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Ostprignitz-Ruppin Lindower soll Gebühr für Polizeieinsatz zahlen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindower soll Gebühr für Polizeieinsatz zahlen
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17:57 03.03.2016
Einen Einbruch gab es vermutlich nicht, doch der Alarm löste aus. Quelle: dpa
Lindow

Hartmut Pingel ist kein ängstlicher Mensch. Doch angesichts der Meldungen, dass immer öfter Einbrecher in Brandenburg in Wohnungen einsteigen und alles stehlen, was sich zu Geld machen lässt, handelt der Tierarzt: Der Lindower lässt sich von einem renommierten Anbieter eine nicht ganz preiswerte Alarmanlage in sein Haus einbauen.

Beruhigt fährt der 76-Jährige wenige Tage später in den Sommerurlaub nach Südfrankreich – und wird dort an einem Nachmittag von seinem Handy informiert, dass die neue Anlage Alarm ausgelöst hat. Pingel ist ratlos. Er ruft bei der Firma an, bei der er die Anlage gekauft hat und fragt, was er tun soll. Ein Mitarbeiter rät ihm, die Polizei zu alarmieren. Weil sich Pingel im Ausland befindet, macht das der Verkäufer für den Tierarzt. Kurz danach gibt es Entwarnung: Die Polizei hat weder aufgehebelte Fenster noch andere Einbruchspuren entdeckt. Pingel ist beruhigt. Das ändert sich, als er Mitte Januar Post aus Oranienburg erhält. Die Polizei informiert ihn, dass er wegen „einer ungerechtfertigten Alarmierung der Polizei“ eine Gebühr von 100 Euro zahlen soll. Pingel glaubt zunächst an einen schlechten Scherz. „Die Polizei ist doch Helfer in der Not.“

Senior ärgert sich und legt Widerspruch ein

Der Senior legt Widerspruch ein. „Es wird doch in der Presse, im Radio und im Fernsehen immer wieder geraten, die Polizei lieber präventiv einzuschalten, als nach erfolgtem Einbruch erheblich höhere Kosten durch die Ermittlungsarbeiten entstehen zu lassen.“ Zudem verweist Pingel darauf, dass die Polizisten vor Ort lediglich vermutet haben, dass ein Gewitter den Alarm ausgelöst habe. Diese Vermutung sei aber kein Beweis für eine ungerechtfertigte Alarmierung, die ihm vorgeworfen werde.

Warum die Anlage auslöste, ist unklar. Quelle: Peter Geisler

Trotz dieses Einspruchs bleibt die Polizei bei ihrer Forderung. Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizei in Neuruppin, findet daran auch nichts anrüchiges. „Wir stellen immer eine Rechnung, wenn der Hauseigentümer nicht selbst nachschaut, was den Alarm der Anlage ausgelöst hat, sondern die Polizei als eine Art Wachschutz genutzt wird.“ Die meisten Eigentümer seien mit der Rechnung auch einverstanden, so Röhrs.

Wenn Spuren gefunden werden, ist keine Gebühr fällig

Wie oft die Polizei in den vergangenen Monaten bereits Rechnungen für diese Art von Dienstleistungen gestellt hat, das weiß Röhrs nicht. Die Polizeisprecherin betont aber, dass keine Gebühr verlangt werde, wenn Einbruchsspuren gefunden werden. Auch wenn jemand allein zu Hause ist und aus Angst die Polizei alarmiert, weil jemand ums Haus schleicht, werde keine Rechnung gestellt, so Röhrs.

Diese Erklärungen helfen Hartmut Pingel nicht weiter. Der Lindower hat die Gebühr inzwischen bezahlt. Er versteht aber weiterhin nicht, warum weder die Verkäufer der Alarmanlagen noch die Polizei bei ihren Sicherheitsgesprächen für Hausbesitzer darauf hinweisen, dass ein Anruf bei der Polizei auch teuer werden kann. Denn nach dem Gebührengesetz für das Land Brandenburg liegt die Spanne für das Erstatten der Kosten nach einem Fehlalarm der Hausanlage zwischen 100 und 50 000 Euro.

Von Andreas Vogel

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