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Linke erinnert in Kyritz an die Bodenreform

Diskussionsrunde zum 70. Jahrestag Linke erinnert in Kyritz an die Bodenreform

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Fraktionen der Linken im Landtag, im Bundestag und im Europaparlament haben am Mittwochnachmittag an die Bodenreform für den Osten Deutschlands erinnert. Dazu hatten sie eine Diskussionsrunde veranstaltet, zu der 80 Besucher kamen – und debattierten: Wurde Unrecht geschaffen oder beseitigt?

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Dieter Groß (Linke) erinnerte an die Verkündung der Bodenreform vor 70 Jahren in Kyritz.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Unter der Überschrift „Wem gehört das Land? Bodenpolitik gestern und heute“ erinnerte die Partei Die Linke am Mittwochnachmittag an die Verkündung der Bodenreform für den Osten Deutschlands vor genau 70 Jahren in Kyritz.

Bei einem kurzen Treffen am Bodenreformdenkmal rief der Stadtverordnete und Kreistagsabgeordnete Dieter Groß (Die Linke) gut 40 Teilnehmern in Erinnerung, dass es sich bei der Reform um einen Akt direkt nach Ende des Zweiten Weltkrieges gehandelt habe. „Die Bodenreform war von den alliierten Mächten eine bedeutsame Entscheidung, die Millionen Menschen die Chance geben sollte, Hunger und Not zu überwinden.“ Ohne Frage sei es dabei zu Ungerechtigkeiten und auch Verbrechen gekommen. Doch Landbesitz zu verteilen, sei „ein wichtiger und notwendiger Schritt“ gewesen. Nicht umsonst seien ihre Resultate im Einigungsvertrag von 1990 festgeschrieben worden. Den 70 Jahre alten Slogan „Junkerland in Bauernhand“ führte die Linke am Mittwoch fort: „Kein Bauernland in Spekulantenhand“. „Ich denke, das bringt unsere Auffassung gut zum Ausdruck“, sagte Dieter Groß. Veranstalter waren gestern die Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie die Fraktionen der Linken im Landtag, im Bundestag und im Europaparlament. Sie luden zu einer Podiumsdiskussion ein, die von einer Ausstellung des Berliner Journalisten Lothar Weigelt umrahmt wurde. Er dokumentiert darin die massenweise Enteignung von Neubauernerben in den 90er Jahren. Allein damit habe die Bundesrepublik einen Gewinn von über neun Milliarden Euro erzielt. Große Beachtung bei den rund 80 Besuchern fanden auch Fotos und weitere Zeitzeugnisse des Geschehens vor 70 Jahren.

War die Bodenreform Recht oder Willkür

War die Bodenreform Recht oder Willkür? Diskussionsrunde im Kyritzer Gymnasium.

Quelle: Alexander Beckmann

In den Vorträgen und Diskussionen ging es sowohl um historische als auch um aktuelle politische Fragen. Moderator Matthias Krauß fasste das so zusammen: „War die Bodenreform richtig? Waren die Akteure dazu berechtigt? War es Recht oder Willkür? Wurde Unrecht geschaffen oder beseitigt? War es demokratisch oder undemokratisch? Steckte dahinter bloßes politisches Kalkül?“

Historiker Siegfried Kuntsche warnte vor einer einseitigen Betrachtungsweise nach Mustern des Kalten Krieges und bedauerte, nicht mit den heutigen Gegnern der Bodenreform ins Gespräch zu kommen. Zugleich rügte er den aktuellen „interessengeleiteten Umgang mit Geschichte“ und fragte ins Publikum: „Haben Sie gestern irgendwo etwas zum Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1945 gehört?“

Die Stadt Kyritz hatte am Mittwochabend zu einer eigenen Veranstaltung zum Bodenreform-Jahrestag eingeladen.

Von Alexander Beckmann

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