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Louise Leuschner aus Lichtenberg

Künstler der Region Louise Leuschner aus Lichtenberg

Louise Leuschner sieht sich selbst nicht als Künstlerin, sondern als Geometristin. Sie arbeitet gern mit Edelstahl, wie man auch an der Wand ihres kleinen Hauses in Lichtenberg bei Neuruppin sieht: Dort hängt ein Gong mit Pferd aus Stahl.

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Louise Leuschner mit ihrem Pferde-Gong aus Edelstahl.

Quelle: Peter Geisler

Lichtenberg. „Ich kann kein Pferd“, antwortete Louise Leuschner dem Verleger Günter Rieger aus Karwe. Der wollte die in Lichtenberg lebende Künstlerin dafür gewinnen, ein Objekt für die Ausstellungseröffnung „Tierisches in der bildenden Kunst“ im ehemaligen restaurierten Knesebeck’schen Pferdestalls in Karwe zu fertigen. „Du kannst“, beschied er sie kurz. Er sollte Recht behalten. Zwei Wochen lang beschäftigte sich Louise Leuschner, die sich selbst nicht als Künstlerin, sondern als Geometristin sieht, mit der Anatomie des Pferdes. Das Ergebnis: Ein großer Gong mit Pferd aus Stahl, der publikumswirksam in der Ausstellung gezeigt wurde und jetzt an der Wand ihres kleinen Hauses in Lichtenberg hängt.

Louise Leuschner bei der Arbeit

Louise Leuschner bei der Arbeit.

Quelle: Peter Geisler

Das Haus hat sie 2009 gekauft, nachdem sie bereits mehrere Jahre ihre Wochenenden in Lichtenberg verbracht hatte. 2010 hat sie ihr neues Heim umgebaut, 2011 die Galerie „Louversum“, die ihrer Tochter gehört, eröffnet. „Louises Universum“ ist nicht nur ihren Werken vorbehalten, sondern ebenso den Arbeiten vieler regionaler Künstler wie unter anderen von Bernd Weimar (Neuruppin), Ursula Zänker und Matthias Zàgon Hohl-Stein (beide Karwe). Die Künstler kannte sie durch ihre ehrenamtliche Arbeit in der Neuruppiner Galerie am Bollwerk. „Bei mir können die Künstler zeitlich unbegrenzt ausstellen.“ In regelmäßigen Abständen wechselt sie die Objekte, „sonst wird mir langweilig“. Auch sie selbst probiert sich immer wieder an Neuem aus.

Das Material Edelstahl hat es der gebürtigen Thüringerin angetan. Doch erst auf Umwegen fand sie dazu. Sie absolvierte ein Ingenieurstudium und arbeitete als Porzellaningenieurin. Über die Keramik kam sie anderen Materialien. „Ich war krank und hatte mir von einem Freund Silberpapier gewünscht und habe mit Papierschnitten begonnen.“ Vom Papier kam sie zum Stahl, der allerdings ganz andere Eigenschaften hat. „Er ist härter und lässt sich nicht so kantig formen.“ 2012 machte sie sich daran, Stahlbänder zu verflechten. Ihre stählernen Mobiles finden sich im Außenbereich ihres kleinen Hauses mit angrenzender Scheune, in der sie ihre Werkstatt hat. Dort kann sie ungestört mit der Flex arbeiten, ein Werkzeug, das für ihre Objekte unverzichtbar ist. Doch bevor es soweit ist, fertigt sie zunächst eine Zeichnung an. Dann schickt sie das Modell zum Lasern, anschließend beginnt die Endverarbeitung.

Letzter Schliff an Objekten zum Thema Schriftcodierung – das Licht scheint durch die Löcher, die je nach ihrer Höhe Buchstaben symbolisieren

Letzter Schliff an Objekten zum Thema Schriftcodierung – das Licht scheint durch die Löcher, die je nach ihrer Höhe Buchstaben symbolisieren.

Quelle: Peter Geisler

Neue Windspiele stehen auf ihrem Programm. Zurzeit arbeitet sie an Gongs. „Wenn man in einem Arbeitsprozess steckt, fällt einem nicht auf, dass es etwas Besonderes ist“, sagt die Mittfünfzigerin. So wie ihr Objekt, das sie „optische Täuschung“ nennt. 700 Stiche mit Silberfäden und schwarzem Zwirn ergeben ein Bild, dessen Mitte, betrachtet man es eine Zeit lang, zu schwimmen beginnt. Zwei Wochen hat sie daran gesessen. Auch im Außenbereich wurde sie im Winter kreativ. Weil sie über die Maulwurfshügel, die unter Schnee versteckt lagen, im Dunkeln stolperte, installierte sie kurzerhand ein Kunstobjekt. In den einzelnen Erdhaufen steckt nun je eine Lampe, dahinter ein kleiner Spiegel. Das sehe aus wie eine Flughafenlandebahn, würden ihre Freundinnen dazu sagen.

Neben ihren eigenen Werken stehen im Hof Skulpturen von Bernd Weimar und Matthias Zàgon Hohl-Stein und ein Windspiel von Michael Hische aus Betzin. Auch die große Backsteinscheune dient als Ausstellungsort. Dort sind zurzeit Glasobjekte der Kunstglaserin Julia Wolpert zu sehen, die im Wind tanzen. „Ich brauche junge Künstler, die in der Größe arbeiten wollen“, sagt Louise Leuschner. So kam sie an Nadine Gutbrod. Sie wird am 7. Mai ihre Ausstellung „Zettel“ im Louversum eröffnen. Zuvor wohnt sie eine Woche bei Louise Leuschner und baut ihre Werke auf – überdimensionale Papierobjekte.

Auch der Gastgeberin gehen die Ideen nicht aus. Den Anstoß gaben Besucher, die gerade aus Afrika zurück gekommen sind. „Das muss noch reifen“, sagt Louise Leuschner. Auf die Umsetzung kann man gespannt sein.

Von Dagmar Simons

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