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Lindower wegen Drogenhandels vor Gericht

Verfahren in Neuruppin Lindower wegen Drogenhandels vor Gericht

Seit Montag muss sich ein 37-jähriger Lindower wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Er soll insgesamt 84 Kilogramm Marihuana, rund 200 Gramm Kokain und 800 Gramm Amphetamine erworben und an unbekannt gebliebene Abnehmer gewinnbringend weiter veräußert haben. Der Angeklagte schweigt zu den Tatvorwürfen.

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Mario G. sitzt seit dem 14. Oktober in Untersuchungshaft. Heute begann sein Prozess vor dem Landgericht Neuruppin.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Gleich von zwei Verteidigern flankiert, sitzt der 37-jährige Mario G. auf der Anklagebank. Seit Montag muss sich der Lindower wegen Drogenhandels in großem Stil vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Zwischen Ende 2014 und Anfang Oktober vergangenen Jahres soll er laut Anklage insgesamt 84 Kilogramm Marihuana erworben und an verschiedene Abnehmer verkauft haben.

Im Einzelnen soll er zunächst drei, später jeweils ein Kilogramm Marihuana in der Wohnung seines Nachbarn in Lindow gelagert haben und es dann an nicht bekannte Abnehmer weiter veräußert haben. Von Mitte März 2015 bis September soll er 18 Mal mindestens drei Kilogramm Stoff erworben haben. Der Lieferant ist namentlich nicht bekannt. Das Rauschgift soll G. laut Staatsanwaltschaft nicht mehr seinem Nachbarn zur Aufbewahrung gegeben haben, sondern es in der Nähe der Sportschule in einem Waldstück in einer Tonne vergraben haben. Dort soll er auch 40 Gramm Kokain versteckt haben.

Angeklagter bereits wegen Drogenhandels vorbestraft

Anschießend hatte er sich offensichtlich ein anderes Versteck gesucht. In einem Erdversteck in Schönbirken lagerte er drei Kilogramm Marihuana und um die 150 Gramm Kokain, die er gewinnbringend weiter veräußert haben soll. Außerdem soll er einen Sebastian K. mindestens vier Mal mit je 200 Gramm Amphetaminen versorgt haben.

Am 13. Oktober vergangenen Jahres wurde Mario G. festgenommen. Seit dem Folgetag sitzt er ununterbrochen in Untersuchungshaft. Der Angeklagte wollte sich am ersten Verhandlungstag weder zu seinem bisherigen Leben noch zu den Tatvorwürfen äußern. Er schwieg. Bei seinem Prozess Ende 2012 vor dem Neuruppiner Amtsgericht, ebenfalls wegen Drogenhandels, war er gesprächiger. Sein Geständnis hatte sich damals strafmildernd für ihn ausgewirkt, er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Zeugen mussten umgeladen werden

Seine Verteidiger Steffen J. Tzschoppe und Uwe Raddatz beantragten zu beginn der Verhandlung Einsicht in die Ermittlungsakten zweier Zeugen wegen Drogendelikten, gegen die aber noch keine Anklage erhoben wurde. „Nach dem Grundsatz der fairen Verhandlung muss Waffengleichheit bestehen. Die Staatsanwaltschaft hat aber mehr Wissen als wir“, sagte Verteidiger Tzschoppe.

Dem widersprach die Staatsanwältin – die Beschuldigtenvernehmungen seien vollständig in der Akte enthalten. Das ließ die Verteidigung nicht gelten. Bei stundenlangen Vernehmungen seien nur Niederschriften von wenigen Seiten vorhanden. Wie es zu den Vernehmnungen gekommen sei, wie die Umstände gewesen seien, darüber gebe es keine Unterlagen. Das sei aber für die Verteidigung wichtig. Richterin Grit Burzer äußerte ihre Verwunderung darüber, dass die Anwälte bereits früh Akteneinsicht gehabt hätten und erst jetzt diesen Antrag stellten.

Die Verwunderung lag auf beiden Seiten. „Es gibt so viele gesondert Verfolgte, die so viele Berührungspunkte haben. Und alles wird einzeln verhackstückt, statt alles in einem Verfahren zusammenzufassen“, so Tzschoppe.

Das Gericht will die Akten der beiden Zeugen und des mutmaßlichen Drogenabnehmers Sebastian K. nun einbeziehen und der Verteidigung Einsicht gewähren. Die für Montag geladenen Zeugen wurden auf den kommenden Verhandlungstag umgeladen – den 12. April.

Von Dagmar Simons

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