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Löcher im Mobilfunknetz gesucht

Ostprignitz-Ruppin Löcher im Mobilfunknetz gesucht

Ab sofort kann sich jeder bei der Wirtschaftsfördergesellschaft REG in Neuruppin melden, der sich im Landkreis über schlechten Handy-Empfang ärgert. Der Kreis hofft, die weißen Flecken ab dem nächsten Jahr über einen Umweg tilgen zu können.

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Christian Fahner von der Wirtschaftsfördergesellschaft REG und Landrat Ralf Reinhardt (r.) präsentierten in Neuruppin den Aufruf.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Die CDU-Landtagsfraktion hat es vorgemacht, nun sucht auch die Kreisverwaltung in Neuruppin Funklöcher im Handynetz: Bis 1. September können Einwohner per Mail die Daten, wo es keinen oder nur einen schlechten Handy-Empfang in Ostprignitz-Ruppin gibt, an die Wirtschaftsfördergesellschaft REG melden – und zwar an die eigens dafür eingerichtete Mail-Adresse „ funkloch@opr-wirtschaft.de“.

Grund für die Aktion ist der geplante Ausbau des Breitbandnetzes im Landkreis. Die Ausschreibung soll noch in diesem Monat veröffentlicht werden, damit die Arbeiten für ein schnelleres Internet in der Region im nächsten Jahr starten können. „Wir hoffen, dass wir dabei auch gleich ein paar weiße Flecken im Mobilfunknetz tilgen können“, sagte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Mittwoch in Neuruppin. Notwendig seien dafür aber möglichst konkrete Daten, auf welchen Strecken kein oder nur ein eingeschränkter Handy-Empfang möglich ist. Diese Daten sollen dem Gewinner der Arbeiten für den Breitband-Ausbau übermittelt werden. „Die Funkstationen sind mit Glasfaser angeschlossen, so dass eine Brücke zum Mobilfunk geschlagen werden könnte“, sagte Christian Fahner von der REG. Schließlich wolle Ostprignitz-Ruppin beim Mobilfunk den Anschluss nicht verlieren.

Rheinsberger Region besonders betroffen

Zwar sei der Landkreis eine ausgesprochene Tourismusregion, doch längst nicht alle Gäste wollten während ihres Urlaubs auf den Handy-Empfang verzichten, um sich erholen zu können, so Fahner. Doch während die Region beim Breitband-Ausbau für schnelles Internet dank der Förderung von Bund und Land nun auf einem guten Weg zu sein scheint, sieht es deutlich schlechter aus für ein flächendeckendes Handynetz. Davon ist unter anderem die Rheinsberger Region betroffen. Bürgermeister Jan-Pieter Rau (CDU) hatte deshalb bereits im Mai im Wirtschaftsausschusses des Landtages in Potsdam von den Problemen berichtet, die vor allem die vielen Camper und Bootstouristen in der Region haben. Auf Dauer sei es ein Wettbewerbsnachteil, wenn etwa Touristik-Apps ohne stabile Netze nicht benutzt werden könnten. Ein Problem sei das auch bei Notfällen. „Fehlender Handy-Empfang kann Leben kosten“, hatte Rau betont. Bei der Expertenanhörung im Landtag hatten die drei großen Telefonanbieter im Land (Telekom, Vodafone und Telefonica) jedoch vor Illusionen gewarnt. Denn bereits beim Erreichen von 97 Prozent der Haushalte werde von einer flächendeckenden Versorgung gesprochen. Dabei erfolgt die Netzabdeckung vorrangig in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte, also vor allem in großen Städten und weniger auf dem flachen Lande.

Wie gut der Landkreis bisher mit einem guten Mobilfunknetz ausgestattet ist und wie viele weiße Löcher es derzeit noch gibt, das ist unklar. „Wir stehen erst am Anfang“, sagte Fahner. Der Kreis hofft aber, auf die Daten zurückgreifen zu können, die die CDU-Landtagsfraktion mit ihrer im Frühjahr gestarteten Funkloch-Aktion bereits gesammelt hat. Auch mit Rheinsbergs Bürgermeister Rau hat die REG bereits Kontakt aufgenommen.

Besseres Internet-Angebot für die Schulen

Indes sollen vom Ausbau des Breitbandnetzes in Ostprignitz-Ruppin auch die Schulen profitieren. Denn der Bund hat seine Vorgaben etwas geändert. Demnach dürfen größere Schulen nun auf ein weitaus höhere Ausbauqualität für ein schnelles Internet hoffen. War bisher lediglich von einem Anschluss mit einer Übertragungsleistung von 30 Mbits die Rede, sollen nun auch Übertragungsraten bis zu 900 Mbits möglich sein. Damit soll gewährleistet werden, dass die Schüler auch dann noch Zugriff zu einem schnellen Internet haben, wenn mehrere Klassen gleichzeitig für den Unterricht im weltweiten Netz surfen. An den Kosten für den Ausbau ändere sich dabei nichts, betonte Landrat Reinhardt.

In Ostprignitz-Ruppin werden rund 18 Millionen Euro für den Ausbau des schnellen Internets investiert. 50 Prozent der Kosten übernimmt dabei der Bund, 40 Prozent das Land, den Rest trägt der Landkreis. Derzeit können in Ostprignitz-Ruppin erst 51 Prozent der Haushalte schnell im Internet surfen. Nach Abschluss der Arbeiten sollen es 97 Prozent der Haushalte sein.

Von Andreas Vogel

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