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Luchstrolche im Kinderparadies

Protzen Luchstrolche im Kinderparadies

Seit vier Jahren hat Protzen eine neue Kita. Die alte Einrichtung wurde abgerissen und ein Neubau an der Stelle errichtet. Keine Eisblumen im Winter an den Fenstern mehr, stattdessen Fußbodenheizung und lichtdurchflutete Räume. Die Kita ist so schön, dass die Erzieherinnen, allen voran Leiterin Barbara Mösenthin, dort bis zur Rente bleiben wollen.

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Die Kinderbande erobert das Schiff.

Quelle: Peter Geisler

Protzen. Ein Donner und die Kinder zucken zusammen. „Vielleicht zanken sich die Wolkenkinder gerade und die Mutter hat einen Donner losgelassen“, beruhigt Barbara Mösenthin die Kinderschar. 36 Kinder besuchen derzeit die Protzener Kita „Luchstrolche“, die Barbara Mösenthin seit 2001 leitet.

Begeistert in der neuen Einrichtung

Die Erzieher möchten da gar nicht mehr weg. „Wir gehen hier alle irgendwann in Rente. So wohl fühlen wir uns“, sagt Barbara Mösenthin. Dazu trägt auch der Neubau bei, in dem sie, ihre fünf Kolleginnen und die Kinder seit vier Jahren den Tag verbringen.

„Es ist schön geworden“, kann sie sich noch heute begeistern. Ein neues Kita-Gebäude war überfällig, das alte, 1963 in einem ehemaligen Stall errichtet, eigentlich kaum noch zumutbar. „Wir hatten im Winter wunderschöne Eisblumen an den Fenstern“, erinnert sich die Kita-Leiterin. Das waren nicht die einzigen Mängel in dem alten Gebäude.

Das wurde im August 2011 abgerissen. „Mir blutete das Herz, als die Bauarbeiter alles zerkloppt haben“, erinnert sich Barbara Mösenthin. Zwei Steine des alten Gemäuers hat sie beiseite geschafft und bewahrt sie zu Hause auf.

Die Erzieherin hat ein Bautagebuch geführt. Einmal pro Woche ist sie zur Baustelle gefahren, hat den Baufortschritt fotografiert und dokumentiert.

Von der Planung bis zum Einzug im Juli 2012 dauerte es zwei Jahre. Es sei eine anstrengende Zeit gewesen, sagt Barbara Mösenthin sagt. Die reine Bauzeit inklusive Abriss betrug ein Jahr und zwei Monate.

Einzige Integrationskita in der Gemeinde Fehrbellin

Der Aufwand hat sich aber gelohnt. Die Räume sind lichtdurchflutet. Es gibt Schallschutzdecken, Fußbodenheizungen und Schiebetüren, mit denen einzelne Bereiche abgetrennt werden können.

Alles ist auf Kinderhöhe eingerichtet, Tische und Stühle sowieso Waschbecken, Toiletten und die knallrote Kinderküche, die oft genutzt wird. Zuletzt haben die Kinder dort Apfelmus gemacht. Die Äpfel stammten aus dem eigenen Kita-Garten. „Wie die Wilden waren die Kinder bei der Sache und haben alles aufgegessen“, so Barbara Mösenthin. Überhaupt helfen: Die Kleinen sind immer zur Stelle, wenn es etwas zu tun gibt. Die bald dreijährige Lilly reicht ihrer Erzieherin die Wäscheklammern, währen die anderen auf dem großen Freigelände herum toben.

Die Kita „Luchstrolche“ ist die einzige Integrationskita in der Gemeinde Fehrbellin. Fünf Plätze sind für Kinder mit Behinderungen beziehungsweise Entwicklungsverzögerungen vorgesehen, zwei davon sind derzeit belegt. Die beiden werden von den anderen gut angenommen. „Die Kinder kommen gut mit den Integrationskindern klar“, sagt Barbara Mösenthin. Die Kita ist voll belegt.

Bei Wind und Wetter im Freien

Zum Konzept der Einrichtung gehört, sich viel im Freien aufzuhalten. „Wir versuchen, bei Wind und Wetter rauszugehen. Bei uns gehören Gummistiefel und Regenhose zum Pflichtprogramm“, sagt die Kita-Chefin. Bei schönem Wetter sind die Kinder sowieso draußen. Im Freigelände liefern sich einige Jungen ein Wettrennen mit Bobbycar und Trecker, Mädchen tollen auf einer Matte,oder schieben den Puppenwagen durch die Gegend, andere klettern auf dem Spielgerüst herum. Überall haben die Erzieherinnen ihre Augen, geben Hilfestellung, trösten und beruhigen.

Am 11. August 2012 wurde groß Einweihung gefeiert. Daran erinnert sich Barbara Mösenthin noch heute gern. „Die Party war toll.“ 2017 wird die Kita fünf Jahre alt – wieder ein Grund zu feiern.

Von Dagmar Simons

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