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Lotto-Spielen ist weiterhin beliebt

Neuruppin Lotto-Spielen ist weiterhin beliebt

60 Lotto-Annahmestellen gibt es im Nordwesten, 26 „Großgewinne“ von mindestens 5000 Euro wurden im ersten Halbjahr 2016 an Spieler in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin ausgeschüttet. Während mancher Woche für Woche auf ein kleines oder großes „Zubrot“ hofft, ist anderen ihr Geld für das Glücksspiel zu schade. Die MAZ hat sich umgehört.

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Im Tabakgeschäft Georg van der Mee kann man auch Lotto spielen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. „Lotto, die Chance“ – mit diesem Spruch bewirbt die staatliche Lottogesellschaft ihr Glücksspiel. Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit, den großen Jackpot zu knacken, sehr gering – 1:140 Millionen – dennoch fiebern Woche für Woche Tausende Spieler im Nordwesten Brandenburgs mit, wenn die Zahlen aus der Trommel gezogen werden. In der Prignitz gibt es 26 Lotto-Annahmestellen, in Ostprignitz-Ruppin 34. Mehrere von ihnen betreibt der Kaufmann Georg van der Mee. Sein Motto lautet: „Geben Sie Ihrem Glück ’ne Chance. Es steht vielleicht hinter Ihnen und kann Sie nicht erreichen, weil Sie keinen Lottoschein ausgefüllt haben.“ Mehrfach ist in einem seiner Läden das große Glück wahrgeworden. Einzelheiten darf van der Mee nicht verraten – nur soviel: „Die Mitarbeiterinnen, die den goldenen Schein eingelesen haben, sind sehr häufig von den Spielern bedacht worden.“

Im ersten Halbjahr 2016 gingen 26 „Großgewinne“ in die Prignitz und nach Ostprignitz-Ruppin. Dabei handelt es sich um Geldbeträge von 5000 und mehr Euro, wie Lotto Brandenburg mitteilt. Den größten Lotto-Betrag strich demnach ein Tipper aus dem Altkreis Perleberg ein. Er bekam für fünf Richtige plus Superzahl gut 25 000 Euro überwiesen. Ein Spieler aus dem Altkreis Pritzwalk durfte sich sogar über 28 000 Euro für einen Toto-Tipp freuen.

„Nervenkitzel“ und „Extra-Taschengeld“

Eine klare Zielgruppe hat Georg van der Mee unter den Lottospielern nicht ausgemacht. Ob „der Familienvater mit drei Kindern oder die Rentnerin, die ein bisschen Nervenkitzel braucht“, Lotto spielen ziehe sich durch alle Bevölkerungsschichten. Schließlich gebe es keine andere Möglichkeit, an eine solch riesige Summe Geld zu kommen – „ohne kriminell zu werden“, sagt van der Mee mit einem Schmunzeln.

Eine junge Passantin auf dem Schulplatz hat erst im vergangenen November mit Lotto angefangen – und bereites einen nennenswerten Gewinn eingestrichen. Der diente als Extra-Taschengeld für den Urlaub, erzählt sie. Glück gebracht hätten ihr die gleichen Zahlen, die auch die Großmutter immer tippt. Ihren Namen möchte sie jedoch lieber nicht in der Zeitung lesen. Eine Seniorin in der Karl-Marx-Straße hatte bislang weniger Glück. „Eine große Spielerin bin ich nicht, aber beim Lotto fülle ich jede Woche drei Felder aus – andere geben ihr Geld für Schnaps aus“, erzählt sie. Was sie mit einem größeren Gewinn machen würde, hat sie noch nicht überlegt. „Das kommt dann erst“, sagt sie.

Nicht jeder hat etwas fürs Glückspiel übrig

Doch nicht jeder kann sich für das Tippen der „sechs Richtigen“ erwärmen. Viele Passanten winken beim Thema Lotto müde ab, da man „eh nichts gewinne“. „Pech im Spiel, Pech in der Liebe“, versucht es ein Herr mit Galgenhumor zu nehmen. Und dann ist da noch ein anderes Kapitel – die Abhängigkeit. „Es gibt gewisse Anzeichen für Spielsucht“, sagt Georg van der Mee. „Das ist delikat, denn wenn wir den Kunden darauf ansprechen, wird er das erstmal von sich weisen und möglicherweise sauer.“ Viel „Diplomatie und Feingefühl“ seien notwendig, um die richtigen Töne zu treffen – oder ganz beiläufig eine Informationsbroschüre über Spielsucht mit dem Lottoschein mitzugeben. Von Rubbellosen zum Stückpreis ab einem Euro seien auch schon „die Kiddies angezogen. Das darf man nicht unterschätzen“, sagt van der Mee. Das Spielverbot für alle unter 18 Jahren gelte jedoch auch für die Lose und werde entsprechend kontrolliert. Gerade der Losverkauf hat nach van der Mees Beobachtungen „mächtig angezogen.“

Von Mischa Karth

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