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Linumer Pigmentis malen aus Leidenschaft

Was die Farben erzählen Linumer Pigmentis malen aus Leidenschaft

Ob Dürer oder Van Gogh, Aquarell oder Acryl, Surrealismus oder Kubismus: Bei den Linumer Pigmentis probieren begeisterte Amateur-Malerinnen alles aus, was die Farben hergeben. Alle zwei Wochen treffen sie sich in der Linumer Mosterei, um ihrem gemeinsamen Hobby zu frönen.

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Karla Maria Hinze, Eva Kurzawa, Elisabeth Noack und Stephanie Lothert (v.l.).

Linum. Man kann den Schnee auf dem Weg fast knirschen hören. Weiß glitzernd windet er sich zwischen Koppelzäunen in die Ferne, in der ein dunkler Wald schimmert. Die vereinzelten Tannen am Wegesrand sind überzuckert – das Bild strahlt Ruhe und Einsamkeit aus.

„Und, Evi, wie gefällt’s dir jetzt?“, fragt Karla Maria Hinze. „Schon besser“, antwortet die Befragte, die im Lauf der letzten drei Stunden auf Anraten ihrer Kursleiterin so einiges an ihrem Aquarell wieder und wieder verändert hat.

Eva Kurzawa ist mit ihren 82 Jahren die Seniorin bei den „Pigmentis“ – einer Freizeitmalgruppe, die sich alle zwei Wochen im Obergeschoss des Landhofs Linum trifft, um dem gemeinsamen Hobby nachzugehen. „Laster und Leidenschaft“ – nennt es Hinze selber, die vor drei Jahren von Linum nach Hennigsdorf verzogen ist, ihre Malgruppe jedoch nicht allein lassen wollte. Nach wie vor überlegt sie sich Themen, mit denen sie ihre Gruppe konfrontiert: Kubismus oder Dürer, Expressionismus, van Gogh oder einfach nur das Thema Winter. „Müssen wir uns ja selber malen, wenn der so lange auf sich warten lässt“, sind sich Eva Kurzawa, Elisabeth Noack und Stephanie Lothert einig. Karla Maria Hinze berät zu Techniken und gibt Tipps, wie sich die Ausdruckskraft des Bildes noch verstärken lässt – durch ungewöhnliche Perspektiven, mutigen Farbeinsatz, Höhungen für mehr Plastizität oder Konturen, die die Elemente miteinander verbinden.

Sie lernen von den Meistern

„Neulich hatte ich das Thema Surrealismus vorgeschlagen – da habe ich die Damen überrascht“, so Hinze, die auch die Kunstgeschichte nicht zu kurz kommen lässt. Frei nach dem Motto: „Von den Meistern lernen“. Bei den Hobbymalern fällt das auf fruchtbaren Boden. Mit Feuereifer vertiefen sich die Frauen jeder Altersgruppe in die gestellten Themen – genügend künstlerischen Freiraum gesteht Karla Hinze ihnen zu.

Gerade beim Thema Surrealismus geht es ans Eingemachte: „Schon eine Herausforderung, sich drei Stunden lang mit sich selber zu beschäftigen, die eigene Traumwelt nach außen zu holen“, so Hinze. Am Anfang habe keine gewusst, was sie malen sollte, aber schon nach kurzer Zeit versanken alle in den Rausch des Themas. Oder bei der Annäherung an Albrecht Dürer: Eine versuchte sich am berühmten Hasen, eine andere am Adam-und-Eva-Motiv, eine dritte am Hafen von Antwerpen. Ob nachempfundene Kopie oder inspirierte Neuerfindung – das stellt die Leiterin ihren Damen frei. Sie schaut und hilft, das Ergebnis zu verbessern – immer mit Blick auf die individuellen Fähigkeiten ihrer Schüler.

Bilder im Fehrbelliner Museum

Manche, wie Eva Kurzawa, malen einfach gern. „Mein Mann angelt, ich male. So hat jeder seins“, sagt sie und lächelt. Oft genug wollte sie aus Altersgründen aufhören. Aber es zog sie doch immer wieder zu den „Pigmentis“. „Ich habe Angst, sonst gar nichts mehr zu haben“, bekennt sie. Andere ihrer Mitmaler streben höhere Ziele an. Dann und wann hat eine der Pigmenti-Frauen eine Personalausstellung – in diesem Jahr waren das Margit Kossahl, die im Fehrbelliner Museum ihre Bilder ausstellen durfte, und Ingrid Sielaff-May, deren Aquarelle seit Oktober in der Neuruppiner Raiffeisenbank-Filiale zu sehen sind.

Stephanie Lothert findet es immer wieder spannend, sich von den unterschiedlichsten Stilen der Epochen inspirieren zu lassen. „Monet würde ich gern mal probieren – das reizt mich“, sagt sie. „Mich auch“, bekräftigt Elisabeth Noack. „Mal mit Kreide arbeiten.“ Karla Maria Hinze notiert sich die Idee im Geiste. Sie plant auch schon die nächste Studienreise: In jedem Jahr verreisen die Pigmentis zu einer kreativen Woche – ins Elbsandsteingebirge, den Harz. 2016 geht es ans Meer. Und auch eine Gemeinschaftsausstellung ist schon in Planung: Während der Storchensaison werden die Pigmentis in der Storchenschmiede präsent sein. Selbstverständlich mit Storchenbildern.

Kontakt: Die Pigmentis freuen sich über neue Mitstreiter. Alter, Geschlecht oder Vorkenntnisse sind unwichtig – Hauptsache ist, der Betreffende malt gerne. Treffpunkt ist jeden zweiten Sonnabend von 15 bis 18 Uhr im Landhof Linum. Anmeldung und Termine per Mail an karla.hinze@email.de.

Von Regine Buddeke

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