, ein Tourismuskonzept zu erarbeiten. „Wir sollten uns nicht darüber Gedanken machen, wie das nächste Stadtfest aussehen soll, sondern wo die Reise insgesamt hingehen soll“, forderte Hansjörg Schubach. Damit sich etwas bewegt, sei es wichtig, dass der geplante Tourismusausschuss endlich ins Leben gerufen wird.

Das spreche nicht gegen den Abriss, betonte Dieter Brauch. Denn dabei gehe es nur ums Sparen und nicht um ein Stopp für die gesamte Tourismusförderung. Zwei städtische Anlaufpunkte, nur damit einer in Sichtweite von Touristen liegt, brauche Lindow aber definitiv nicht. „In Bayern gibt es Orte, die vom Tourismus gut leben, und die haben auch keine Touristinfo in Ortsmitte“, so Brauch.

Von Celina Aniol

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