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Ostprignitz-Ruppin Literaturcafé mit Renate Fölsch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Literaturcafé mit Renate Fölsch
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00:21 11.02.2018
Ein Nachmittag der Erinnerungen: Renate Fölsch (l.) wuchs in Wusterhausen auf und lebt heute in Alt Schwerin. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Wusterhausen

Die erste Veranstaltung dieses Jahres in der Reihe „Literaturcafé“ gestaltete sich zu einem Eisenbahner-Treffen – fast jedenfalls. Dafür gesorgt hat am Mittwochnachmittag in Wusterhausen eine Frau: Renate Fölsch, Jahrgang 1938, war nicht nur als erste Frau Präsident einer Reichsbahndirektion in der DDR, sie ist auch ein Kind der Stadt, aufgewachsen in der Domstraße 1 (heute 14). Dort betrieb ihr Großvater Emil Röske einst eine kleine Molkerei.

Beides reichte aus, dass ihr Einheimische und frühere Bahner auch aus anderen Orten einen überraschend großen Bahnhof bereiteten. Etliche hatten Fotos, Zeitungsausschnitte, Dokumente und Urkunden mitgebracht. Zu ihnen gehörte Ingrid Bortz, deren Mann einst Bahnhofsvorsteher in Wusterhausen war, an jenem Ort also, an dem die Schulabgängerin Renate Wilimek 1952 ihre Lehre bei der Deutschen Reichsbahn begann. Frau Bortz hatte als Geschenk eine gerahmte Fotografie des Bahnhofsgebäudes dabei.

Renate Fölsch war als erste Frau Präsident der Reichsbahndirektion

„Ich habe in der MAZ gelesen, dass sie nach Wusterhausen kommen würde. Da musste ich einfach dabei sein“, sagte Rentner Rudolf Kerner sichtlich gerührt. Der 82-jährige einstige Triebfahrzeugführer aus Wittstock fuhr mal einen Sonderwagen der Präsidentin, mit dem sie zu Kontrollfahrten in der Reichsbahndirektion Schwerin unterwegs war. Der Senior hatte damals die Verantwortung auf dem Streckenabschnitt zwischen Karow und Güstrow. Das blieb ihm unvergessen.

Für solche Sonderfahrten ausgewählt wurde 1983 und 1987 auch Andreas Franke aus Neuruppin. „Frau Fölsch war regelmäßig unterwegs, wenn sie sich an der Basis einen Überblick verschaffen wollte, zum Beispiel über die Kandidaten für die Auszeichnung als ‚Schönster Bahnhof’“, erinnert sich der Eisenbahner, der heute mit dem Regionalexpress 7 die Strecke von Wittenberge nach Berlin-Gesundbrunnen fährt.

Viele Einheimische und frühere Eisenbahner kamen zum Literaturcafé

Rotraud Asmus, die am Mittwoch Bibliotheksleiterin Kerstin Jonas vertrat, hatte alle Mühe, die Veranstaltung wie vorgesehen pünktlich um 14.30 Uhr zu eröffnen. Dann lief zunächst ein Film der ARD, entstanden Mitte der 1980er Jahre über die damals wichtigste Frau der ostdeutschen Eisenbahn und Abgeordnete der DDR-Volkskammer. Ihr gehörte sie von 1981 bis 1990 an.

Nun bestritt sie Jahrzehnte später einen der traditionellen Literaturnachmittage in ihrer Heimatstadt. Renate Fölsch hat ihren Werdegang von Kindheit und Jugendjahren, über ihre berufliche Entwicklung samt Studium bis an die Spitze des wichtigsten Verkehrsunternehmens im Land in einer Autobiografie niedergeschrieben. Daraus las sie am Mittwoch zwar nicht am Stück, pflückte sich aber über anderthalb Stunden immer wieder Episoden heraus, die ihre Erinnerung belebten.

Renate Fölsch hat eine Autobiografie niedergeschrieben

Vornan stand die Grundschule Wusterhausen, „in der wir den Grundstein für unser Leben gelegt bekamen“, wie sie betonte und was ihr einstigen Mitschüler im Raum kopfnickend bestätigten. In die Reihe der „guten Wegbegleiter“ stellte sie neben ihre Lehrer auch „meinen Lehrmeister Möller“.

Der strenge Winter 1978/79, der den Eisenbahnern alles abverlangte, kam irgendwann in der Auflistung von Fakten aus der Vergangenheit vor – und auch die Zahl „75“. „Wir haben damals 75 Prozent des Gütertransportes auf der Schiene abgewickelt, heute sind es noch 17 Prozent. Muss ich das noch kommentieren?“ Nein, musste sie nicht. Man verstand sich ohne große Worte. Dieses erste Literaturcafé 2018 hatte eben etwas von einem Familientreffen.

Von Wolfgang Hörmann

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