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Lob des Ministers macht skeptisch

Neuruppin Lob des Ministers macht skeptisch

Neuruppin muss viel stärker als bisher darum kämpfen, auch nach einer Kreisreform 2019 Kreisstadt zu bleiben. Das ist für Bürgermeister Jens-Peter Golde das Fazit seines Treffens mit Finanzminister Christian Görke am Mittwoch im Neuruppiner Rathaus. Der Minister war auf Einladung der Wirtschaftsjunioren gekommen, um mit Unternehmern zu diskutieren.

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Judith Pauly (l.) zeigte dem Minister (2.v. r.) im Museum, wie einst die Neuruppiner Bilderbogen gedruckt wurden

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. In einem Punkt ist Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) enttäuscht von seinem Treffen mit Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) am Mittwoch. Golde hatte sich erhofft, dass der stellvertretende Ministerpräsident sich zur Zukunft Neuruppins als Kreisstadt nach einer Fusion von Ostprignitz-Ruppin mit dem Kreis Prignitz äußert. „Aber dazu habe ich von ihm kein klares Wort bekommen“, sagte der Rathauschef nach dem Gespräch hinter verschlossen Türen. Was er gehört hat, macht ihn aber stutzig.

Offizielles Hauptthema war am Mittwoch die Wirtschaft. Die Wirtschaftsjunioren hatten den Finanzminister zum Austausch mit Unternehmern eingeladen. Es ging um Fachkräftemangel, um die Ausbildung von Lehrlingen, um berufliche Qualifizierung. Görke besuchte die Firma Peha in Neuruppin und die Bäckerei Janke in Flecken Zechlin. Aber natürlich ging es auch dabei immer wieder um die Kreisreform.

Viele Unternehmer setzen Hoffnung in die Reform

Christian Görke hatte zusammen mit Innenminister Karl-Heinz-Schröter vor Kurzem ein Konzept für die Neugliederung der Landkreise ab 2019 vorgestellt. Danach sollen Ostprignitz-Ruppin und die Prignitz einen gemeinsamen Großkreis bilden. Eine Idee, der viele Unternehmer nicht abgeneigt sind.

„Die Verwaltungsreform wird kommen, in der einen oder anderen Form“, sagt Ivo Haase von den Wirtschaftsjunioren, der das Treffen am Mittwoch maßgeblich organisiert hatte. Viele Unternehmer setzen Hoffnung in den Zusammenschluss der beiden Kreise. Sie glauben, eine Kreisverwaltung brauche sicher weniger Mitarbeiter als zwei – weniger Fachkräfte, die dann für die Unternehmen bleiben. Görke appellierte noch einmal an die beiden Landkreise, sich freiwillig zu einem Zusammengehen zu entschließen. „Ich setze ganz stark auf die Freiwilligkeit“, sagt er. Schon vorher hatte er dafür zusätzliche Zuschüsse in Aussicht gestellt.

Minister rät, die Kreisstadtfrage vom Landtag klären zu lassen

Die Prignitz macht Gespräche davon abhängig, dass geklärt wird, welcher Ort Kreisstadt wird. Solch eine Bedingung halte er für grundverkehrt, sagt der Minister: „Ich glaube, man sollte diese Frage erst einmal ausklammern.“ Am Ende entscheide ohnehin der Landtag über den künftigen Sitz des Landrates. Egal, wie diese Diskussion ausgeht: Für Neuruppin sieht der Minister in keinem Fall schwarz. „Neuruppin ist einer der stärksten Player im Land“, hatte er schon früher gesagt. Und auch diesmal lobte Görke die Stadt und ihre Wirtschaft immer wieder. Noch heute würden Finanzministerkollegen der anderen Bundesländer von ihrem Treffen 2015 in Neuruppin schwärmen. Die Stadt sei stark und werde es immer bleiben.

Bürgermeister Golde: Neuruppin muss mehr kämpfen

Jens-Peter Golde hört das allerdings mit Skepsis. Er fürchtet, dass hinter dem überschwänglichen Lob der Ministers eine andere Botschaft steckt: Neuruppin ist so stark, dass es nichts ausmachen wird, wenn die Stadt ab 2019 nicht mehr Kreisstadt wäre. „Das Treffen hat mich in dem bestärkt, was ich sowieso schon befürchtet habe: dass die Landesregierung Perleberg favorisiert“, sagt Golde. „Damit ist jetzt klar, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam dafür kämpfen müssen, dass Neuruppin Kreisstadt bleibt.“ Perleberg einfach als künftige Kreisstadt zu akzeptieren, kommt für Golde nicht infrage.

Von Reyk Grunow

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