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Ostprignitz-Ruppin Linumer Mosterei hat Hochkonjunktur
Lokales Ostprignitz-Ruppin Linumer Mosterei hat Hochkonjunktur
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00:17 16.10.2016
Thomas Berg füllt den Apfelsaft ab, der zurzeit Hauptkonjunktur hat. Fotos (4) Quelle: Peter Geisler
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Linum

Eigentlich wollte Regina Scholz-Berg nur einen Garten, eine kleine Oase im Grünen, fernab der Hauptstadt. „Ich als Ökotante bin 1992 raus aufs Land“, sagt sie und lacht. Von Berlin nach Linum. Neben ihrem Grundstück lag eine alte Obstwiese, die immer mehr verwahrloste. Damals gab es für jeden gefällten Obstbaum sogar eine Prämie. „Das ging gar nicht“, sagt die studierte Landschaftsplanerin. Kurzerhand erwarb sie die Wiese und stand dann da mit 800 Apfelbäumen. Die Ernte brachte sie zunächst zum Mosten nach Lüchfeld.

Leben in alte Gemäuer gebracht

Vor fünf Jahren eröffnete Regina Scholz-Berg dann eine eigene Lohnmosterei an der Nauener Straße in Linum, den „Linumer Landhof“. Der Vierseithof wurde saniert, nachdem die einstige Pflanzenproduktionsstätte 20 Jahre dem Verfall preisgegeben war. Bei der Eröffnung kam eine alte Dame auf die neue Hausherrin zu und nahm sie in den Arm, so groß war ihre Freude, dass ihr ehemaliger Arbeitsplatz wieder mit Leben erfüllt ist, erzählt Regina Scholz-Berg. Im ehemaligen Kuhstall sind die Mosterei, der Hofladen, die Ladengalerie, der Technikraum und eine Wohnung untergebracht.

Hochkonjunktur in der Mosterei

Der Familienbetrieb läuft derzeit auf Hochtouren. Äpfel über Äpfel der verschiedensten Sorten warten in großen Behältern auf die Weiterverarbeitung. Kunden fahren auf den Hof und bringen ihr Obst. Das wird zunächst gewaschen. Anschließend werden schadhafte Exemplare aussortiert. Was vor den kritischen Augen Bestand hat, kommt in einen so genannten Waschelevator, wo es abgebraust und dann zerkleinert wird. Diese Maische wird nun gepresst und entsaftet. 4000 Liter Saft werden zurzeit täglich so in Glasflaschen abgefüllt, und zwar ohne Zugabe von Wasser, Zucker oder anderen Stoffen. Natur pur eben.

Wer 300 Kilogramm Obst und mehr zur Mosterei bringt, bekommt seinen eigenen Saft. Bei kleineren Mengen kann gegen Saft getauscht werden oder man tut sich mit anderen zusammen, um auf die erforderlichen Kilogramm zu kommen. Mindestmenge sind 25 Kilogramm Obst, nicht nur Äpfel, sondern auch Birnen und Quitten werden angenommen. Im Winter produziert die Mosterei eigene Säfte aus eingelagerten Früchten. Im Hofladen stehen die hauseigenen Säfte, aber auch andere regionale Produkte wie Marmeladen und Gewürze.

In Familienhand

Das alles macht viel Arbeit. Neben Regina Scholz-Berg ist ihr Mann Thomas voll eingespannt. Der Mediziner ist, wie seine Frau sagt, der Finanzdirektor und zurzeit der technische Leiter. Außerdem sind dort noch sechs weitere Mitarbeiter beschäftigt. Die Firmenchefin legt neben dem ökologischen viel Wert auf den sozialen Aspekt in dem Betrieb. So gibt es beispielsweise flexible Arbeitszeiten für junge Mütter.

Regina Scholz-Berg hat alle Hände voll zu tun. Für den kommenden Tag hat sich das Fernsehen angesagt. Das ZDF will im Morgenmagazin den Linumer Landhof vorstellen. Da ist das Fachwissen der Apfelexperten gefragt. Familie Berg hat sich im Laufe der Zeit viel Wissen angeeignet. „Wir können schon eine ganze Menge“, sagt Regina Scholz-Berg. Wenn sie nicht mehr weiter weiß, hat sie einen Ansprechpartner in unmittelbarer Nähe: Ihr älterer Sohn studiert Getränketechnologie und Brauereiwesen. Der Linumer Landhof ist eben ein Familienbetrieb.

Von Dagmar Simons

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